Ganzheitliche Sicht auf den Körper

Mit der Einnahme von Globuli wird in der klassischen Homöopathie ein Reiz gesetzt und der Körper soll darauf reagieren. Foto: E. Rodenbostel

Homöopathie zur Unterstützung der Lebenskraft

Die kleinen Globuli werden gern genommen. Wichtig ist, die richtige Potenz und die richtige Dosierung zu kennen. Dies kann man selbst lernen, sich anlesen oder sich durch erfahrene Homöopathen beraten lassen. Einfach nur das Mittel nehmen, was meinem Nachbarn geholfen hat, geht in diesem Fall meistens nicht.
Bei den Dosierungen kommt es auf die aktuelle persönliche Krankengeschichte an. Ist der Fall akut oder chronisch, wie fühle ich mich von der Erkrankung beeinträchtigt. Vom gleichen Mittel können verschieden hohe Potenzen ausgewählt werden oder die Häufigkeit der Einnahme variiert stark.
In jedem Fall geht es darum, die Lebenskraft zu stärken. Einem gestärkten Körper können Krankheitskeime weniger ausmachen. Die Globuli werden als Einzelmittel gegeben und sollen möglichst das gesamte Krankheitsbild umfassen. Dazu ist eine genaue Mittelkenntnis wichtig. Außerdem ist es möglich, dass die verschiedenen Mittel untereinander die Wirkung ergänzen, verstärken oder aufheben. Bei einer selbstständigen Einnahme, sollte das auf jeden Fall berücksichtigt werden.
Auch die Idee „Viel hilft viel“ gilt bei den Globuli nicht. Es wird mit der Mitteleinnahme ein Reiz gesetzt und der Körper soll Zeit bekommen zu reagieren. Mit erneuter Einnahme wird ein erneuter Reiz gesetzt – und abermals soll abgewartet werden. Ein bisschen Restheilung schafft der Körper allein.
Ein Heilungsprozess wird die Symptome nicht automatisch komplett in der Gesamtheit verschwinden lassen. Die Schwere der Erkrankung sollte jedoch spürbar besser werden, der Mensch soll sich deutlich besser fühlen. Dabei werden alle später eventuell auftretenden Symptome mit dem Krankheitsbild abgeglichen. Gut ist es, bei dem einen Mittel zu bleiben, dabei die Abstände der Einnahme fortwährend zu verlängern und damit den Gesundungsprozess weiter voran zu bringen.
Erhält ein gesunder Körper ständig Reize, können die Symptome die das Mittel heilen kann wieder hervorgerufen werden. Der Körper kommt aus der Krankheit in den Bereich der Gesundheit und durch die erneuten Reize werden die Symptome produziert, die eigentlich beseitigt werden sollten. Deshalb ist eine eigenständige Einnahme homöopathischer Mittel über eine längere Zeit ohne fachkundige Begleitung nicht sinnvoll.
Wichtig ist die Eigen-Beobachtung. Es ist Zeit wieder auf den eigenen Körper zu hören, die eigenen Symptome zu beachten und den Körper als Einheit von Körper-Geist und Seele zu verstehen. „Von nix kommt nix“: nicht alles bedarf einer Behandlung, manches heilt durch Diät und Ruhe und für manches ist der Arzt unerlässlich. Die Homöopathie bietet jedoch für viele Erkrankungen und Heilungsverläufe eine Möglichkeit der sanften Unterstützung.
Elisabeth Rodenbostel