Wiedersehen und Abschied nehmen

Swantje Klapper, Hans- Joachim Fichtner und Karen Drews (v. l.) begrüßten am Sonnabend mehr als 800 Gäste zum Ehemaligentreffen im Gymnasium Mellendorf. Foto: L. Irrgang
 
Wohl zum letzten Mal war die Agora des Schulzentrums bei der Begrüßung der Gäste beim Ehemaligentreffen sehr gut gefüllt. Foto: L. Irrgang

Rund 800 Gäste beim Ehemaligentreffen im Gymnasium Mellendorf

Mellendorf (ig). Es war schon ein besonderer Abend, den es in dieser Form nicht mehr geben wird. In der Agora des Schulzentrums Mellendorf trafen sich am Sonnabend mehr als 800 ehemalige Schüler des Gymnasiums zu einem großen Ehemaligentreffen.
Da das Gebäude jedoch nach der Fertigstellung des Schulneubaus abgerissen wird, war es für viele Teilnehmer der Veranstaltung ein Wiedersehen mit ihren ehemaligen Mitschüler und zugleich ein Abschiednehmen von ihrem ehemaligen Schulgebäude. Zum „letzten großen Treffen in der Agora“ begrüßte dementsprechend auch Schulleiterin Swantje Klapper die Anwesenden, „und darunter Gäste aus der Wedemark, Hannover, Niedersachsen, Europa und sogar aus Übersee.“ Es hätten sich Mitglieder aus allen Abijahrgängen versammelt, am stärksten seien die Jahrgänge aus den 80ern und 90ern vertreten, so Klapper. „Sie merken, es hat sich nicht viel verändert“, sagte Klapper in Hinblick auf das 37 Jahre alte Schulgebäude, „das neue Gebäude wächst jedoch bereits auf dem Schulhof.“ Die Vorsitzende des Fördervereins am Gymnasium, Karen Drews begrüßte die ehemaligen Schüler in der sehr gut gefüllten Agora und zeigte sich „wirklich beeindruckt von den vielen Gästen, die den Weg zu uns gefunden haben.“ Schule mache regelmäßig auch das aus, was vorher war, so Drews, „und das sind Sie, die Ehemaligen“, welche das Schulgebäude stets mit Leben gefüllt hätten. Drews dankte ausdrücklich den zahlreichen Unterstützern, „ohne die diese Feier nicht mögliche gewesen wäre.“ In einem verlesenen Grußwort erinnerte der ehemalige Schulleiter Horst Rommel an die Gründung als Nebenstelle des Gymnasiums Großburgwedel Anfang der 70er Jahre, aber es sei ziemlich schnell klar gewesen, dass in der Wedemark eine neue Schule gebaut werden müsse.
Im Herbst ´74 sei dann der erste Bauabschnitt fertig gewesen und „entsprach dem Stil der damaligen Zeit“, so Rommel in seinem Grußwort. Auch er habe in all den Jahren eine gefühlsmäßige Bindung an das Gebäude aufgebaut und der ein oder andere heutige Gast werde sicherlich ähnliche Gefühle und Gedanken mit diesem Bau verbinden. „Ich hoffe, dass dieser Bau fester Bestandteil in Ihrem Leben bleibt.“ Auch der Schulleiter von 1990 bis 2003, Hans- Joachim Fichtner, blickte mit etwas Wehmut auf den bevorstehenden Abriss, „ich habe mir 2003 nicht träumen lassen, einmal in dieser Agora das letzte Wort zu haben.“ Das Gebäude des Schulzentrums Mellendorf stehe nach nicht einmal 37 Jahren vor der Aufhebung; nach den Sommerferien werde die Abrissbirne kommen und das Gebäude abgerissen werden. „Das ist unfassbar, aber man kann es sich offensichtlich leisten.“ Fichtner zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass viele mit ihren Erinnerungen an ihre Schulzeit auch das Gebäude in ihren Herzen behalten würden, „denn dort kann keine Abrissbirne etwas ändern.“ In den Klassenräumen hatten sich die Ehemaligen der unterschiedlichen Abijahrgänge zunächst getroffen und Erinnerungen an die gemeinsame Zeit ausgetauscht, bevor es zur großen Feier in die Agora ging. Hier spielte die Schulband mit Karin Bernt und aktive und ehemalige Lehrer sorgten mit einer humorvollen musikalischen Gerichtsverhandlung für gute Unterhaltung. Wie stark dann doch die Bindung der Ehemaligen an „ihre“ Schule ist, zeigte sich an den zahlreichen Gruppen, die bis zum Schluss der Veranstaltung um 23 Uhr abseits der großen Feier in der Agora immer wieder auch die Gelegenheit nutzten, in den Unterrichtsräumen Erinnerungsfotos zu machen, oder einfach gemeinsam in Erinnerungen zu schwelgen.