Wedemark-Inzidenzwert sinkt weiter

Bürgermeister schimpft über Irritationen durch neue Corona-Verordnung

Wedemark (awi). Zum Zeitpunkt der Online-Presse-Konferenz des Bürgermeisters am Donnerstagnachmittag lag der Sieben-Tage-Inzidenzwert in der Wedemark bei 72,7 und es gab aktuell 42 Corona-Infizierte. Da der Inzidenzwert der Region aber noch bei 104,7 lag, griffen noch keine Lockerungen. Schwankungen im Inzidenzwert in der zurückliegenden Woche seien Meldeverzögerungen von den Laboren an das Gesundheitsamt geschuldet, erklärte der Bürgermeister. Für die Wedemark bedeute das, auch am Montag werde sich bei den Kitas noch nichts tun, die Gemeinde werde wie jede Woche in der letzten Zeit eine Notbetreuungsplatzvergabe vornehmen, damit die Eltern Planungssicherheit hätten. Angesprochen auf die Regelungen der neuen Verordnung erklärte Zychlinski, er habe immer für Verständnis geworben und für Rücksichtnahme für andere politische Ebenen, aber die jetzt vorgesehene Regelung für Kitas und Schulen sei wenig praktikabel, biete keine Planungssicherheit und stelle alle vor gewaltige Herausforderung, die in Enttäuschung münde.
„Wir stimmen uns mit den freien Trägern ab, wie der Mechanismus genau aussehen kann. Es ist auf jeden Fall ausgeschlossen, innerhalb weniger Stunden Kitas auf Normalbetrieb hochzufahren. Das fängt bei der Reinigung an und hört beim Essensbetrieb auf. Auch die personellen Voraussetzungen müssten erst einmal geschaffen werden. „Die Regelung in der neuen Verordnung ist unpraktisch, weltfremd und schafft auf allen Seiten Drucksituationen“, schimpfte der Bürgermeister und betonte, so laute die gesamte Kritik aus dem kommunalem Raum. Der Ansatz der Ministerialbürokratie sei gut gemeint, aber herausgekommen sei ein „unverständliches Monstrum, das für normal sterblichen Menschen nicht nachvollziehbar ist“. Das gelte auch für die
Logopäden, die der neuen Verordnung völlig unvorbereitet entnahmen, dass sie ihre Patienten ab sofort nur noch mit negativem Schnelltest behandeln dürften. Dieser Passus wurde allerdings am Freitag nach massiven Interventionen des Berufsverbandes gestrichen (siehe auch Bericht auf Seite 5). Auch die Gemeinde habe Kontakt mit dem Verband aufgenommen, um etwas zu erreichen, nachdem sie von Logopäden aus der Wedemark kontaktiert worden sei. „Wir versuchen selbst gerade an Schnelltests zu kommen, doch ich bin schier entsetzt, wie Spahn dieses Thema angegangen ist. Alle kostenlos und es geht sofort los – das klappt nirgendwo und kann auch gar nicht funktionieren, schon von der Infrastruktur der Apotheken her nicht“, so Bürgermeister Helge Zychlinski kopfschüttelnd.Und in den Hausartzpraxen sehe das ähnlich aus, auch diese könnten nicht sofort massenhaft testen.