Wennebosteler wollen Treffpunkt

Coronagerechte Bedingungen herrschten beim Workshop zur Erarbeitung von Perspektiven für Wennebostel am Dienstagabend im Saal des Gasthauses Bludau. Foto: A. Wiese

Diskussion um Zukunft der alten Schule moderiert von LEADER

Wennebostel (awi). Er habe bisher nur gute Erfahrungen mit LEADER Meer & Moor gemacht, stellte Wennebostelers Ortsbürgermeister Achim von Einem am Dienstagabend bei der Begrüßung der Workshop-Teilnehmer fest, die unter der Leitung von Maren Krämer von LEADER Perspektiven für ihr Dorf im allgemeinen und für die Zukunft der alten Schule im Besonderen erarbeiten wollten. Zwar kamen statt der unter Corona-Bedingungen erlaubten 27 Personen ur 18, und davon waren vier Ortsratsmitglieder und drei Pressevertreter, aber die Initiatoren machten kurzerhand aus den geplanten zwei Gruppen eine und Daniel Diedrich und Anne Kracke von der Freiwilligenagentur sammelten fleißig bunte Karten mit Anregungen ein: Was ist in Wennebostel gut, was stört und was wird gebraucht lauteten die Fragen.
Die Antworten waren vielfältig: Den Wennebostelern gefällt ihre Dorfgemeinschaft – sie war allerdings schon mal besser – Gemeinschaftsaktionen, Feste und die Einkaufsmöglichkeiten. Natur und Landschaft, schöne Wanderwege und der alte Baumbestand im Ort sowie dorfbildprägende Bauten wie der alte, gerade mit LEADER-Mitteln sanierte Schlauchturm.
Doch es gibt auch Dinge, die sie stören: starker Verkehr und Stau vor dem Bahnübergang, der Zustand der Gehwege und Straßen, umpassende Baustile, zu viel Neues, aber zu wenige Wohnungen und unbezahlbares Bauland wurden da genannt. Es fehlen kulturelle Angebot und Mülleimer, parkende Autos am Alten Postweg nerven und die Integration der Neubürger funktioniert nicht. Gebraucht werden ein Spielplatz und Spielgeräte für Jung und Alt, ein Seniorentreff, ein Bolzplatz, ein Ort zum Treffen, Feiern, für die Feuerwehr, kulturelle Angebote und Veranstaltungen wie Flohmarkt und Weihnachtsmarkt, Wohnraum und ein Integrationskonzept für Neubürger. Eine ganze Menge dieser letztgenannten Dinge ließen sich nach dem endgültigen Auszug des Kindergartens in und um die alte Schule verwirklichen, waren sich die Workshop-Teilnehmer einig.
Der jetzt alt Wohnung genutzte Teil soll auch weiterhin für Wohnzwecke vermietet werden, doch in den beiden alten Klassenräumen und den Nebenräumen wünschen sich die Wennebosteler einen Treff für Jung und Alt, für Kunst und Kultur, auf lange Sicht ein Café, wenn es das Gasthaus im Ort vielleicht irgendwann nicht nehr gibt, eine neue Heimat für den Chor, der viele Jahrzehnte vor seiner schöpferischen Pause dort seine Heimat hatte, und einen Ort für soziale Aktivitäten: für die Tafel, für einen Mittagstisch, dieArbeit mitKindern, die Integration von Neubürgern, vielleicht sogar für einen Krämer-Bioladen oder ein Kino, die vhs und vielleicht auch für private Feiern. Der öffentliche Spielplatz auf dem Außengelände könnte um eine Boulebahn ergänzt werden. Ein Ortstermin auf Initiative des Ortsrates soll in naher Zukunft klären, was auf dem Außengelände geht. Auch am Konzept wollen die Bürger weiterarbeiten, ohne viel Zeit verstreichen zu lassen. Und sie wollen möglichst bald von der Verwaltung wissen, wann sie über die alte Schule verfügen könnten oder ob diese vorerst doch einer weiteren, wenn auch übergangsweisen Nutzung als Kindergarten vorbehalten bleiben soll. Die Freiwilligenagentur wird derzeit erarbeiten, welcheNutzungskonzepte realistisch sind: Von der Verwaltung vermietete Räume wie im BissendorferBürgerhaus, ein Dorfgemeinschaftshaus in Vereinsträgerschaft, flexibler wäre, aber viel Einsatz von den Bürgern fordern würde oder eine Außenstelle des MGH Mellendorf, für die feste Regeln gelten würden, vielleicht aber auch ein Mix aus den beiden letzteren Formen.