Nachwuchs an den Leistungssport heranführen

Kostenloser Eintritt für das erste Saisonheimspiel der ESC Wedemark Scorpions

Mellendorf (sch). Eishockey hat eine besondere Tradition in der Wedemark. Im Mellendorfer Ice House liegt die Keimzelle einer außergewöhnlichen Erfolgsgeschichte, die vor 35 Jahren unter dem damaligen ESC Wedemark begann und sich unter der Regie von Jochen Haselbacher bis zum Aufstieg in die Deutsche Eishockey Liga 1996 fortsetzte. Seit dem hat sich viel verändert in der Eissportlandschaft unserer Region. Der Profi-Verein und spätere Deutsche Meister von 2010 zog nach Hannover um und wurde verkauft. Die hannoverschen Profiklubs Scorpions und Indians ringen seitdem um die Vorherrschaft in der Publikumsgunst und in Langenhagen kämpft eine neue Eishalle um den wirtschaftlichen Fortbestand. Derweil verblasste das gesellschaftliche Ereignis Eishockey in Mellendorf zu einer schönen Erinnerung an heiße Spiele im kalten Ice House. Seit dem Neustart seiner Eishockey-Aktivitäten im Jahr 2008 versucht Jochen Haselbacher, diese Tradition wiederzubeleben. Nun scheint er mit der Formierung eines neuen Teams und der Konzentration auf die professionelle Nachwuchsarbeit ein vielversprechendes Konzept gefunden zu haben, das mittlerweile erste Früchte trägt. Der junge Verein ESC Wedemark Scorpions hat sich viel vorgenommen. Rund 100 Kinder und Jugendliche trainieren heute unter der sportlichen Leitung des ehemaligen Auswahlspielers Friedhelm Bögelsack in Mellendorf auf professionellem Niveau. Bögelsack, der 188 Spiele für die Nationalmannschaft der DDR absolvierte und in die deutsche „Eishockey Hall of Fame“ aufgenommen wurde, ist in der Region kein Unbekannter. Er lief eine Saison lang für den damaligen EC Hannover auf und war zuletzt für die Hannover Scorpions tätig. Heute lebt er in der Wedemark und hat sich ganz der Nachwuchsarbeit vor Ort verschrieben. Unterstützt wird er dabei unter anderem auch von seiner Frau Katja, die als ehemalige Spitzensportlerin im Eiskunstlauf die jungen Eishockeyspieler mit der richtigen Lauftechnik vertraut macht. „Die Kinder können alle noch nicht richtig eislaufen“, erklärt Bögelsack und betont, dass gerade mit der Laufschule ein wesentlicher Grundstein zum späteren Erfolg auf dem Eis gesetzt wird. Ab vier Jahren beginnt die Förderung, bis zu fünf Mal pro Woche sei Training angesetzt. „Wir trainieren hier unter leistungssportlichen Gesichtspunkten“, führt er aus und schwärmt von den „optimalen Voraussetzungen“, die ihm hier unter der Regie von Jochen Haselbacher geboten werden. Heute sieht er seinen Nachwuchs im direkten Jahrgangsvergleich an der Spitze in Niedersachsen. „In der kurzen Zeit konnte das nur gelingen durch die Zusammenarbeit mit Familie Haselbacher und dem Umfeld“, erklärt Bögelsack. Jochen Haselbacher ergänzt dazu: „Wir möchten ohne Druck sukzessive aufsteigen.“ Zu seiner eigenen Motivation, nach allen Erfolgen und Erfahrungen im Management des Profisports noch einmal ganz von unten zu beginnen, betont Haselbacher den fördernden Charakter des neuen Konzepts: „Wir wollen eine Perspektive für die Kinder bieten“, erklärt er die speziell für die Jugendarbeit erfolgte Neugründung des Vereins. Dank der langjährigen Kontakte von Friedhelm Bögelsack nach Berlin wurde zwischenzeitlich eine Kooperation mit dem Deutschen Eishockeymeister Eisbären Berlin ins Leben gerufen. So dürfen beispielsweise in den Herbstferien acht Wedemärker Nachwuchsspieler in der Hauptstadt für eine Woche beim Profiklub mittrainieren. „Unser Ziel muss sein, die Kinder mit 16 Jahren oberligareif zu machen“, verdeutlicht Bögelsack seine Ambitionen. Mit der ersten Mannschaft startet man nun in der Verbandliga Nord dieses ehrgeizige Projekt. Zum ersten Heimspiel der neuen Saison lädt Jochen Haselbacher alle Interessierten ein, dem Nachwuchs bei kostenlosem Eintritt lautstarke Unterstützung zukommen zu lassen. Am Sonnabend, den 3. November, steigt um 20 Uhr der erste Heimauftritt gegen die Hamburg Crocodiles. Haselbacher hofft, mit dem freien Einlass wieder viele alte und natürlich auch neue Eishockey-Fans im Ice House begrüßen zu dürfen. Und vielleicht gelingt es auch ein Stück weit, die Begeisterung von einst erneut aufleben zu lassen. Der engagierte Wedemärker Nachwuchs hätte es sicher verdient.