Winterjazz-Programm geht wieder los

Freuen sich auf die neue Winterjazz-Saison: Heinrich Platte (links) vom Orgelbauverein sowie Peter Junker (Mitte) und Peter Arasin vom Kulturverein Brelinger Mitte präsentieren das aktuelle Plakat. Foto: A. Wiese

In der Brelinger Mitte und der Brelinger Kirche treten interessante Musiker auf

Brelingen (awi). Licht-Peter und Ton-Peter sind schon ganz heiß auf ihren ersten Einsatz am 24. Januar. Dann startet das Winterjazz-Programm von Orgelbauverein und Kulturverein Brelinger Mitte, und das immerhin schon im neunten Jahr. Licht-Peter und Ton-Peter, das sind Peter Junker und Peter Arasin, sie haben sich im Laufe der Jahre das entsprechend Know-how angeeignet, um das perfekte Ambiente für die Musiker zu schaffen – egal ob in der St.-Martini-Kirche oder in der Brelinger Mitte. Wenn am 24. Januar Johanna Borchert den Winterjazz-Reigen eröffnet, ist das wieder eine ganz besondere Herausforderung, denn hier wird nicht nur Musik im Grenzbereich zwischen Jazz und Pop zu hören sein, dominiert von Johanna Borcherts hymnischem Klavierspiel, ihrem zwischen glasklar und kratzig-verschwommen changierenden Gesang. Ihre Musik wird nämlich begleitend visualisiert durch eine Video-Projektion auf die aufgeklappte Flügeldecke.
Nachwuchsmusiker anheuern
Da heißt es für Licht- und Ton-Peter auch schon mal spicken beim Profi, den Johanna Borchert mit nach Brelingen bringen wird. Doch nicht nur die beiden gehören zu der Stammbesatzung des Winterjazz-Team, sondern ein hochmotivierter Kern von rund zehn Leuten, die ihre unterschiedlichen Fähigkeiten einbringen. So ist auch das Catering für die Künstler ein wichtiger Punkt, und ihre Unterbringung muss organisiert werden. Doch zunächst muss das Programm erst einmal auf die Beine gestellt werden. Damit sind die ehrenamtlichen Organisatoren seit den Sommerferien beschäftigt. Zum Glück kommen die Angebote der Künstler von alleine und man muss im Prinzip nur noch auswählen, denn das Winterjazz-Programm der Brelinger hat weit über die Grenzen der Region hinaus seinen sehr guten Ruf, das ist natürlich dem kompetenten Pub-likum, vor allem aber auch der hervorragenden Organisation und den hochkarätigen Veranstaltungsorten zu verdanken. „Unser Konzept, unbekannte Nachwuchsmusiker mit bekannten Stars zu kombinieren, geht jedes Jahr wieder voll auf“, sagt Bettina Arasin. In diesem Jahr ist Nik Bärtsch mit seiner Ritual
Groove Music am 28. Februar um 20 Uhr in der St.-Martini-Kirche das Highlight im Programm. Nik Bärtsch‘ MOBILE entwickelt seine musikalischen Gesamtkunstwerke als Konzertzeremonien. Ihre rituellen Zusammenhänge werden speziell auf den Konzertraum abgestimmt, so auf den weiten Raum der Brelinger Kirche mit ihrer hervorragenden Akustik. „Ritual Groove Music“ ist der Titel der ersten CD der Band und zugleich Programm des musikalischen Denkens von Nik Bärtsch. Die rein akustische Musik steckt voller überraschender Wendungen und kühner Kombinationen. Das Brelinger Organisation-Team ist ganz froh, dass Nik Bärtsch für diese Performance seinen eigenen Beleuchter mitbringt. Der Vorverkauf für alle fünf Konzerte – zwei in der Kirche, drei in der Brelinger Mitte – hat begonnen. Die Karten sind ab sofort bei den Vorverkaufsstellen von Hirschheydt in Mellendorf, Bücher am Markt in Bissendorf und dem Freitagsbüro der Brelinger Mitte zu bekommen. Wer sich für eine Dauerkarte für alle fünf Konzerte entscheidet, zahlt regulär 58 Euro, ermäßigt 40 Euro. Alle Veranstaltungsorte sind barrierefrei und Behinderte herzlich willkommen, betont das Veranstaltungsteam. Möglich ist Winterjazz in Brelingen auch in diesem Jahr nur durch die großzügige Fehlbedarfsfinanzierung der Stiftung Kulturregion, die das Event seit Jahren zuverlässig unterstützt. Jedes Programm ist auch nach acht Jahren wieder völlig neu. Allerdings kann es passieren, dass Künstler in anderer Besetzung wieder auftreten, denn oft wechselt die Zusammensetzung der Bands und der ein oder andere war schon mal in anderer Besetzung dabei. Zwischen 70 und 150 Besucher haben die Brelinger immer, je nach Veranstaltungsort. In die Kirche mit ihren 400 Plätzen passen natürlich wesentlich mehr Personen als in die Brelinger Mitte. Die Besucher kommen nicht nur aus der Wedemark, sondern mittlerweile aus der gesamten Region Hannover. Die Bands selber bewerben natürlich ihre Auftritte im Internet und bringen auch Fans mit, aber Jazz hat auch sein Stammpublikum, das immer gut informiert ist, was wann wo läuft. Überhaupt Jazz – gibt es dafür eine Definition, was dazu gehört und was nicht? Die Winterjazzmacher schmunzeln: „Auf jeden Fall gehört Improvisation zu Jazz dazu.“ Sie erleben das bei den Konzerten in Vollendung: „Die Künstler agieren nicht immer nur für das Publikum, sie spielen oft für sich. Es ist so spannend zu verfolgen, was passiert“, sagt Heinrich Platte.
Unbegrenzte Möglichkeiten
Die Möglichkeiten scheinen schier unbegrenzt. Da werden Geschichten erzählt, emotional eingefärbt. „Wenn die Kommunikation mit dem Publikum total eingegroovt ist, gibt es echte Höhenflüge“, schwärmt Peter Arasin. Gespannt sein können die Besucher der Konzerte auch auf die Ausstellung mit Bildern von den Veranstaltungen der letzten Jahre, die beim ersten Konzert der Reihe am 24. Januar in der Brelinger Mitte eröffnet wird und bis zum letzten Konzert mit Peter Ehwalds Double Trouble im Flur zu sehen sein werden. Mehr Informationen über die Konzerte gibt es in den Flyern, die in den Vorverkaufsstellen und in der Brelinger Mittel ausliegen, oder auch auf der Homepage www.winterjazz-brelingen.de. Die Esther Kaiser Band kommt am 31. Januar um 20.30 Uhr, Klaus Spencker Elements und Hans-Hermann Briese treten am 14. Februar um 20.30 Uhr auf, Nik Bärtsch am 28. Februar und Peter Ehwald am 7. März.