Weniger Unfälle in der Wedemark

Im Vergleich zu 2018 sei die Anzahl der Unfälle auf der Umleitungsstrecke L 190 zwar wieder rückläufig gewesen, so die Polizei, dennoch passierten dort Unfälle wie hier ein Abbiegeunfall im November. Archivfoto: A.Wiese

Fallzahlen auch auf den Umleitungsstrecken rückläufig

Wedemark. Im Vergleich zum Vorjahr 2018 ist die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle (VU) von 729 (2018) auf 685 (2019) gesunken.
Von den 685 VU wurden von den Beschäftigten des PK Mellendorf 397 VU im vereinfachten Verfahren, vor Ort abschließend, aufgenommen. Das entspricht einem prozentualen Anteil von 58 % Die darin enthaltenden Verkehrsverstöße werden abschließend von der Polizei vor Ort oder postalisch von der Bußgeldstelle geahndet. Danach werden diese Unfälle nicht weiter ausgewertet.
Die restlichen 288 VU (335 2018) wurden im qualifizierten Verfahren aufgenommen und entsprechen einem prozentualen Anteil von 42 %.
Örtliche Verteilung der Verkehrsunfälle
außerhalb geschlossener Ortschaften ohne BAB :
Die Verkehrsunfallorte befanden sich im Jahr 2019 bei 382 VU (56 %) überwiegend innerhalb geschlossener Ortschaften.
303 VU (44 %) ereigneten sich außerhalb geschlossener Ortschaften.
In der Wedemark ereigneten sich im Jahr 2019 163 Wildunfälle, die sich auf dem gesamten außerörtlichen Streckennetz verteilen und mit einem Anteil von 23,79 % am Gesamtaufkommen anfallen. Kollisionen mit Wildtieren könnten häufiger vermieden werden, wenn die Verkehrsteilnehmer aufmerksamer wären und die Geschwindigkeitsbegrenzungen einhielten. Das gilt insbesondere bei Dunkelheit und/oder widrigen Witterungsverhältnissen.
Pkw hatten mit 72,5 % den größten Anteil am Gesamtunfallaufkommen.
Der Anteil LKW lag bei 7,3 %, der Anteil der Fahrräder bei 4,2 %, der Anteil der Fußgänger bei 0,87 % am Gesamtunfallaufkommen.
Insgesamt ist ein positiver Trend festzustellen.
Besonders erfreulich ist der deutliche Rückgang der an Verkehrsunfällen beteiligten Radfahrern und Fußgängern, die als „schwächste“ Verkehrsteilnehmer häufig Verletzungen bei Verkehrsunfällen davontragen.
Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Schwerverletzten halbierte sich im Vergleich zum Vorjahr, die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Leichtverletzten ging um etwa ein Drittel zurück.
Die Anzahl der Verunglückten, das heißt die Anzahl der bei Verkehrsunfällen getötete, schwerverletzte oder leichtverletzte Verkehrsteilnehmer ging um insgesamt um 25,4 % im Vergleich zum Vorjahr zurück.
Im letzten Jahr wurde in der Wedemark kein Verkehrsteilnehmer in Folge eines VU getötet, 10 (18) Verkehrsteilnehmer wurden schwer- und 93 (118) wurden leichtverletzt. (Zahlen aus dem Vorjahr)
Der insgesamt erfreuliche Trend mit Rückgang in den Verkehrsunfallzahlen setzte sich bei den an Verkehrsunfällen beteiligten Radlern fort.
Insgesamt sind die Radfahrer mit 4,23 % Anteil am Gesamtunfallgeschehen beteiligt. Von den 29 Beteiligten verletzten sich 21.
Für den Radler werden das Tragen eines Fahrradhelms und reflektierenden Westen empfohlen.
Aufklärungsquote Flucht 38,26%  31,28%  43,79%
Im Jahr 2019 entfernten sich 169 (179;2018) Verkehrsteilnehmer unerlaubt von der Unfallstelle. (24,67 % am Gesamtunfallaufkommen)
Im Vergleich zum Jahr 2018 ging die Anzahl der Verkehrsunfallfluchten um 5,6 % zurück. Im Jahr 2019 konnte die Aufklärungsquote auf 43,79 % gesteigert werden. Somit konnte nahezu jeder zweite Unfallverursacher ermittelt werden.
Unfallflucht ist kein Kavaliersdelikt. Die Polizei bittet Zeugen sich im konkreten Fall bei dem Polizeinotruf oder der Dienststelle zu melden.
Unerlaubtes Entfernen von der Unfallstelle ist eine Straftat gem. § 142 StGB und kann mit Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren oder Geldstrafe geahndet werden.
Im Jahr 2019 entfernten sich vier Unfallverursacher von der Unfallstelle, obwohl der andere Beteiligte verletzt wurde.
Hauptunfallursachen im Jahr 2019 waren:
Missachten der Vorfahrt, Unterschreiten des Sicherheitsabstandes, Fehler beim Abbiegen und Fahren unter Alkoholeinfluss.
Besonders auffallend ist die Entwicklung der Verkehrsunfälle, deren Ursache auf zu geringen Sicherheitsabstand zurückzuführen ist. Im Jahr 2019 verringerten sich VU mit der Unfallursache „Abstand“ um etwa 77 %.
Im Jahr 2018 hatte eine Großbaustelle auf der A/ zu einem deutlichen Anstieg der Verkehrsunfälle auf den Umleitungsstrecken der Wedemark geführt.
In den Monaten März bis Oktober führte eine Großbaustelle auf der BAB 7 in Höhe der Autobahnabfahrten Mellendorf und Berkhof häufig zu hohem Verkehrsaufkommen auf den Umleitungsstrecken in der Wedemark.
Auf den betroffenen Straßen L190,L310,K107 war im Jahr 2018 ein deutlicher Anstieg der Unfallzahlen von 98 Verkehrsunfällen im Vergleich zum Jahr 2017 auf 154 im Jahr 2018 festzustellen.
Im Jahr 2019 ging die Zahl der Verkehrsunfälle auf den Umleitungsstrecken auf 139 VU zurück.
Die Anzahl der Leichtverletzten hatte sich auf diesem Streckenabschnitt von 36 LV im Jahr 2017 auf 72 LV im Jahr 2018 erhöht.
Im Jahr 2019 ging die Zahl auf 57 (-26,2 %) Verkehrsunfälle mit Leichtverletzten im Jahr 2019 im Vorjahresvergleich zurück.
Um dem deutlichen Anstieg der Verkehrsunfälle auf den Umleitungsstrecken zu begegnen, wurde die Zusammenarbeit der Polizeibeamten mit den Mitarbeitern der Gemeinde Wedemark weiter intensiviert.
Auf den Umleitungsrouten wurde weiterhin die zulässige Höchstgeschwindigkeit innerhalb der Ortschaften auf 30 km/h (ab 20.00 Uhr) begrenzt.
Erfahrungsgemäß führt Ablenkung z.B. durch Nutzung des Smartphones während der Fahrt wesentlich zu den beschriebenen Unfällen.
Schon 1 Sekunde auf das Handy schauen bei Tempo 50 führt zu 14 Metern Blindflug.
137 Ordnungswidrigkeitenverfahren „Handy am Steuer“ leiteten die Bea. Des PK Mellendorf ein.
Wie angekündigt wurden die Überwachungsmaßnahmen zur Bekämpfung der Hauptunfallursachen im Jahr 2019 intensiviert.
Die Polizeibeamten der Wedemark stellten bei Geschwindigkeitsmessungen mit Anhalten der Verkehrsteilnehmer 155
Verstöße fest. In 6 Fällen waren längere Fahrverbote die Folge.
Im Jahr 2019 wurde bei 22 Verkehrsteilnehmern der Führerschein sichergestellt, da sie unter Alkoholeinfluss mit einem Kraftfahrzeug oder Fahrrad unterwegs waren.
Die Gemeinde Wedemark setzte in im Jahr 2019 besonders auf den Umleitungsstrecken Geschwindigkeitsmessgeräte ein.