Zehn Jahre IGS

Jonas Thom machte im ersten Abiturjahrgang 2018 seinen Abschluss und überbrachte Grüße der Schülerschaft wobei er die gute Vorbereitung der Lehrer der IGS auf das Leben lobte Foto: E. Rodenbostel
 
Beim obligatrorischen Abschlusslied mussten alle Anwesenden mitsingen, was zu einem guten Gemeinschaftsgefühl beiträgt. Ganz rechts im Bild Schulleiterin Heike Schlimme-Graab. Foto: E. Rodenbostel

Gemeinsames Lernen mit hohem Anspruch

Mellendorf (er). Ein zehnjähriger Geburtstag ist normalerweise kein großer Anlass. Nun wurde er aber dazu genommen die Geschichte, und man kann sagen die Erfolgsgeschichte, der IGS Wedemark noch einmal Revue passieren zu lassen. Angefangen von der Elterninitiative, die von drei Eltern schon einige Tage nach der Aufhebung des Neugründungsverbots für Schulen beim Bürgermeister vorsprachen, bis hin zu den heutigen Danksagungen und Wünschen der Schulleiterin Heike Schlimme-Graab zum Geburtstag. Sie wünschte sich die neue Lüftungsanlage möglichst schnell eingebaut, einen Ganztagsbereich für die bereits existierende Ganztagesschule, eine funktionierende Mensa und multiprofessionelle Teams mit einer Stelle für den Fachbereich Inklusion.
Im Gründungsjahr mit zehn Lehrern und 150 Schülern begonnen, kann die inzwischen größte Schulform in der Wedemark ist auf 100 Lehrer und 1100 Schüler blicken. Ein weiterer Anbau ist nötig, da die zehnten Klassen bereits wieder in mobilen Klassenzimmern unterrichtet werden müssen. Grußworte kamen vom Kultusminister Grant Hendrik Tonne. Er lobte die Schwerpunktklassen und das „who ist who“ an Wettbewerben, an denen die Schüler teilnehmen können und betonte: „Hier ist man in guten Händen!“ Die stellvertretende Regionspräsidentin Petra Rudsuck spannte einen weiten Bogen von den ersten Ideen der Unterrichtung 4000 vor Christus bis zu den jährlich 40 000 Schülern der weiterführenden Schulen der Region Hannover, die die Schüler zur Berufsbildung vorbeireiten. Bürgermeister Helge Zychlinski konnte das Wort „supercalifragilistiexplialigetisch“ ganz hervorragend aussprechen und nutze es zur Beschreibung des unbeschreiblichen: der Leistung der IGS. Er versicherte: „Die Gemeinde unterstützt die Schule weiterhin. Zunächst mit 1,4 Millionen Euro für die neue Lüftungsanlage.“
Der Vorsitzende des Fördervereins Dirk Baerbock dankte seinen von erstmals acht auf jetzt über 700 Mitgliedern, die es mit jährlich etwa 13000 Euro möglich machen, in die Schule zu investieren. So konnten über die Jahre beispielsweise diverse Holzbearbeitungsmaschinen oder Trikots angeschafft werden. Auch die Positionierung gegen Rechtsextremismus sei wichtig. Weitere Themen wie Lehrerausfall und die konsequent durchgesetzte Inklusion fordern Mitarbeit. „Wir sehen die Investition in unsere Kinder als eine Investition in unsere Zukunft.“ Schulelternratsvorsitzender Harald Dettmers überbrachte seine Grußworte und Jonas Thom, Abiturient aus dem Jahr 2018 schloss mit einer Rede, die die Lehrer und ihren Unterricht mit der Vorbereitung auf das Leben lobte und mit wirklicher Hoffnung auf die Jugend blicken ließ. Musikalische Darbietungen spielen in der IGS immer eine große Rolle, sie fanden zwischen den Grußworten Platz und natürlich mussten zum Abschluss wieder alle Anwesenden bei einem sehr engagierten Musikstück mitmachen, bevor es zu den Erfrischungen und Snacks ging.
In den Projekten des nachfolgenden Tages fanden sich Schüler quer durch alle Jahrgangsstufen aus den einzelnen Ortsteilen zusammen um diesen etwas „zurück zu geben“. Hatte sich die Gemeinde sehr für die Entstehung der IGS vor zehn Jahren eingesetzt, sollten nun alle Bürger etwas von den Schülern zurück erhalten. Es wurden Bäume gepflanzt, Müll gesammelt, Bushäuschen verschönert, Sponsorenläufe abgehalten, Apfelkuchen und Samentüten verteilt. Alles war schon vor und nach den Sommerferien vorbereitet worden. Plakate wurden gemalt, Tische organisiert, Abläufe besprochen, um am ersten Oktober bereit zu sein, die Gemeindemitglieder zu beschenken oder aufmerksam zu machen, auf zu viel und zu schnellen Verkehr. Unterstützt natürlich wieder von Sponsoren der Ortsteile, um die sich die Jugendlichen im Vorfeld bemüht hatten. Eine schöne Aktion, die das Gemeinschaftsgefühl und Miteinander bestimmt mehr fördert als mancher normale Schultag.