Weiße „DSL-Flecken“ bald Vergangenheit

Carsten Niemann, Wirtschaftsförderer der Gemeinde Wedemark, zeigt auf der Gemeindekarte den Stand des VDSL-Ausbaus. Foto: H. H. Schröder

htp zieht positive Bilanz für den Ausbau des Breitbands in 2011

Wedemark (hhs). Der Breitbandausbau in der Gemeinde Wedemark durch die htp GmbH kommt weiter zügig voran, die Ausbaustufe I sei nahezu abgeschlossen, im kommenden Jahr sollen die Arbeiten der Ausbaustufe II beendet werden, anschließend will sich htp um die so genannten „weißen Flecken“, kümmern, Gebiete, in denen es kein DSL oder nur mit einer Bandbreite unter 2 Mbit/s möglich sind. „Weiße Flecken gehören dann in der Wedemark der Vergangenheit an“, so brachte es htp-Geschäftsführer Thomas Heitmann anlässlich eines Pressegesprächs auf den Punkt.
Nach Heitmann ist die Ausbaustufe I nahezu abgeschlossen, in Bennemühlen, Berkhof, Elze, Sprockhof und in den Wietze-Ortschaften stehen danach VDSL-Bandbreiten zur Verfügung. Nur der Abschluss der Arbeiten in Plumhof verzögere sich etwas, da die Genehmigung der Deutschen Bahn zur Querung der Bahntrasse zwischen Elze und Plumhof noch nicht vorliege. Das sei aber nur eine Frage der Zeit. Für die Ausbaustufe II seien die Arbeiten in Oegenbostel, Ibsingen und Besten-
bostel bereits abgeschlossen. Damit gebe es in diesen Ortschaften Bandbreiten von 50 Mbit/s von htp. Für Brelingen, Negenborn, Abbensen, Duden- und Rodenbostel laufen die Bau-Vorarbeiten. „Spätestens im Sommer wird htp die Arbeiten beenden und auch hier VDSL-Anschlüsse mit hohen Bandbreiten anbieten“, freute sich Heitmann. Sobald die Ausbaustufe II fertig ist, werden die so genannten weißen Flecken in der Gemeinde Wedemark Geschichte sein. Aber der große Einsatz von htp um die VDSL-Versorgung der Gemeinde weckt natürlich auch Begehrlichkeiten andernorts: „Wir erhalten natürlich auch Anfragen aus Ortschaften, in denen DSL möglich ist, hohe Bandbreiten aber nicht zur Verfügung stehen“, erläutert der Geschäftsführer die Situation. „Aus Scherenbostel zum Beispiel haben bereits 160 Interessenten den Wunsch nach einer besseren DSL-Versorgung an uns herangetragen. Auch für diese Gebiete prüfen wir die Ausbauoptionen gegenwärtig intensiv“. Allerdings lägen in Scherenbostel besondere technische Voraussetzungen vor. Die Ortschaft zähle nicht zu den weißen Flecken in der Gemeinde, da die Deutsche Telekom hier schon nachgerüstet habe mit dem Ergebnis, dass in diesem Teil der Wedemark schon DSL mit Bandbreiten über 2 Mbit/s zur Verfügung stehe. Anders als in anderen Bereichen habe hier die Telekom nur an einem zentralen Punkt Technik installiert und nicht, wie bei htp üblich, an jedem Kabelverzweiger. „Ob ein Ausbau mit VDSL-Bandbreiten von 50 Mbit/s möglich sein wird, ist noch fraglich“, schränkt Thomas Heitmann alle Erwartungen zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein. „Aus dieser Vorgehensweise der Deutschen Telekom ergeben sich zum Teil erhebliche Einschränkungen für einen Wettbewerber wie htp“.
Der Hintergrund dieser Einschränkungen ist nur schwer nachzuvollziehen: Um Scherenbostel mit VDSL versorgen zu können, müsste htp zum Teil die Leitungen der Deutschen Telekom nutzen, über die diese ihren Kunden bereits DSL zur Verfügung stellt. „Die Bundesnetzagentur untersagt allerdings Wettbewerbern wie htp, die Frequenzbereiche, über die die Telekom das DSL-Signal an ihre Kunden übermittelt, ebenfalls zu belegen“, erläutert Heitmann die Situation. „Da diese technischen Restriktionen selten sind, fehlen uns jegliche Erfahrungswerte, welche Bandbreiten htp nach einem Breitbandausbau in Scherenbostel übermitteln könnte“. Diese Situation sei für htp vollkommen neu. Er wolle zum jetzigen Zeitpunkt nichts versprechen, was er später nicht halten könne. Allerdings betreibe htp im Landkreis Hildesheim in Schellerten ein gleich gelagertes Pilotprojekt. „Hier sammeln wir gerade Daten. Erst wenn dieses Pilotprojekt angeschlossen ist, können wir sagen, wie es in Scherenbostel weitergehen kann“. Gleiches gelte auch für Schlage-Ickhorst und Wiechendorf.