Wohlverdienter Ruhestand für Niehoff

Die Gleichstellungsbeauftragte Regina Niehoff hat in 18 Jahren Spuren in der Wedemark hinterlassen. Foto: A. Wiese

Wedemarks Gleichstellungsbeauftragte gestern nach 18 Jahren intern verabschiedet

Wedemark (awi). Der Hochschulabschluss war Bedingung, als sich Regina Niehoff für den Posten der Frauenbeauftragten in der Wedemark bewarb. Kein Problem für die Gymnasiallehrerin für Deutsche Sprache, Literatur und Kunst, die ihren Job 18 Jahre lang mit Herzblut gemacht hat. Am Dienstag hatte sie ihren letzten Tag und ist am Nachmittag im Kreise von Kollegen und Vertretern des Bündnisses mit 63 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet worden.
„Interessant war, dass die Männer im Rat damals den Frauen die Entscheidung überlassen haben“, erinnert sich Regina Niehoff. Der Rat hat sie eingestellt, unterstellt ist sie jedoch nur dem Bürgermeister, früher dem Gemeindedirektor. Seit 2005 ist sie nicht mehr Frauen-, sondern Gleichstellungsbeauftragte. Ihre Motivation für ihre Bewerbung beschreibt sie so: „Ich war eine Frau wie viele andere auch, die studiert und dann Kinder bekommen hatte. Die Probleme, die viele Frauen mit dem Wiedereinstieg in den Beruf hatten, konnte ich sehr gut nachvollziehen.“ Vor ihrer Einstellung als Frauenbeauftragte hatte Regina Niehoff eineinhalb Jahre lang als Freie Mitarbeiterin für den damaligen Wedemark Spiegel geschrieben. Für Rat und Verwaltung war sie daher bei ihrer Bewerbung als erste hauptamtliche Frauenbeauftragte 1995 keine Unbekannte mehr. Sie löste am 1. März 1995 die Honorarkraft Bettina Reimann ab. Regina Niehoff war Ansprechpartnerin vor Ort mit Beratung und Hilfe zur Selbsthilfe. Sie unterstützte zahlreiche Gruppen, Initiativen und Vereine. So wurden aus ersten Ideen feste Institutionen wie das Mütterzentrum „Minerva“, der Kinderschutzbund, das Netzwerk gegen Sucht und Abhängigkeit, ein Frauengesprächskreis, der Verein „India Child“, eine Arbeitsgruppe gegen sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen, der heutige Verein Gegenwind, Frauenselbsthilfegruppe, das Gesundheitsforum, das Unternehmerinnennetzwerk, Computerkurse für Frauen und sie gründete mit einigen mutigen Frauen das Soziale Kaufhaus Wedemark, das seit mehr als drei Jahren mit großem Erfolg auf ehrenamtlicher Basis arbeitet. Und weil dieses Soziale Kaufhaus „ihr Kind“ ist, möchte Regina Niehoff die Leitung auf ehrenamtlicher Basis auch im Ruhestand weiter übernehmen. Sie koordinierte das Bündnis für Familie und arbeitete aktiv mit den Senioren Engeln Wedemark zusammen. Seit November 2012 unterstützt sie die Gruppe Integration von Menschen mit Behinderung. Es gab zahlreiche Veranstaltungen, Seminare und Vorträge. Ein besonderer Höhepunkt war die alljährliche Kabarettveranstaltung zum Internationalen Frauentag. Regina Niehoff hat ein Netzwerk in der Wedemark geknüpft, das für alle Beteiligten hilfreich war – ob Frauen in der Politik, Landfrauen, Tagesmütter, Kinderschutzbund, Gästeführerinnnen, EMMA-Club, Tafel, Tauschring, Seniorenbeirat, Kunstverein, Sozialverband, Inner Wheel, Hobbykreis, Lebensberatungsstelle oder die Aktiven im Bündnis für Familie.„Am schönsten war die Abwechslung, der Kontakt mit den Menschen und wenn es mir gelungen ist, mit Diplomatie die starren Verwaltungsregeln zu umschiffen“, schmunzelt sie. In der Ratssitzung am Montag, 6. Mai, wird Niehoff noch einmal offiziell verabschiedet und ihre Nachfolgerin vom Rat berufen.