Zwei Mal machen die Mädchen das Rennen

Die kleinen Piloten duckten sich möglichst tief ab, um ihre Seifenkisten so windschnittig wie möglich zu machen.
 
Nach den einzelnen Läufen zogen die Väter die Seifenkisten samt ihren kleinen Fahrern den Fuhrenkamp wieder hinauf. Fotos: A. Wiese

28 Teilnehmer beim Seifenkistenrennen in Scherenbostel

Scherenbostel (awi). Wer als Zuschauer aus Distanz das Seifenkistenrennen in Scherenbostel beobachtet, fragt sich jedes Jahr, für wen das Event eigentlich aufregender ist: für die jungen Starter oder für die Konstrukteure ihrer Rennwagen, in der Regel sind das die Väter. Jemand erwähnte am letzten Sonntag flapsig, nächstes Jahr sollte es mal eine Wertung dafür geben, welcher Vater die Seifenkiste mit seinem Sprössling am schnellsten den Fuhrenkamp wieder hochzieht. Das ist eigentlich eine gute Idee, denn tatsächlich sind die Väter die eigentlichen Helden dieses kräftezehrenden Tages. Doch natürlich zählten wie jedes Jahr die Zeiten der Kinder in den drei Wertungsläufen, nachdem sie ihre Kisten vormittags erst einmal testen durften. Und das ist auch notwendig. Zum einen gab es während der Vorläufe drei technische Pannen. Bei einer Kiste gab es einen Achsbruch, bei einer anderen einen Schaden an der Lenkung und bei einer dritten ist ein Reifen geplatzt. Alle drei Piloten endeten in der Begrenzung, blieben aber jeweils unverletzt und konnten das Rennen fortsetzen, zum Teil allerdings in Ersatzfahrzeugen. Gewertet wurde in drei Altersgruppen. Am Ende setzten sich bei den beiden jüngeren Gruppen die Mädchen durch, was belegt, dass der Seifenkistenrennsport keineswegs eine Männerdomäne ist. In beiden Fällen setzten sich die Siegerinnen sogar deutlich an die Spitze, die Namensgleichheit legt nahe, dass sie Geschwister sind und ihre Seifenkisten den gleichen Konstrukteur haben. Bei den Fünf- bis Achtjährigen gewann Isabella Prüß mit einer Gesamtzeit von 1:38,262 vor Marlon Lübke (1:43,106) und Ole Berthold (!.46,139. Dahinter platzierten sich Ben Lennox Weiss, Valentin Müller, Samira Gencceylan, Thore Peper, Sinan Gencceylan, Fynn Biester, Jonas Hilmer, Sislas Möck, Elisabeth Michalik, Luca Kalkühler und Laurenz Waschkau. Bei den Neun- bis Elfjährigen setzte sich Laura Prüß mit 1:34,408 vor Thorge Erik Beimes (1:53,396) und Elias Sakka (1:55,682 durch. Dahinter rangieren Fin Domagala, Daniel Suistal, Lea Biester, Bo Wegener und Ben Rebelowski. Bei den Zwölf- bis 16-Jährigen kam dann das männliche Geschlecht zum Zug: Fabian Höhne gewann mit einer Gesamtzeit nach drei Läufen von 1:38,632 vor Tjorben Finn Beimes (1:42,013) und Joy Biester (1: 51,075). Die Plätze vier, fünf und sechs gingen an Lars Förster, Jan Anton Domagala und Vanessa Muthig.
Ein besonderer Dank des Vorstands des Seifenkistenrennvereins gilt zum einen der Firma Müller & Partner, die dem Verein in Sachen Versicherung wie immer zur Seite stand, zum anderen dem Edeka-Markt Lüders, der mit seiner Getränkespende für das Gelingen des Cocktailstandes sorgte, sowie dem THW. Letztere waren dieses Jahr erstmals dabei und haben neben tatkräftiger Unterstützung beim Auf- und Abbau, mit der Teilnahme am Rennen mit der wohl skurrilsten „Seifenkiste“ in Form eines Floßes und auch mit der Ausstellung ihrer beeindruckenden Technik für ein großartiges Highlight gesorgt. Natürlich möchte sich der Vorstand des SRS auch bei allen anderen Helfern und Spendern bedanken, ohne die dieses Event nicht stattfinden könnte.