Wennebosteler rückten 39 Mal aus

Geehrte und beförderte Kameraden.
 
Ehrenbrandmeister Christian Henn wurde an die Altersabteilung übergeben.

Einsatzrekord für kleine Wehr – doch manchmal ist Gerätehaus blockiert

Wennebostel (awi). Im Jahr 2018 gab es für die Feuerwehr Wennebostel 39 Alarmierungen: elf Brandeinsätze, drei technische Hilfeleistungen, neun Logistikeinsätze, 15 Objekt-alarme und einen Ortsbrandmeisteralarm, bei dem Markus Kablitz dem Bauhof bei der Löschung eines Böschungsbrandes behilflich war. Für die kleine Ortswehr mit Grundausstattung, die als Sonderaufgabe die Logistikunterstützung betreut, ist das Rekord, betonte Kablitz bei der Hauptversammlung der insgesamt 134 Mitglieder starken Wehr mit 26 Aktiven, elf Alterskameraden, zwei Jugendlichen und 95 Förderern. Dementsprechend hoch fällt die Gesamtstundenzahl aus: 3.434, davon 468 im Einsatz.
Die Wennebosteler hätten mit ihren 39 Einsätzen in der gesamten Wedemark einen hohen Beitrag zur Gefahrenabwehr geleistet, betonte der Ortsbrandmeister. Das Logistikkonzept mit dem neuen LF-L und den Wennebosteler Kameraden habe sich bei den Flächenbränden in Schadenhop erstmals beweisen können und sei dort multifunktional ununterbrochen fast eine Woche im Einsatz gewesen. Die Kameraden nahmen zudem neben der allgemeinen Ausbildung an zahlreichen Weiterbildungs- und Übungsdiensten auf Gemeindeebene teil. Mit dem neuen Fahrzeug wurde ein ADAC-Fahrsicherheitstraining absolviert und mit der Sennheiser-Kita Ohrwürmchen im Juni die jährliche Brandschutzerziehung durchgeführt. Trotz großer Hitze bekamen die Wennebosteler viel Lob für die von ihnen ausgerichteten Feuerwehrwettkämpfe, bei denen sie selbst den siebten Platz erreichten. Für die Dorfgemeinschaft richtete die Feuerwehr das Osterfeuer aus, unterstützte beim Laternenumzug des Kartoffelfestes und beim Volkstrauertag. Einziger Wermutstropfen: Die Jugendwehr, die zu Jahresbeginn noch fünf Mitglieder zählte, gab drei Jugendliche mit Erreichen des 16. Lebensjahres an die aktive Wehr ab und musste bei nur noch zwei verbleibenden Kindern den Dienstbetrieb einstellen. Einer der Jugendlichen ist jetzt bei der Jugendfeuerwehr Hellendorf. Der Betrieb ruht jedoch nur und kann, wenn es wieder mehr interessierte Jugendliche im Dorf gibt, wieder aufgenommen werden, betonte Jugendwart Lutz Paulmann.
Die Ehrennadel des Landesfeuerwehrverbandes in Silber erhielten Robin zum Hingst und Manfred Heine für ihr Engagement für das Feuerwehrdepot der Gemeinde am Standort Wennebostel für die Dauer von sechs Jahren. Das niedersächsische Feuerwehrehrenzeichen für 25 Jahre aktiven Dienst überreichten der stellvertretende Abschnittsleiter Volker Kluth und Gemeindebrandmeister Maik Plischke an Heiko Henn und Timo Riechers. Auf persönlichen Wunsch nach 29 Jahren aus dem aktiven Feuerwehrdienst entlassen und an die Altersabteilung übergeben wurde der langjährige Ortsbrandmeister Christian Henn. Er revanchierte sich für die Dankesworte seiner Kameraden mit einem Geschenk: Er überreichte Ortsbrandmeister Markus Kablitz ein Brett mit den sechs Porträts der bisherigen Ortsbrandmeister. Befördert wurden Heiko Henn zum Oberlöschmeister, Harm Riechers zum Ersten Hauptfeuerwehrmann, Laurin Schrader zum Hauptfeuerwehrmann, Sven Becker zum Oberfeuerwehrmann sowie Marco Michalke Matthias Michaelke und Hergen Pannock zu Feuerwehrmännern. Übernommen aus der Jugendfeuerwehr wurde Jonathan Heinrichs.
Bei den Grußworten der Gäste machte die Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier den Anfang, berichtete von Tagesalarmgruppe, Fahrzeug- und Schlauchbeschaffungen und war voll des Lobes für die einsatzstarke kleine Wennebosteler Wehr. Dem Ortsbrandmeister fehlte bei ihren Ausführungen jedoch ein Statement zu den Problemen, die die Wennebosteler Wehr seit Längerem mit parkenden Fahrzeugen im direkten Umfeld ihres Feuerwehrgerätehauses hat. Bereits mehrfach habe dies dazu geführt, dass die Wennebosteler sich bei der Einsatzleitstelle hätten abmelden müssen, betonte Kablitz und fragte Schönemeier, nach dem Stand der Gespräche dazu zwischen Gemeinde und Grundstückseigentümer. Dies sei ein schwieriges Thema, räumte die Ers-te Gemeinderätin ein. Die Gemeinde lasse jetzt anwaltlich ein Notwegerecht prüfen, das jedoch wohl gerichtlich durchgesetzt werden müsse, da die andere Seite leider nicht gesprächsbereit sei.
Das war das Stichwort, auf das Ortsbürgermeister Achim von Einem gewartet hatte. Er forderte vor dem Hintergrund der genannten Schwierigkeiten beim Ausrücken und der bald erweiterten Verantwortung der Feuerwehr durch drei neue Wohngebiete wie im Ortsrat einstimmig beschlossen das Nachdenken über den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses für Wennebostel. „Für uns als Politiker ist klar: Das Feuerwehrauto muss hier schnell raus“, so von Einem, der kein Hehl daraus macht, dass für ihn ein Neubau in Wennebostel Priorität hat.
Er könne alle mit der Feuerwehr verbundenen Emotionen verstehen, sagte dazu Gemeindebrandmeister Maik Plischke, denn er mache jetzt seit 34 Jahren Feuerwehr. Doch es gebe einen Feuerwehrbedarfsplan, der abgearbeitet werden müsse. Hier werde berechnet, was für eine leis-tungsfähige Feuerwehr notwendig sei und wo Standorte für Gerätehäuser vorzusehen seien. „Da steht nicht drin, weil ein Auto manchmal nicht rauskommt, muss ein neues Haus gebaut werden“, so Plischke. Es gebe zudem Feuerwehrhäuser, wo Gefahr für Leib und Leben der Feuerwehrleute bestünde , die eine höhere Priorität haben. Er riet in Richtung Politik vorsichtig mit dem Schüren von Erwartungen zu sein. Es gelte der Bedarfsplan und aus Sicht und seitens der Feuerwehr sollte zunächst eine Bedarfsberechnung vorgenommen werden, um für Politik und Verwaltung eine Entscheidungsgrundlage zu schaffen. Das gelte für die mögliche Option eines gemeinsamen neuen Feuerwehrhauses für die Wehren Meitze und Gailhof, aber eben auch für Wennebostel. Alle Entscheidungen der Wehrführung dienten dem Schutz der Feuerwehrkameraden, betonte Plischke, und der Optimierung der Zusammenarbeit, damit Leistungen wie beim Flächenbrand im Juliin Schadehop erbracht werden könnten.