Ein Blick in die eiszeitlichen Tiefen des Brelinger Berges

Auf der von Walter Dippel organisierten Wanderung sorgte der Vorsitzende des Männergesangvereins, Karl-Heinz Friebe, mit seinem historischen Hanomag-Trecker für die Verpflegung der Wanderer mit heißer Brühe sowie anderen wärmenden sowie auch kalten Getränken. Foto: F. Bernstorf

Winterwanderung des Männergesangvereins führt über geologischen Pfad

Brelingen. Tief in die Erdgeschichte des Brelinger Berges sind die 30 Teilnehmer der Winterwanderung des Männergesangvereins eingetaucht. Gemeinsam mit der Paläontologin Kerstin Athen erwanderten die Brelinger den eiszeitlichen Erlebnispfad, der auf etwa fünf Kilometern Streckenlänge über ihren Hausberg führt. Was Kerstin Athen an den zehn Stationen des Erlebnispfades über den Brelinger Berg und seine Entstehungsgeschichte erzählen konnte, erstaunte die meisten Teilnehmer. Aufgeschoben und geformt von mehreren Eiszeiten und den dazwischen liegenden Warmphasen ist die heutige Landschaft entstanden. Zweimal haben aus Skandinavien kommende Gletscher einen bis zu 500 Meter hohen Eispanzer über das Land gelegt. Zunächst während der so genannten Elster-Vereisung, die vor 380 000 Jahren begann, und später während der Saale-Eiszeit, die vor 300 000 bis 128 000 Jahren ihre Gletscher bis in das Harzvorland schob.
Diese Gletscher, so erzählte Kerstin Athen den Wanderern, kamen pro Jahr etwa 100 Meter voran. Damit dauerte es mehr als 10 000 Jahre, bis die in Skandinavien gebildeten Eismassen im hiesigen Gebiet ankamen. Sie brachten enorme Sand- und Gesteinsmengen mit, aus denen auch die Brelinger Berge gebildet wurden, als das Eis allmählich abschmolz. Zurück blieben wertvoller Sand und Kies, der als wichtiges Baumaterial in mehreren Gruben am Brelinger Berg abgebaut wird.
Die Brelinger Sänger und ihre Gäste erfuhren außerdem, dass nach der Saale-Eiszeit die Weser am Rande der Brelinger Berge entlang floss, was durch Ablagerungen von rotem Wesersandstein zwischen Brelingen und Bennemühlen belegt ist. Für die aktiven Sänger war diese Information Anlass genug, am Rande von Oegenbostel ihr Lied „Wo die Weser rauscht“ anzustimmen.
Auf der von Walter Dippel organisierten Wanderung sorgte der Vorsitzende des Männergesangvereins, Karl-Heinz Friebe, mit seinem historischen Hanomag-Trecker für die Verpflegung der Wanderer mit heißer Brühe sowie anderen wärmenden sowie auch kalten Getränken. Zum Abschluss trafen sich die Eiszeitwanderer und fast 20 weitere Gäste zum zünftigen Grünkohlessen im Brelinger Schützenhaus.