Woher Wolfram Hänel seine Ideen nimmt

Autor Wolfram Hänel im Gespräch mit den Schülern der Grundschule Bissendorf. Foto: A. Wiese

Bissendorfer Grundschüler diskutierten mit dem Autor

Bissendorf (awi). Schriftsteller Wolfram Hänel ist ein häufiger und gern gesehener Gast an den Schulen der Wedemark. Sein Markenzeichen: Der schon reichlich abgestoßene Koffer, in dem er seine Bücher transportiert. Doch er hat noch ein weiteres Markenzeichen: Kaum jemand gibt den Schülern soviel Gelegenheit Fragen zu stellen und bezieht sie so mit ein, wie Wolfram Hänel. "Woher nehme ich meine Ideen?" wollte er beispielsweise jetzt bei seiner jüngsten Lesung von den Bissendorfer Grundschülern wissen. Schnell war klar: Auf Ideen bringt den Autor, was er gehört, gesehen und geträumt hat, was er sich wünscht, vor allem aber auch, was er woanders gelesen hat. "Mir passiert, dass ich in der Zeitung was lese, was mich interessiert, und mir dann im Kopf die Geschichte weiterdenke", erzählt er. Nicht typisch für einen Schriftsteller sei, dass er nicht nur alleine schreibe, sondern auch viel mit seiner Frau zusammen arbeite. Doch das betreffe mehr die Bücher für Erwachsene, die er meist auch unter einem anderen Pseudonym schreibt. Für die Grundschüler sind die Kinder- und Jugendbücher interessant, zum Beispiel das vom Kinder, das dauernd Kopfstand machte. Wie man auf eine solche Idee für ein Buch kommt? Indem man selbst ein Kind hat, das, wenn man los will und es ruft, ständig antwortet: "Ja, ich komme gleich, ich muss nur noch schnell Kopfstand machen." Natürlich brauche man trotzdem noch viel Phantasie, um ein ganzes Buch aus solch einer Anregung zu machen. Und wer nie etwas erlebt habe, werde auch keine Phantasie entwickeln, ist Hänel überzeugt. Er redet mit den Schüler noch ein wenig über Illustratoren und Verlage und berichtet, dass er sein Buch "Keine Chance für Gangster", eine Entscheidungsgeschichte nur auf Wunsch seines Verlages gescrieben und dazu eigentlich gar keine Lust gehabt habe. Zum Schluss bekamen die Schüler aus diesem Buch dann auch noch eine ausführliche Leseprobe mit auf den Weg. Natürlich nur bis zu dem Punkt, an dem es so richtig spannend wurde, denn es muss ja auch noch einen Grund geben, sich das Buch selbst zu wünschen.