Wirtschaftsförderer vermitteln Wissenswertes

Wirtschaftsförderin der Wedemark Antonia Hingler in Zusammenarbeit mit dem Fachbereichsleiter der Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung der Region Hannover Alexander Skubowius. Foto: E. Rodenbostel

Glasfaseranschluss ist Eigentümerangelegenheit, Gewerbeausbau moderat

Mellendorf (er). Eigentlich sind die wirtschaftlichen Kennzahlen eher trocken. Wenn sie jedoch mit Hintergrundwissen gefüllt werden, können sie spannende Einblicke gewähren. Dieses Wissen vermittelte Wirtschaftsförderin Antonia Hingler zusammen mit Alexander Skubowius, Fachbereichsleiter der Wirtschaftsförderung der Region Hannover, die für die Wedemark die Zahlen ermitteln. Die Fragestellungen, die sich durch die ermittelten Zahlen ergeben lassen auf deren Bedeutung schließen und gleichzeitig können die sich bietenden Möglichkeiten besser erkannt werden. Zunächst wurde die Entwicklung der Wedemark in Bezug auf die Steigerung der Bevölkerung um 4,4 % seit 2012 hingewiesen. Die Steigerung der Bevölkerung führt auch zu einem größeren Pool an Erwerbstätigen. Inzwischen wohnen etwa 30000 Menschen in der Wedemark von denen etwa 60 % erwerbstätig sind. Die Menschen über 64 Jahre haben seit acht Jahren einen Anteil von etwa 22 % der Bevölkerung. Der nächste Punkt waren die Beschäftigungszahlen, die einen beispiellosen Aufstieg dokumentieren. Liegen die Region und Deutschland knapp darunter, sind Niedersachsen und die Wedemark Spitzenreiter für die Möglichkeiten eines guten Wirtschaftswachstums an diesem Standort. Auch mit dem Pendlersaldo zeigten sich die Wirtschaftsförderer zufrieden. „Durch den hoch attraktiven Wohnort arbeiten hier weniger Menschen, als hier leben. Dazu kommt aber der gute Wirtschaftsstandort. Beides hat dazu geführt, dass etwa 10 % weniger Auspendler zu verzeichnen sind“, erklärte Antonis Hingler.
Die Kennzahlen für die Kaufkraft zeigen, dass die Wedemark weit über dem Durschnitt der Region liegt. Das Anliegen der Wirtschaftsförderer war hier, Standortnahe Unternehmen und Dienstleistungen zu fördern. Wichtig ist, dass die Bevölkerung die Möglichkeiten der hier angesiedelten Geschäfte wahrnimmt und die Möglichkeiten vor Ort nutzt. Das macht die Region gleichzeitig attraktiv für weitere Zuzüge. Ziel der Wirtschaftsförderer zeigen dass ein Zugewinn an Neubürgern, besonders Familien, die Beschäftigung dauerhaft sichern kann. Damit können Unternehmen die potentiellen Mitarbeiter weiter aus der Wedemark generieren und damit wird das Pendlersaldo weiter sinken.
Die Gemeinde möchte kein ungebremstes Wachstum, was aus verschiedenen gesetzlichen Gegebenheiten auch gar nicht möglich ist, sondern zielgerichtete Möglichkeiten basierend auf den lokalen Strukturen. Dazu gibt es für neue Gewerbeflächen beispielsweise die Idee Dächer und Fassaden zu begrünen und ein harmonisches Ganzes zu gestalten. Die zu vergebenden Gewerbeflächen dienen vor allem Mittelständlern dazu, den wachsenden Ansprüchen durch gesteigerte Mitarbeiterzahl oder erhöhtem Platzbedarf in der Wedemark gerecht zu werden. Bei den einzelnen Wirtschaftsabschnitten haben verarbeitende Gewerbe 37 % mehr Arbeitnehmer in den letzten zehn Jahren. Eine weitere starke Zunahme liegt im Gesundheits- und Sozialwesen, die 50 % an Arbeitnehmern in den letzten zehn Jahren dazu gewinnen konnten. Verkehr und Lagerei nahmen um 30 % zu und der Handel um 23 %.
Alexander Skubowius: „Der Anteil freiberuflich arbeitender Menschen steigt. Immer mehr Menschen arbeiten von zu Hause und für sie ist natürlich der Glasfaserausbau entscheidend.“ Auch für Antonia Hingler stellte dies ein wichtiges Argument dar: „ Die Monopole bei der Versorgung der Bevölkerung sind abgeschafft. Es liegt nicht an der Politik dafür zu sorgen, dass die einzelnen Haushalte mit schnellem Internet versorgt werden können. Ich bitte alle Einwohner an dieser nicht wiederkehrenden Möglichkeit teilzunehmen und sich einen Anschluss zu sichern!“