„Wir sind stolz darauf, diese Anlage jetzt zu haben“

Wedemarks Bürgermeister Helge Zychlinski bedankte sich bei allen, die den Moor-Erlebnispfad ermöglicht haben.
 
Auch Resses Ortsbürgermeister Jochen Pardey ist stolz auf den neuen Pfad.

Zur offiziellen Eröffnung des Moor-Erlebnispfades in Resse kamen zahlreiche Besucher

Resse (lo). Am vergangenen Freitag war es soweit: Nach gut einem Jahr Bauzeit wurde der Moor-Erlebnispfad des Otternhagener Moors feierlich eröffnet. In Anwesenheit von gut 100 Interessierten durchschnitten Irene Dahlmann, Referatsleiterin im Niedersächsischen Umweltministerium, und Regionsrätin Christine Karasch gemeinsam mit Resses Ortsbürgermeister Jochen Pardey und Wedemarks Bürgermeister Helge
Zychlinski das symbolische blaue Band, um den Pfad für die Öffentlichkeit freizugeben. „Der Moor-Erlebnispfad ermöglich sowohl informative und erlebnisreiche Begegnungen mit der Tier- und Pflanzenwelt im Moor. Zudem dient er der Naherholung“, erläutert Karasch die Idee hinter dem Projekt.
Der Moor-Erlebnispfad führt zu insgesamt neun Stationen. Der Startpunkt für den Weg durch das Ottenhagener Moor liegt dabei hinter dem Resser Sportplatz an der Osterbergstraße 38. Von dort aus geht es zunächst über einen kalkfreien Schotterweg zum Holzsteg. Das Besondere dabei: Auch Menschen mit Mobilitätseinschränkungen haben die Möglichkeit, den Pfad zu nutzen. So ist unter anderem der Übergang zwischen Holz- und Schotterweg eben und auch der Moorsteg selbst verläuft ohne Gefälle. Zudem sind am Geländer in Fußhöhe Leisten angebracht, damit sich Menschen mit geringer Sehkraft mittels Taststock besser orientieren können.
Etwas abenteuerlicher wird es hingegen auf den Parallelwegen zum Holzsteg. Gleich zu Beginn besteht die Möglichkeit, einmal selbst durchs Moor zu laufen und zu gucken, wie tief man versinkt. Zum besseren Halt ist ein Geländer angebracht und nach dem Abenteuer im Moor können mit Hilfe einer Wasserpumpe die Füße wieder gesäubert werden. Gleich eine Station weiter gibt es einen weiteren Parallelweg. Diesmal geht es über einen Balancierparcours. Sowohl Jochen Pardey als auch Helge Zychlinski haben es sich nicht nehmen lassen, den Parcours einmal selbst zu testen. Und auch die Hüpfklötze zum Ende des Pfades testete Wedemarks Bürgermeister.
Neben vielen Sachen zum Ausprobieren vermitteln zudem Infotafeln als auch Hörstationen wissenswertes über das Moor. Um sich die Informationen anzuhören, muss mit dem Smartphone der auf den Tafeln angebrachte QR-Code einfach eingescannt werden. Unter anderem gibt es so Informationen über den Torf zu hören. Ebenfalls sind auf dem Geländer kleine Tafeln angebracht, mit den Namen der Pflanzen, die in diesem Bereich des Moores wachsen. „Die Kombination macht es interessant. Hier kann man viel erfahren aber auch die Natur erleben“, betont Zychlinski. Und auch Resses Ortsbürgermeister ist begeistert: „Wir sind stolz darauf, diese Anlage jetzt zu haben. Es ist das zweite Beispiel für ehrenamtliches Engagement nach dem Mooriz.“ Das Moorinformationszentrum ist ebenfalls in Resse etabliert und stellt in seiner Dauerausstellung die Entstehung der Moore und deren Flora und Fauna dar. „Mit dem Mooriz wurde schon etwas Besonderes geschaffen. Der Moor-Erlebnispfad ergänzt jetzt das Informationszentrum und ist somit eine Art Freiluftklassenzimmer, in dem man das Moor selbst erleben kann“, erläutert Dahlmann. Und sie ist sich sicher: „Der Pfad ist abwechslungsreich und mit verschiedenen Elementen gestaltet.“
Das Bauprojekt der Region Hannover wurde durch das Land Niedersachsen und die Bingo-Umweltstiftung gefördert. Durch die Förderrichtlinie „Landschaftswerte“ konnte das Land Niedersachsen gut 325.000 Euro für die Realisierung des Moor-Erlebnispfades zur Verfügung stellen. Weitere 50.000 Euro gab es von der Bingo-Umweltstiftung. Auch die Region Hannover beteiligte sich mit einem Eigenanteil von 125.000 Euro am Projekt. „Ohne Kooperationen und viele Ehrenamtliche wäre das Projekt nicht realisierbar gewesen“, meint die Regionsrätin.
Dabei geht es vor allem um die Beteiligung der Initiative Bürger für Resse. Dies sieht auch Zych-
linski so. „Was sich hier am Moor entwickelt hat, wäre ohne die Ehrenamtlichen nicht möglich gewesen“, so der Bürgermeister der Wedemark. Doch er ist sich auch sicher: „Die Gemeinde Wedemark hätte das Projekt nicht anschieben können. Daher bin ich dankbar, dass dies die Region übernommen hat. Das ist nicht selbstverständlich.“