Windkraft in der Wedemark ja, aber konzentriert

Mit interesserten Bürgern, Kandidaten und Mandatsträgern, Landwirten und Grundstückseigentümern begab sich die CDU Wedemark am Sonntag auf eine Rundfahrt zu zehn möglichen Windkraftstandorten. Hier besichtigt die Gruppe gerade eine in Frage kommende Fläche an der A 352 hinter Bissendorf. Foto: A. Wiese

CDU bereiste mit interessierten Bürgern potentielle Standorte für Windkraftanlagen in der Wedemark

Wedemark (awi). Die CDU in der Wedemark steht der Windkraft positiv gegenüber, schickte der umweltpolitische Sprecher der CDU, Holger Bleich, gleich voraus. Und deshalb lud die CDU interessierte 42 Bürger, Landwirte, Grundstückseigentümer, Kandidaten und Mandatsträger zu einer Bereisung ein. Von 31 bisher von der Verwaltung als mögliche Windkraftstandorte betitelten fuhr der Bus zehn ausgesuchte an, damit sich die Mitreisenden vor Ort ein Bild machen konnten, welche Auswirkungen Windräder hier auf das Orts- und Landschaftsbild haben könnten. „Wir sprechen hier von Windkraftanlagen von 140 Metern aufwärts“, machte Bleich deutlich und betonte: „Wenn wir uns auch noch in keiner Weise festlegen wollen, ist doch schon sicher, dass wir keine Splitterflächen und eine Verspargelung der Landschaft wollen, sondern wir streben an, Windenergie auf Konzentrationsflächen unterzubringen. Die Zahl der Windkrafträder pro Fläche richte sich nach der Größe der Fläche. „Uns ist schnell aufgefallen, dass es Unterschiede zwischen den potentiellen Standorten gibt“, so Bleich: „Einige Flächen liegen in Randlagen zu anderen Kommunen, andere zwischen Ortschaften, wo man besonders sensibel abwägen muss, weil das Orts- und Landschaftsbild doch sehr verändert werden würde und eine andere Gruppe von Flächen befindet sich direkt um den Brelinger Berg herum. Auch das ist ein sehr sensibles Gebiet mit Schwerpunkt auf Naherholung, wie zum Beispiel dem Erlebnispfad.“ Die 31 Standorte, die die Verwaltung herausgearbeitet hat, erfüllen alle die Bedingungen des Abstandes von fünf Kilometer zu Bestandsanlagen, einem Kilometer zu Ortslagen, 300 Metern zu Splittersiedlungen und 200 Meter zu Wald, außerdem dem vorgeschriebenen Abstand zu FFH-Gebieten. An Besitzverhältnissen hat sich die CDU bei ihrer Bereisung noch gar nicht orientiert, aber Bleich versicherte, dass letztendlich keine Flächen für Windkraft ausgewiesen würden, deren Besitzer daran überhaupt kein Interesse bekundeten. Allerdings haben die Eigentümer dreier Flächen bereits großes Interesse signalisiert. Diese Flächen liegen nördlich von Abbensen, zwischen Negenborn und Resse und an der Autobahn 352 in Bissendorf-Süd. „Die Autobahnstandorte in Bissendorf-Süd und im Autobahndreieck zwischen der A 352 und der A 7 südöstlich des Hessenweges hätten natürlich Symbolkraft für die Wedemark“, so Holger Bleich. Auch Investorenmodelle seien zu diesem frühen Zeitpunkt noch kein Thema gewesen. Er persönlich könne sich aber durchaus vorstellen, die Gemeindewerke als Betreiber mit ins Boot zu nehmen, meinte Bleich. Ob dies auch in Kombination mit einer Bürgerbeteiligung umzusetzen sei, müsse zum gegebenen Zeitpunkt diskutiert werden. Die CDU wolle innerhalb der Beratung über das Regionale Raumordnungsprogramm, das 2015 neu festgesetzt werden soll, die Flächen für Windkraftanlagen festschreiben. „Wir werden aber auf jeden Fall versuchen, die Beratungen zu beschleunigen, der Bedarf und das Interesse sind da und im Laufe des nächsten Jahres sollte die Richtung festgelegt werden“, so Bleich. Aufgrund der Energiewende müssten die Beratungen unbedingt forciert werden, forderte Bleich, damit alle Beteiligten bald wüssten, woran sie wären.