Neustart mit Verspätung geglückt

Der MTV-Kader 2013/2014 der 1. Fußball-Herren. Foto: Peter Burblies

1. Fußballherren des Mellendorfer TV mit Höhen und Tiefen in 2013

(tp). Die Vorzeichen im Januar 2013 waren ungewiss. Der unerwartete Aufstieg im Sommer zuvor, eine Mannschaft die nun in der Bezirksliga überfordert am Tabellenende stand, der Weggang von etlichen Stammspielern und ein neuer Trainer auf einer neuen Anlage. Selbst Spieler, die bereits Jahre in Mellendorf spielten, mussten sich erst einmal an die neue Situation gewöhnen. Schon früh war klar, dass ein Klassenverbleib in der Bezirksliga ein eher unrealistisches Ziel darstellte, die dezimierte Mannschaft hatte mit einem herkömmlichen Manndeckungssystem in der Klasse keinen Erfolg gehabt und tat sich nun ebenso schwer sich an die geforderte Raumdeckung zu gewöhnen. Den neuen Trainer Alexander Fleischer, so hatte man den Eindruck, schien das allerdings alles nicht groß zu stören. Den Weggang von Stammspielern in der Winterpause nahm er zur Gelegenheit der Mannschaft zeigen zu wollen, dass es aus Sicht der sportlichen Führung mit den eher begrenzten finanziellen Mitteln sowieso nur einen Weg gebe um langfristig einen soliden Mannschaftskern aufzubauen. Er setzte auf die Jugend. Vorherige A-Jugendspieler, mit einstelligen Einsatzminuten in der Hinrunde, waren fortan Stammspieler und aktuelle A-Jugendspieler wurden immer wieder am Sonntag in den Herrenkader berufen. Der sportliche Erfolg blieb überschaubar, allerdings verbesserte man sich im Vergleich zur Hinserie und ging aus einer insgesamt natürlich verkorksten Saison zumindest mit einem versöhnlichen Gefühl in die Sommerpause.
„Wir sind jung, wir werden und müssen uns von Spiel zu Spiel verbessern.“ Das Credo des Trainers wäre bereits vor dem Saisonumbruch zutreffend gewesen, nach den Abgängen von weiteren etablierten Herrenspielern wie Rouven Kalac, Emil Kociszewski, Ümran Duyar und Rouven Formella, allesamt näher an der 30 als an der 20, und dem Neuzugang von gleich acht Spielern, die zu Saisonbeginn 19 oder jünger waren, traf es nun allerdings voll ins Schwarze. Das Team stellte fortan mit Jan-Hendrik Hesse einen einzigen Spieler, der älter als 25 ist, mehr als die Hälfte des Teams ist jünger als 20 Jahre alt. Die Mannschaft hatte folglich bisher kaum zusammengespielt, von einem Favoritenstatus innerhalb der Kreisliga konnte trotz Bezirksligazugehörigkeit im Jahr zuvor kaum die Rede sein. Aber selbst gemessen an diesen gedämpften Erwartungen verlief der Saisonstart extrem schlecht. Man verlor Spiele unglücklich (Krähenwinkel), unverdient (Helstorf), bitter (Elze) oder deutlich (Engelbostel, Berenbostel). Die Leistungen variierten zwischen ansprechend und schwach, am Ende blieben allerdings jedes Mal zu viele Gegentore und zu wenig Punkte. Neben einer ganzen Armada an Verletzten schlichen sich immer wieder schon abgestellt geglaubte Fehler hinzu und auch nach einigen Monaten Eingewöhnungszeit haperte es defensiv weiterhin mit der Raumdeckung, von einer schlechten Chancenauswertung in der Offensive ganz zu schweigen.
Zusammengefasst betrachtet lesen sich die erreichten Meriten der Mannschaft in den ersten neun Monaten des Kalendarjahres eher überschaubar. Dass dieser Bericht, wie schon in der Überschrift angedeutet, trotzdem einen positiven Grundtenor enthalten soll, ist vor allem den letzten zehn Spielen zu verdanken. Dank einer deutlichen Steigerung in allen Mannschaftsteilen, die Mannschaft lief mehr, sie gewann mehr Zweikämpfe und sie fing endlich an ansehnlichen Kombinationsfußball zu zeigen, konnte der MTV acht der letzten zehn Spiele gewinnen. Von Rang 12 arbeitete man sich letztlich auf Rang fünf vor, eine Platzierung mit der sich sicherlich jeder im Team auf mittlere Sicht anfreunden könnte. Sie würde zumindest den geschafften Umbruch bezeugen. Ein Erfolg, den sich die Mannschaft in den Augen des Trainers verdient hat: „Wir rufen ab, was wir im Training einstudieren. An den zuletzt erzielten Ergebnissen war nichts glücklich.“ Ob die Winterpause zum richtigen Zeitpunkt kam, mag angesichts der zuletzt bestechenden Form des Teams bezweifelt werden, zumindest allerdings sorgt sie für eine deutliche Entspannung der Personalsituation. Alexander Krampe und Michael Draper werden zwar große Teile der Rückrunde im Ausland verbringen, mit den zurückkehrenden Verletzten und Neuzugang Tim Horstmann, er kommt aus Lindwedel, sollten personelle Engpässe allerdings leichter aufzufangen sein. Einzig die schwere Verletzung von Nils Gottschalk im letzten Spiel vor der Winterpause trübt das ansonsten durchaus positive Bild des Kalendarjahres 2013.