Zirkus Chiccolino verabschiedet sich

Die jungen Artisten des Kinderzirkus Chiccolino hatten sichtlich Spaß bei ihrer letzten Vorstellung. Foto: T. Holland

Kinderzirkus gibt nach 18 Jahren letzte Vorstellung

Negenborn (th). Zum letzten Mal hieß es am vergangenen Freitag „Manege frei!“ im Kinderzirkus Chiccolino. Denn nach beeindruckenden 18 Jahren erfolgreicher Arbeit verabschiedete sich dieser nun mit einer letzten Vorstellung am Ortsrand von Negenborn von den zahlreich erschienen Zuschauern. 26 Kinder im Alter von vier bis elf Jahren hatten zuvor in den fünf Tagen von Montag bis Freitag fleißig Nummern erarbeitet und geprobt und diese schließlich am Samstagnachmittag aufgeführt. Ob es sich dabei nun um artistische Kunststücke, Tierdressur oder um Sketche handelte, die rund 100 gekommenen Zuschauer belohnten alle kleinen Artisten zurecht mit jeder Menge Applaus. „Chiccolino war seit jeher unser Charming-Projekt,“ schwärmt Ingrid Stephan, die den Kinderzirkus ehrenamtlich geleitet hat. Dementsprechend groß ist die Enttäuschung, dass sich Chiccolino nun verabschieden muss, die Kosten für den Unterhalt des Equipments, der Tiere und auch die anfallenden Kosten für die Aufführungen an sich sind schlicht zu hoch. Denn trotz der äußerst positiven Resonanz des Angebots ließ sich kein Sponsor finden. „Zirkus Giovanni, auch ein Kinderzirkus, hat da natürlich Glück, dass sie den bekannten Zirkus Roncalli als Partner haben. Davon können wir nur träumen, von solch potenten Partnern,“ erklärt Stephan. Die Gruppe dieses Jahr sei relativ jung gewesen, im Vergleich zu früheren. Anfangs hätten sie auch nicht nur eine Woche geprobt, sondern ein halbes Jahr, ergänzt Stephan. Doch was sie und ihr Team in den fünf Tagen mit den Kindern auf die Beine gestellt haben, ließ sich durchaus sehen. Besonders die akrobatischen und artistischen Darbietungen, wie etwa das Balancieren auf dem Hochseil sorgten für Begeisterung in den Reihen des Publikums und brachte den jungen Nachwuchsturnern jede Menge Applaus ein. Das Herzstück des Programms bildete jedoch dem Kerngedanken des Instituts für soziales Lernen entsprechend die Tierdressur mit Eseln, Pferden, Schafen, Hunden, aber auch mit Hühnern und Gänsen, die mal auf Podeste kletterten und mal über Hindernisse sprangen. Und auch wenn das eine oder andere Tier manchmal nicht so wollte wie die Dompteure und die Zuschauer in der ersten Reihe verlockender erschienen als das Podest, so machte das die Vorstellung nur umso unterhaltsamer und sympathischer. Als sich die Vorstellung schließlich dem Ende neigte und zum Abschied noch ein selbst verfasstes Lied gemeinsam mit dem Publikum gesungen wurde, war die Enttäuschung deutlich spürbar, dass der in dieser Form einzigartige Kinderzirkus Chiccolino nun „Lebewohl“ sagen musste.