Der MTV macht das Dutzend voll

Einen Schritt zu spät: Mellendorfs Lukas Lüder gewinnt einen Zweikampf gegen den Bissendorfer Mario Kummer. Fritzi von Samson (hinten rechts) und Jasper von Hörsten sehen zu. Foto: S. Birkner

Gaglin-Elf ist nach Derbysieg Herbstmeister, SCW in größter Not

(sb). Wenig überraschend hat der Mellendorfer TV am vergangenen Sonntag das letzte gemeindeinterne Derby des Jahres gegen den SC Wedemark mit 3:0 (1:0) für sich entschieden und damit die Herbstmeisterschaft eingefahren. Die Bissendorfer rutschten durch die fünfte Niederlage in Serie hingegen auf den viertletzten Tabellenplatz ab. Bei phasenweise dichtem Nebel und Temperaturen um den Gefrierpunkt entwickelte sich vor über 200 Zuschauern eine zähe Begegnung, die erst nach dem zweiten Mellendorfer Treffer an Unterhaltungswert gewann.
Weil sich der SCW in der Abwehr zunächst gut präsentierte und die Offensive der Gastgeber reihenweise in die Abseitsfalle tappen ließ, bedurfte es einer Standardsituation für die MTV-Führung. So war es dem kopfballstarken Thorben Puls vorbehalten, den Weg zum 12. Mellendorfer Sieg in Serie zu ebnen: Er setzte sich im Duell mit Alexander Krampe durch und nickte aus kurzer Distanz zum ersten Treffer des Tages ein (10. Minute). In der Folgezeit entwickelte sich eine höhepunktarme erste Halbzeit, deren einzige echte Tormöglichkeit die Bissendorfer allerdings beinahe zum Ausgleich genutzt hätten. Krampe scheiterte mit seinem Schuss aus kurzer Distanz jedoch am stark reagierenden MTV-Schlussmann Rouven Kreuschner (37.). Nach dem Seitenwechsel sorgte MTV-Torjäger Björn Tiedtke mit seinem 24. Saisontreffer schnell für ein offeneres Spiel, weil sich die Bissendorfer in der Konsequenz offensiver ausrichteten und so für mehr Räume auf beiden Seiten sorgten. Der Goalgetter sorgte für das schönste Tor des Tages, indem er eine mustergültige Vorarbeit Lukas Lüders in Gerd-Müller-Manier verwertete und seiner Drehung um die eigene Achse sechs Minuten nach Wiederanpfiff einen wuchtigen Abschluss ins kurze Eck folgen ließ.
Obwohl die Partie mit diesem Treffer praktisch entschieden war, intensivierte der SCW seine Angriffsbemühungen, ohne allerdings zu zwingenden Möglichkeiten zu kommen. Auf Mellendorfer Seite machte insbesondere der nach einer Stunde eingewechselte Nils Gottschalk auf sich aufmerksam, scheiterte aber gleich in zwei Situationen aus aussichtsreicher Position am gut aufgelegten Alexander Schewe im Bissendorfer Gehäuse. Nach einem sehenswerten Sprint wurde er fünf Minuten vor Spielende von Mario Kummer im SCW-Strafraum zu Fall gebracht und kam auf diese Weise doch noch zu einem Scorerpunkt: Tiedtke ließ sich die Chance nicht entgehen und verwandelte den fälligen Elfmeter humorlos.
MTV-Coach Oliver Gaglin gab nach der Partie zu, „kein schönes Spiel“ gesehen zu haben. „Alles in allem haben wir dennoch deutlich dominiert und verdient gewonnen. Im Moment ist für uns alles rosarot“, freute er sich. Sein Gegenüber Michael Gaus bewertete die Niederlage als verkraftbar. „Unsere Punkte müssen wir nicht in Mellendorf einfahren“, sagte er, gab aber zu, dass sein Team inzwischen unter gehörigem Zugzwang steht. „Wir waren bislang mit allen Mannschaften phasenweise auf Augenhöhe. Wenn wir erst einmal wieder Punkte holen, können wir schnell eine kleine Serie starten“, prophezeite er. Mit dem Sieg hat der 37 Punkte zählende MTV die Tabellenführung erstmals ausgebaut, weil der TSV Horst (jetzt 34) das Verfolgerduell gegen den TSV Berenbostel (33) für sich entschied. Die Bissendorfer haben mit weiterhin 12 Zählern nur noch Punkte Vorsprung vor einem Abstiegsplatz.Am kommenden Sonntag empfängt der MTV zum Beginn der Rückrunde um 14 Uhr den SV Osterwald, mit dem Gaglin nach der spektakulären 4:5-Hinspielniederlage „noch eine Rechnung offen“ hat. Zeitgleich haben die Bissendorfer den TSV Poggenhagen (Hinspielergebnis 0:2) zu Gast.
Im Wedemark-Derby spielten die Teams in folgender Aufstellung: MTV: Kreuschner – Kalac, von Samson, Burblies – Struckmeier, Puls, Lüder, Formella, Duyar (70. Wielsch) – Kästner (59. Gottschalk), Tiedtke.
SCW: Schewe – Zimmermann, Wilkes, Kunte – Doerr (83. Krause), Bösche (60. Kirchner), Kummer, Ring, Krampe – Kaiser (72. von Hörsten), Dikutz.