Leon ist Schachbezirksmeister

Leon Niemann (links) mit seinem Vereinsfreund und U-16-Sieger Lukas Schulze.
 
NSV-Präsident Michael Langer (rechts) gratuliert den Erst platzierten der U 18.

Nach vier Tagen und sieben Runden war der Titel sicher

Wennebostel. Während viele Schüler es in den Herbstferien gern etwas ruhiger angehen lassen, hatte Leon Niemann sich ein großes Ziel gesetzt: den Gewinn eines Bezirksmeistertitels in Lehrte. Über vier Tage und mindestens sieben Runden kämpften im Kurt-Hirschfeld-Forum in Lehrte insgesamt gut 150 Teilnehmer in verschiedenen Altersklassen und Turnieren um die Vorherrschaft auf dem Schachbrett. Nach dem überraschenden Gewinn des B-Turniers beim Internationalen Langenhagener Open im Sommer 2019 war klar: das könnte ein besonderes Schachjahr für den Schüler aus Wennebostel werden. Niemann, der für die Landesjugendeinzelmeisterschaft 2020 in Rotenburg aufgrund seiner Spielstärke bereits einen Vorab-Ticket für die U14 in der Tasche hat, wollte es sich dann schachlich auch nicht zu einfach machen und startete zwei Altersklassen höher, also in der U18. Und so ging er an Platz 2 gesetzt und voll motiviert in das Turnier. „Ich hatte mich mit meiner Trainerin Marine Zschischang (SK Lehrte) gut vorbereitet und wollte das Turnier als mit Abstand jüngster Spieler in der U18 unbedingt gewinnen.“ Für den 13-jährigen Spieler vom Gymnasium Mellendorf war es auch aus anderen Gründen ein besonderes Turnier. Denn er trat erstmals bei einer Bezirksmeisterschaft für den SK Lehrte an, der in diesem Jahr zudem auch sein 100. Jubiläum feiert.
Nachdem er in der ersten Runde seiner Favoritenrolle gerecht wurde, kam es dann bereits in Runde zwei zum Duell der Favoriten. Doch auch gegen den älteren Favoriten Anton Weigand vom Schachzentrum Bemerode gelang ihm mit den weißen Steinen ein deutlicher Sieg nach bereits 33 Zügen. Auch in den weiteren, teilweise mehrstündigen Partien ließ der Wennebosteler nichts anbrennen. Zudem durfte er seine Partien an einem Live-Brett auf der höher gelegenen Bühne spielen, ein Privileg für die jeweils Führenden jedes Turniers. „Man spielt da automatisch noch konzentrierter, denn jeder Zug wird live ins Internet übertragen. Da will man sich nicht mit einem schlechten Zug blamieren.“, so Niemann.
Nach der sechsten Runde und noch immer ungeschlagen war dann klar: am letzten Turniertag reicht ein Unentschieden gegen seinen Gegner. Doch damit gab sich Niemann nicht zufrieden. Der volle Punkt musste her. Mit einem letzten Sieg in einer schönen Angriffspartie sicherte er sich die volle Punktausbeute – und somit den Bezirksmeistertitel und einen satten Zuwachs bei der für Schachspieler nicht unwichtigen Wertungszahl. Dass er jetzt bei der Landeseinzelmeisterschaft auch in der U18 starten könnte, interessiert den 13-jährigen nicht. „Ich möchte in meiner Altersklasse an den Start gehen und mich möglichst für die Deutsche Meisterschaft U14 qualifizieren“. Erfreulich war für den frischgebackenen Bezirksmeister auch das Abschneiden weiterer Spieler aus seinem Verein. So setzten sich in der U10 Quentin Ahlers, in der U12 Jannik Kieselbach und in der U16 Lukas Schulze durch und belegten damit eindrucksvoll die gute Nachwuchsarbeit des Vereins.
Und auch das Gymnasium Mellendorf hat allen Grund, sich über das Abschneiden seiner Schüler zu freuen. Neben Leon Niemann in der U18 konnte in der U14 mit Leon Zweigait ein weiterer Schüler den Bezirksmeistertitel gewinnen. Niemann hat daher einen Wunsch: „Wenn die Schule jetzt zwei Bezirksmeister hat, wäre es doch schön, wenn wir wieder eine Schach-AG bekämen und vielleicht sogar eine Schulschachmannschaft stellen können.“ Vielleicht wird sein Wunsch ja erhört.