Windpark Elze kann unbegrenzt in die Höhe wachsen

Die Mitglieder des Ortsrates Wedemark II und des Ausschusses für Planen und Bauen am Donnerstagabend bei ihrer gemeinsamen Sitzung im Gasthaus Goltermann. Foto: B. Stache

Mehrheiten im Ortsrat und Ausschuss stimmen für Repowering

Elze (st). Viel Gegenwind spürten die Mitglieder des Ortsrates Wedemark II und des Ausschusses für Planen und Bauen am Donnerstagabend bei ihrer gemeinsamen Sitzung im Gasthaus Goltermann. Beim beherrschenden Thema des Abends, der von Ortsbürgermeister Jürgen Benk und dem Ausschussvorsitzenden Holger Bleich geleitet wurde, brachten zahlreiche Bürgerinnen und Bürger ihre Bedenken gegen ein Repowering (Ersetzen alter Windkraftanlagen durch höhere und leistungsstärkere) des Windparks Elze vor. Zur Abstimmung durch den Ortsrat und Ausschuss stand eine Vorlage zur Teilaufhebung des Bebauungsplanes mit dem Ziel, dort zukünftig auch höhere Windkraftanlagen zuzulassen. Der Verwaltungsausschuss der Gemeinde Wedemark hatte in seiner Sitzung am 17. Dezember 2012 den Beschluss gefasst, „den Bebauungsplan zu ändern beziehungsweise aufzuheben. Das Planungsziel dieses Verfahrens ist die Zulassung von Windkraftanlagen von über 100 m Höhe“. Oliver Schultz vom Team Bauplanung, Bauaufsicht der Gemeinde Wedemark informierte die Ortsrats- und Ausschussmitglieder sowie Bürgerinnen und Bürger über Vorgaben zu Standorten (Konzentrationsgebiete) für Windkraftanlagen im Allgemeinen sowie die derzeit 12 Anlagen im Windpark Elze mit einer Höhe von 100 Metern. Eine dreizehnte Anlage ist im Windpark, bei dem fünf Betreiber involviert sind, geplant. Schultz erklärte, dass ein Repowering der Windkraftanlagen in der Nähe von Elze und Meitze nur nach Absprache zwischen den Betreibern möglich sei. Seitens der CDU-Ortsratsmitglieder wurde der Vorschlag unterbreitet, eine Höhenbegrenzung auf 130 Meter vorzusehen. SPD und Grüne im Ortsrat stimmten mit fünf zu drei Stimmen dagegen. Die ursprüngliche Fassung der Vorlage ohne Höhenbegrenzung wurde schließlich bei gleicher Stimmenabgabe vom Ortsrat beschlossen. Diesem Votum schloss sich auch der Ausschuss für Planen und Bauen mit vier zu drei Stimmen an. Holger Bleich hatte für die CDU zuvor ebenfalls versucht, eine Höhenbegrenzung vorzuschreiben. Er blieb mit seinem Vorschlag - trotz des Hinweises aus den eigenen Reihen auf die überwiegend kritischen Äußerungen der Bürgerinnen und Bürger zum Repowering - erfolglos. Bürgermeister Helge Zychlinski sprach sich für das Repowering aus. Dies sei Teil der Energiewende, die es auch in der Wedemark zu schaffen gelte. Er erinnerte die ehrenamtlich tätigen Ortsrats- und Ausschussmitglieder an ihre Gesamtverantwortung und erklärte: „Es ist nicht immer populär, was wir an Entscheidungen treffen. Insbesondere dann, wenn es vor Ort eine persönliche Betroffenheit gibt.“ Als zweite Abstimmung stand eine Vorlage zur Erweiterung des Abbaugebietes für die Firma „Kies- und Mörtelwerk Egon Müller“ aus Dudenbostel auf dem Programm. Der Beschlussvorschlag wurde von den Ausschussmitgliedern einstimmig angenommen.