Niedersachsenderby in Lüneburg

Überraschender Sieg der zweiten Mannschaft

Schaut man auf die Tabelle, würde es „David gegen Goliath“ heißen, aber auf dem Platz sah es beim Spiel der zweiten Herren der Bissendorfer Panther in Lüneburg deutlich anders aus.
Direkt nach dem Bully gingen beide Inline-Hockey-Mannschaften engagiert und druckvoll in die Partie. In Minute fünf musste das erste Mal ein Lüneburger auf die Strafbank. Nach schönem Zusammenspiel gelang es letztendlich Nebel (Vorlage Tippl) einen Abpraller in das Gehäuse der Gastgeber unterzubringen. Nun waren die Bissendorfer in der Partie und erspielten sich Chancen für ein weiteres Tor heraus. Dennoch waren es die Lüneburger, die in der zehnten Minute zum Ausgleich trafen. Nach einer weiteren Überzahlsituation der Panther mussten diese in der 18. Minute das erste Mal in Unterzahl agieren. Die Salzstadtkeiler kamen mit viel Druck auf das Tor der Bissendorfer, aber ein heute sehr starker Torhüter Tobias Jelden verhinderte den Rückstand. Nachlässigkeiten der Lüneburger und toller Kampfgeist der Panther in Unterzahl führten kurz vor Drittelpause zur verdienten 2:1-Führung.
Kurz nach Beginn des zweiten Drittels durfte ein Lüneburger erneut in der Kühlbox Platz nehmen. Dieses mal war es Jan Dierking, der in dieser Partie sein Comeback bei den Panthern gab und nach Vorlage von Spielertrainer Tim Lücker zum 3:1 traf. Nun mussten die Lüneburger offensiver agieren und es war für die Raubkatzen Platz für Konter. Aber auch Lüneburgs Goalie Andreas Bierzahn parierte heute sehr stark und verhinderte somit den höheren Rückstand. Nach einer fragwürdigen Strafe gelang den Salzstadtkeilern in der 30. Spielminute in Überzahl der Anschlusstreffer. Eine Druckphase nutzen die Boars und schossen noch vor Drittelpause den 3:3-Ausgleichstreffer.
Direkt nach Drittelbeginn war es wieder Tippl, der nach Vorlage von Grittner, einen Schuss aus spitzen Winkel in das Gehäuse der Lüneburger zur 4:3-Führung unterbrachte. Von nun an hatten die Panther die Partie unter Kontrolle und konnten sogar in Minute 45 das 5:3 schießen. Nun ereignete sich aber Merkwürdiges, während einer der beiden Schiedsrichter den Ball aus dem Tor holte, anschließend zur Strafbank fuhr um den Vorlagengeber sowie den Torschützen zu benennen und beide Teams sich zum Bully aufstellten, behauptete der zweite Schiedsrichter, der Ball ginge nur gegen den Pfosten. Nach einer längeren Diskussion der beiden Unparteiischen wurde das Tor nun nicht gegeben. Fassungslos über diese Entscheidung beschwerte sich Spielertrainer Tim Lücker lautstark und erhielt daraufhin eine gelbe Karte welche er mit einer zehnminütigen persönlichen Strafe absitzen musste.
In der 51. Spielminute wurde es dann nochmal hektisch. Nach einem klaren Stockschlag eines Lüneburger Spielers gab es eine Spieldauerdisziplinarstrafe wegen Nachschlagens und die Panther agierten nun fünf Minuten in Überzahl. Mehrfach lag den mitgereisten Pantheranhängern der Torschrei auf den Lippen, es gab eine Vielzahl von Einschussmöglichkeiten um die Führung auszubauen, doch es sollte nicht zum vorentscheidenden 5:3 reichen. Wie es dann nun oft in solchen Situationen ist, wurde dies bestraft und die Salzstadtkeiler schossen zwölf Sekunden vor Schluss mit zwei Feldspielern mehr das 4:4. Die Panther waren mit einer Strafzeit in Unterzahl und ein weiterer Feldspieler ersetzte den aus dem Tor genommenen Lüneburger Torhüter.
Nach 60 packenden Spielminuten in der sehr gut gefüllten Lüneburger Halle stand es 4:4 und das Penaltyschießen musste über den Zusatzpunkt entscheiden. Panthergoalie Tobias Jelden krönte seine an diesem Tag überragende Leistung mit drei gehaltenen Penaltys und Rückkehrer Jan Dierking konnte den entscheidenden Penalty versenken.
Großer Jubel brandete im Lager der Panther auf, sind Siege im Derby auswärts beim Titelanwärter doch etwas Besonderes. Nach einem katastrophalen Saisonstart mit fünf Niederlagen in den ersten sechs Saisonspielen gelangen nun fünf Siege in Folge. Auf dieser beim Favoriten in Lüneburg gezeigten Leistung sollte in den kommenden Spielen angeknüpft werden, um doch noch das vordere Tabellendrittel zu erreichen.
Für die Panther spielten: Torhüter Tobias Jelden und Thomas Probst; Marcel Fehrmann, Stephan Nebel, Jan Dierking, Stefan Tippl, Tim Lücker, Timon Wilkening, Jan Boetcher, Janne Goebel, Frederik Jens, Ole Schmieta, Max Reckert, Garret Schwab und Kevin Grittner.