Wilma Strube feierte 104. Geburtstag

Wilma Strube feierte gestern im Seniorenheim Allerhop ihren 104. Geburtstag. Foto: A. Wiese

Die betagte Seniorin lebt erst seit eineinhalb Jahren im Heim

Mellendorf (awi). Ihren 104. Geburtstag hat Wilma Strube gestern im Seniorenheim Allerhop in Mellendorf gefeiert. Unter den Gratulanten war auch ein Vertreter von Rat und Verwaltung der Gemeinde Wedemark – zum ersten Mal. Denn Wilma Strube hat bis vor eineinhalb Jahren in ihrer eigenen Wohnung in der hannoverschen Südstadt gewohnt. Erst mit 102 Jahren kam sie in das Heim nach Mellendorf, in die Nähe ihrer Tochter Gabriele Kranjc, die in Brelingen wohnt und sich zusammen mit ihrer Tochter Melanie Ahrens aus Hellendorf liebevoll um ihre Mutter kümmert. Zum 103. Geburtstag Wilma Strubes im vergangenen Jahr hatte Gabriele Kranjc den „Rummel" abgelehnt, aber dieses Jahr nahm sie das Angebot der Gemeinde an, einen Vertreter zum gemeinsamen Kaffeetrinken mit der Familie gestern nachmittag zu schicken.
Wilma Strube wurde am 8. Februar 1908 in Hannover in der Knochenhauerstraße ganz in der Nähe der Marktkirche als einziges Kind eines Schuhmachermeisters geboren. Als Kind erlebte Wilma Strube den ersten Weltkrieg, ging zur Schule, machte eine Schneiderlehre und heiratete 1933 ihren drei Jahre älteren Mann Hans, den sie beim Tennisspielen bei Hannover 96 kennengelernt hatte. Beide waren aktive Tennisspieler damals. Beide waren immerhin 46 gemeinsame Ehejahre vergönnt, bis Hans Strube 1979 starb. Gabi Kranjcs ältere Schwester wurde 1934 geboren. „Meine Mutter hat immer betont, dass sie ein Jahr, einen Monat und einen Tag verheiratet war, als meine Schwester zur Welt kam", erzählt die Brelingerin. Die Kriegsjahre verbrachte Wilma Strube mit ihrer kleinen Tochter bei Bekannten in Havelse, die ein Lebensmittelgeschäft hatten. Sie passte auf deren kleinen Sohn mit auf, der so alt war wie ihre Tochter. Ihr Mann war als Soldat im Krieg. Nach seiner Rückkehr nahm Hans Strube seine selbstständige Tätigkeit als Malermeister in Hannover-Vahrenwald wieder auf. 1948 wurde die zweite Tochter Gabi geboren. „Mein Vater hat sich sehr darüber gefreut. Nur sollte ich eigentlich ein Junge werden", erzählt die Betroffene schmunzelnd. 1954 zog die Familie in die Südstadt und führte dort auch den Betrieb weiter. Wilma Strube kümmerte sich um die kaufmännischen Belange, ihr Mann um die handwerklichen. Bis 1965 sei die Mutter berufstätig gewesen, erinnert sich ihre jüngste Tochter. Zeitgleich zum Ruhestand wurde Wilma Strube 1965 zum ersten Mal Oma. 1970 und 1973 kamen dann zwei weitere Enkelkinder von der jüngeren Tochter dazu. Um diese beiden kümmerte sich die Großmutter viel, unterstützte so ihre Tochter und ihren selbstständigen Schwiegersohn. Auch nach dem Tod ihres Mannes blieb Wilma Strube in ihrer Wohnung in der Südstadt – bis vor eineinhalb Jahren. Sie, die immer kerngesund gewesen war und sich bis zu ihrem 100. Geburtstag mit abwechselnder Unterstützung ihrer Töchter selbst versorgte, brach sich im Alter von 100 Jahren das erste Mal den Oberschenkelhals, war zwar nach der Operation schnell wieder auf den Beinen, nahm aber von nun an die Unterstützung eines ambulanten Pflegedienstes in Anspruch. Im Alter von 102 Jahren folgte das zweite Mal ein Oberschenkelhalsbruch und nach einem erneuten Krankenhausaufenthalt der Umzug ins Seniorenheim Allerhop in Mellendorf. Hier fühle sich ihre Mutter gut aufgehoben, ist Gabi Kranjc überzeugt. Mit dem Hören und Sehen klappt es bei Wilma Strube im hohen Alter von nun 104 Jahren nicht mehr so gut. Doch begeistert macht sie noch immer bei der Gymnastik mit und auch Kegeln macht ihr Spaß. Ihre Tochter kommt jeden Nachmittag und geht mit ihr an die frische Luft und trinkt mit ihrer Mutter Kaffee, alle 14 Tage kommt auch ihre ältere Schwester und Enkeltochter Melanie nutzt die kurze Distanz aus Hellendorf ebenfalls, um sich regelmäßig um ihre Großmutter zu kümmern. „Meine Mutter war ihr Leben lang ein eher ängstlicher Typ, immer ausgleichend und auf Harmonie bedacht", charakterisiert Gabi Kranjc die Jubilarin. Früher habe sie viele Freunde gehabt, diese jedoch alle überlebt. Der 104. Geburtstag gestern wurde im engsten Familienkreis im Seniorenheim gefeiert.