Wird das Rebhuhnfeld vom „schnellen Netz“ abgehängt?

Streit um Glasfaseranschlüsse zwischen Anwohnern und Investor in Scherenbostel

Scherenbostel (ok/sch). Ärger ums „schnelle Internet“ in Scherenbostel beschäftigt die Anlieger in der Straße Rebhuhnfeld, wo ein Teil der Anwohner in Sachen Glasfaseranschluss leer ausgehen könnte. Das Problem entzündet sich an den Eigentumsverhältnissen der Straße. Diese gehört nach wie vor dem Privatinvestor Erik van der Vorm und ist bisher noch nicht in öffentlichen Besitz übergegangen. Er vermietet auch einige Objekte. Nach Aussage der Betroffenen versucht van der Vorm nun, den Ausbau zu blockieren. „Wegen des Streits mit einigen Anliegern bitte ich um Verständnis dafür, dass ich Ihnen untersagen muss, in diese Straße Leitungen zu verlegen bzw. die Häuser Rebhuhnfeld 7, 9, 11, 13, 15, 17, 19, 21, 23, 25, 27 und 29 über Leitungen, die in die Straße verlegt werden, anzuschließen“, fordert van der Vorm in einem Schreiben an den Netzbetreiber HTP. Allerdings: „Die Häuser mit den Nummern 12, 14, 16 a-c und 18 dürfen angeschlossen werden“, heißt es dort weiter. Anwohner Christian Lipowski wirft Erik van der Vorm vor, dass er die Scherenbosteler vom „schnellen Netz“ abhängen wolle. Ausnahme: seine eigenen Wohneinheiten. Nach seiner Auffassung sei das ein Druckmittel, um die Straße weiter bauen zu können.
Wedemarks Bürgermeister Helge Zychlinski will dazu eine Verfügung aussprechen. Zudem hat er Kontakt mit HTP aufgenommen, weiter an dem Ausbau festzuhalten. Er fordert van der Vorm, unmissverständlich auf, den Ausbau zuzulassen, spricht von einem „rechtswidrigen Verhalten“ und empfiehlt den Betroffenen, sich juristisch zur Wehr zu setzen.
Erik van der Vorm grenzt sich hingegen gegenüber den Vorwürfen aus dem Rathaus und der Nachbarschaft ab: „Die Erschließungsanlage Rebhuhnfeld in Scherenbostel wurde von der ERDO GmbH & Co. KG beziehungsweise mir erstellt. Sie ist seit etwa zwei Jahren fertiggestellt“, erläutert van der Vorm gegenüber dem ECHO. Die Gewährleistungsfrist für eventuell noch auftretende Mängel seitens der ERDO GmbH & Co. KG sei noch nicht abgelaufen. „Wenn nun an der Straße Baumaßnahmen im Zusammenhang mit dem Glasfaserausbau durchgeführt werden, ist der Bauunternehmer aus der Haftung raus. Ich wäre dann in der Haftung“, betont van der Vorm weiter. Er befürchtet aufgrund von zurückliegenden Auseinandersetzungen mit den Anliegern, dass diese dann auf ihn zukommen und verlangen würden, die Straße wieder in Ordnung zu bringen. Dazu sei er jedoch nicht bereit. Wie sich das Problem lösen ließe, ist für van der Vorm hingegen klar: „Wenn alle Anlieger der ERDO GmbH & Co.KG oder mir gegenüber schriftlich bestätigen, dass Sie an die ERDO GmbH & Co. KG beziehungsweise an mich keine Ansprüche stellen, kann der Internetausbau erfolgen.“