Wenn Berta mit dem Château flirtet

famila-Marktleiter Jens Luxat (links) und Käse-Sommeliere Natalie Fibich (Zweite von rechts) mit ihrem motivierten Team bei der Käse-Präsentation im Rahmen des Gourmetabends im Küchenstudio.
 
Die Weine regten zur Diskussion unter den Gästen an.

Gourmetabend von famila im Küchenstudio bei Käse und Wein kam gut an

Mellendorf. Warum soll ein Lebensmittelmarkt mit einem ausgefeilten und sehr breiten Käse- und Weinsortiment nicht auch einmal ein Tasting dieser Spezialitäten veranstalten? Auf der Suche nach dem geeigneten Rahmen für dieses Event stieß famila-Marktleiter Jens Luxat auf den benachbarten Küchenfachmarkt Meyer & Zander. Getreu dem Motto „In der Küche trifft man sich am liebsten“ fand dort letzte Woche also die Premiere des Gourmetabends statt, musikalisch begleitet vom Wedemärker Duo Honigton.
Die Teilnehmerzahl war auf 20 begrenzt und das Team von famila, das alles perfekt vorbereitet hatte, kredenzte den gespannten Gäs-ten einen Gang nach dem anderen. Am Ende waren es zwölf Gänge: Käsespezialitäten, Roastbeef, Wildpastete und Gänsemousse, selbst gebackener Käsekuchen und als krönender Abschluss erlesene Güse-Trüffel, immer begleitet von dem passenden Wein, der jeweils schon am Nachmittag geöffnet worden war, um atmen zu können. Die edlen Tropfen stellte Weinliebhaber und -kenner Jens Luxat persönlich vor, im Duett mit Käse-Sommelière Natalie Fibich.
Da staunten die Gäste nach den dreierlei Frischkäsesorten zum Crémant de Loire Rosé, wie der handwerklich hergestellte Schafskäse Berta – jeder Käse ein Unikat – mit dem Château la Freynelle blanc flirtete. Die milde sahnige Berta, die es in zwei Variationen gab, in Natur und mit Rosmarin/Wacholder, begeisterte die Teilnehmer des Gourmetabends sichtlich und mit Bedauern nahmen sie zur Kenntnis, dass dieser Käse nicht immer verfügbar ist, weil die Schafe auch Mutterschutz genießen. „Aber ein paar habe ich noch“, versicherte Käse-Sommeliere Natalie Fibich, die an diesem Abend ganz in ihrem Element war.
Auf Berta folgte der Etorki, ein französischer Schnittkäse vom Schaf, der sich nach drei Monaten Reifezeit klar und salzig präsentierte und hervorragend zum Eiswein aus Rheinhessen mundete, der seinen Namen dem Umstand verdankt, dass die Trauben geerntet werden, wenn sie am Strauch getrocknet und gefroren sind, wie Jens Luxat erläuterte. Der nächste Gang scherte aus: Roastbeef mit Kräutersauce zu einem Luis Canas Reserva überzeugte auch die, die eigentlich auf Käse zum Wein schwören, wobei bei vielen die selbstgemachte Kräutersauce besonderes Entzücken auslöste.
Übrigens erfuhren die Gäste auch von Jens Luxat, warum man einen Wein schlürft: nicht weil man nach reichlichem Genuss desselben sein gutes Benehmen vergessen hat, sondern damit Sauerstoff an den Wein kommt. Man hält die Nase ins Glas, schwenkt den Inhalt und riecht noch einmal und schlürft das edle Nass dann durch die Zähne, um den Sauerstoff anzusaugen. „Wenn dann am Gaumen was hängen bleibt, spricht man vom guten Abgang“, erfuhren die aufmerksamen Zuhörer. Zum kräftigen würzigen Weichkäse Brie de Meaux wurde der typische Franzose Chablis aus der Chardonay-Traube gereicht. Natalie Fibich freute sich über die positiven Rückmeldungen zu diesem sehr facettenreichen Käse mit dem Siegel für kontrollierte Herkunft, der „fließt und arbeitet und sechs bis acht Wochen auf Strohmatten reift“. Ein Glas Bordeaux hatte Luxat zu dem Morbier, einem halbfesten französischen Schnittkäse mit Pflanzenasche gewählt, ein pikanter Käse mit langem Abgang, der mit dem Bordeaux, dem Zweitwein des Weinguts Canon la Gaffeliere, perfekt harmonierte. „Kauen Sie diesen Wein einmal und schmecken Sie die Schärfe in Kombination mit der leichten Vanillenote“, schwärmte der Marktleiter vor seinen Gästen, die ihn auf Grund dieses Hinweis teilweise etwas erstaunt ansahen.
Über den Schweizer Bergkäse Emmi Kaltbach, der auch den Spitznamen Sahneperle trägt, weil er dank einer Extraportion zartem Rahm und vier bis fünf Monaten Reifezeit mit einem Schluck St. Gottardi Collezione privata Teroldego auf der Zunge zergeht, arbeiteten sich die Gäste des Gourmet-abends zum schwarzen Biogreno mit Salzkristallen vor, begleitet von einem feinherben Schneekloth Riesling. Seine Süße harmoniere perfekt mit dem Salz, so der Hinweis des Fachmanns. Den Dialog von der Rehpastete mit der Gänsemousse mit Steinpilzen krönte der Château Croix du Paty und eine süße Schneekloth Riesling Auslese. Der einzige Käse an diesem Abend, der zwar auch Zustimmung, aber nicht die ungeteilte, bekam, war der intensive italienische Pecorino mit Trüffel. Dafür verdrehten aber viele Gäse beim Wein dazu, dem Zuccardi Emma, genießerisch die Augen. Dieser kräfte und verführerische Wein überzeugte nicht nur durch seinen schönen Vorhang im Glas beim Schwenken, sondern verlieh das Gefühl, in den oberen Gefilden des Weinhimmels angekommen zu sein, wie Jens Luxat es formulierte – ein echtes Erlebnis zu der nussaartigen Note des Pecorino mit seiner zitronigen Würze. Mit dem von famila-Promoterin Christine Lewald eigenhändig gebackenen Aprikosen-Käsekuchen zum Sauternes Château Roumieu klang der Gourmetabend aus, bevor Jens Luxat mit den Trüffeln von Güse zum Schokoladenwein das Grand Finale einläutete.
Er bedankte sich bei den Gäs-ten, die durch ihr Interesse diesen Abend möglich gemacht hatten, bei Familie Brandes vom Küchenfachmarkt für das tolle Ambiente und natürlich seinem Team, das den Abend durch seinen Einsatz zum Erfolg werden ließ. Dass alle Käsesorten und Weine im famila-Markt Mellendorf verfügbar sind, versteht sich von selbst. Das Event kam so gut an, dass eine Wiederholung nicht ausgeschlossen ist.