WGW legt ihr Wahlprogramm fest

Henning Thies wurde zum Schatzmeister gewählt

Wedemark. Die Wählergemeinschaft Wedemark hat auf Ihrer gut besuchten Mitglieder- und Aufstellungsversammlung am Anfang Juli eine Position im Vorstand neu besetzt. Einstimmig wurde Henning Thies auf die neu zu besetzende Positon des Schatzmeisters gewählt. Weiterere Tagesordnungspunkte waren die Aufstellung der Orts- und Gemeinderäte sowie die Festlegung des Wahlprogrammes der Wählergemeinschaft Wedemark. Das gemeinsam erarbeitete Wahlprogramm wurde einstimmig beschlossen. Dies und weitere interessante Information rund um die WGW sind seit 11. Juli auf der Homepage der WGW unter www.wgwedemark.de zu finden. Wer Interesse an der Kommunalpolitik hat und mitreden möchte, ist herzlichst eingeladen sich bei Patrick Cordes unter Telefon (0 51 30) 43 75 zu melden.
Wahlprogramm der Wählergemeinschaft Wedemark
Kinder/Schule: Beibehaltung des breiten Angebots an Krippen, Kindertagesstätten und Hortplätzen – sowie die Unterstützung des Tagesmutterprojektes. Politisches Ziel ist der Ausbau der IGS um weitere Klassen (109 Ablehnungen der IGS stehen zehn neuen Hauptschüler und 68 neuen Realschüler gegenüber) sowie Erweiterung der IGS um die gymnasialen Oberstufe. Die WGW lehnt die Bildung einer Oberschule (Zusammenlegung von Real- und und Hauptschule) ab. Die Inklusion (Miteinander von Kindern mit und ohne Handycap am Unterricht) wird in der Gemeinde zurzeit pilotiert. Der drohenden Kürzung von Betreuungszeiten und der Abschaffung der Berthold-Otto-Förderschule wird vehement widersprochen – den Eltern muss weiterhin die Möglichkeit der Schulwahl gegeben werden.
Kinder und Jugend: Beibehaltung des aktuellen Konzepts. Stützung der dezentralen Jugendtreffs, der diese nah bei den Jugendlichen sind und so Probleme vor Ort lösen können.
Vereine: Die Förderung der Vereine soll gerecht verteilt werden und im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten geschehen. Keine Förderung von Prestigeobjekten. Hallennutzungsgebühren werden strikt abgelehnt.
Senioren: (Ziel ist es, die Selbstständigkeit der älteren Mitbürger in ihrem Umfeld zu unterstützen. Dazu gilt es, die Infrastruktur auch in den kleineren Orten aufrecht zu erhalten und attraktiv zu gestalten. Einkaufsmöglichkeiten, Zugriff auf Bargeld, seniorengerechte/behindertengerechte Wohnungen und Versorgung mit Ärzten müssen beachtet werden. Der Kontakt mit dem Einzelhandel ist ein erster wichtiger Schritt dazu. Sofern politisch zentrale Strukturen geschaffen werden (zum Beispiel Haus am Teich), wird die WGW sich dafür einsetzen, dass hier alle Senioren einbezogen werden können, so über die Einrichtung von Begleitdiensten/Ruftaxis.
Unternehmen, Wirtschaft: Ziel ist es, dass insbesondere die Betreuung von Anfragen neuer Gewerbebetriebe schneller und effektiver abgearbeitet werden – dies soll Chefsache des Bürgermeisters werden. Die Gewerbe- und Grundsteuer muss zum Angebot der Gemeinde im Vergleich zu anderen Kommunen passen. Gerne würden wir hier versprechen, dass wir auf eine Erhöhung verzichten wollen – mit Blick auf die Finanzlage der Gemeinde gehen wir davon aus, dass eine Erhöhung in der nächsten Legislaturperiode nicht zu verhindern ist. Wir wollen aber die Gründe dafür aufzeigen – und Alternativen erarbeiten. Auf für Spekulationen gekaufte Gewerbeflächen oder Flächen insolventer Eigentümer muss künftig schneller zugegriffen werden können. Besondere Rücksicht soll bei neuen Anforderungen auf langfristig bestehende Unternehmen/landwirtschaftliche Betriebe genommen werden.
Infrastruktur: Straßen und Radwege sind in einem schlechten Zustand und Reparaturen notwendig. (Die Kosten dafür werden jedoch zu 90 Prozent von den Anliegern bezahlt. Die WGW fordert hier frühzeitige Informationsveranstaltungen sowie die Veröffentlichung geplanter Straßenbaumaßnahmen im Internet, damit sich die Anlieger auf die Kosten vorbereiten können. Der Radweg entlang der L190 ist katastrophal, hier sollen die entsprechenden Schritte in Angriff genommen werden. Bei der Priorisierung der Radwege soll die Sicherheit der Radfahrer stärker berücksichtigt werden.
Die WGW freut sich darüber, dass ab dem Winterfahrplan zusätzliche Züge fahren werden. Die entsprechende Infrastrukur wie Ruftaxis, Busanbindungen und Parkplätze muss dazu erweitert werden. Ebenfalls resultierende vermehrte/längere Schließzeiten der Schranken verlangen in diesem Zusammenhang sachliche Diskussionen im Zusammenhang mit neuen Umgehungsstraßen oder anderen Möglichkeiten der Entlastung.
Umwelt, Energie: Die Wedemark ist eine bevorzugte Wohngegend aufgrund der ländlichen Struktur und des hohen Naherholungwertes (zwischen Moor und Brelinger Berg) im Großraum Hannover. Der Charakter einzelner Orte soll erhalten bleiben. Für die Baulandausweisung gelten bereits restriktive Grenzen insbesondere für kleinere Orte – vorhandene kommunale Infrastrukturen wie Schulen, Kindergärten, Friedhöfe sollen dabei künftig mehr beachtet werden. Die WGW fordert den Ausbau regenerativer Energien: Windkraft und Biogasanlagen, aber nur mit entsprechendem Wärmekonzept (zum Beispiel Heizung von Gewächshäusern, Trocknung von Holz). Einen Wertstoffhof priorisieren wir an der Autobahnabfahrt Kaltenweide.
Feuerwehr: Der Feuerwehr sprechen wir mehr Eigenständigkeit zu – auch bei der Frage der bedarfsgerechten Ausstattung mit Fahrzeugen. Die Jugend-/Kinderfeuerwehr ist weiterhin entsprechend zu fördern.
Kunst und Kultur: Die gute Arbeit der Kinder- und Jugendkunstschule soll weiter gefördert werden, ebenso des Kulturangebots von öffentlichen und anderen Institutionen (Brelinger Mitte).
Finanzen: Die nächsten Jahre kommen aufgrund der Neubauten von Schule und Rathaus immense Zinsbelastungen auf die Bürger zu. Dies wird dazu führen, dass seitens der Gemeinde erbrachte Leistungen zum Teil teurer und freiwillige Leistungen gegebenenfalls überhaupt nicht mehr erbracht werden. Hier gilt es Kosten-Nutzen-Analysen aufzustellen und abzuwägen. Die WGW wird sich mit Sachverstand in diese Diskussionen einbringen.