„Welcome Board“ zu Gast in Klasse 5b

Letzte Anweisungen durch Musiker Amma Zin vor dem gemeinsamen Musizieren Foto: E. Rodenbostel.

Musik aus allen Ländern fördert Verständnis

Mellendorf (er). Zwei Musiker aus Syrien und deren Projektkoordinator Maher Frkouh haben am Donnerstag, 18. Oktober, die Klasse 5b der Realschule Wedemark besucht. Auf Betreiben der Klassenlehrerin Stefanie Krieg wurde den Schülern Musik aus der Heimat der Musiker auf einheimischen Instrumenten (Riq und Daff) näher gebracht. Nach einer kurzen Einführung haben die Kinder in unterschiedlichen Gruppen verschiedene Instrumente gespielt oder begleitend gesungen. Die 5b ist eine Bläserklasse der Realschule. Etwa 20 Jungs und fünf Mädchen spielen in dieser Klasse normalerweise Blechblasinstrumente. Die Musiker haben in Syrien Musik und Deutsch studiert und sich in Deutschland über „Welcome Board“ zusammengefunden. Dieses Projekt wird gefördert durch das Aktionsprogramm HAUPTSACHE:MUSIK! des niedersächsischen Kultusministeriums sowie durch die Klosterkammer Hannover.
Der Projektkoordinator Maher Frkouh, der in Mellendorf im Musikraum dabei war, erklärte: „Bei dem Projekt Musik in die Klassenzimmer zu bringen werden die Musiker unterstützt, die in ihren Heimatländern schon Musik studiert und pädagogische Ausbildungen erfahren haben. In diesem Jahr besuchen immer zwei von ihnen zwischen April und Dezember etwa 50 Klassen, vor allem im ländlichen Raum. Es können einzelne Stunden oder Wochen-workshops von Lehrern gebucht werden“
Das Netzwerk „Welcome Board“ schickte die Musiker Abdulrahim Aljouja und Amma Zin zur Klasse 5b und ermöglichte den Schülern direkte Erfahrungen mit syrischer Musik und ganz anderen Instrumenten. Abdulrahim Aljouja hat erklärt: „Das eingeübte Stück handelt von Heimat! Nicht nur von der Heimat von uns Musikern, sondern von der Heimat jedes einzelnen.“
Die Kinder waren begeistert von dem besonderen Musikunterricht mit unbekannten Instrumenten und Melodien und stellten nach der kleinen Abschluss-Aufführung interessierte Fragen. Vor allem waren die Schüler an dem Werdegang der Musiker interessiert: „Wie lange seid ihr schon in Deutschland?“, „Habt ihr ein Gewehr auf der Straße gefunden?“
Am Ende der Unterrichtsstunden bedankte sich die Klassenlehrerin Stefanie Krieg bei den Musikern für deren abwechslungsreichen Unterricht, lobte das gute Deutsch der Pädagogen und bemerkte: „Die Kinder sind in dieser Stunde besonders aufmerksam gewesen!“