Panther besiegen Düsseldorf

Mit Leidenschaft und einer Premiere zum Sieg

Mit viel Einsatz, Leidenschaft und einer guten Offensive siegten die Panther im letzten Heimspiel der Saison verdient mit 11:9 gegen die Düsseldorf Rams. Mit dem Erfolg schieben sich die Panther auf den fünften Tabellenplatz und können damit einen Spieltag vor den anstehenden Play-Offs auf eine gute Platzierung für die Schlussrunde um die deutsche Meisterschaft hoffen. Erstmals hütet dabei mit Caroline Schmieta eine Frau das Tor der Panther in der ersten Inlineskaterhockeybundesliga.
Für beide Teams ging es in diesem Match um viel. Düsseldorf hätte mit einem Sieg in der Wedemark aus eigener Kraft den Klassenerhalt sichern können, die Panther schielen nach der sicheren Play-Off-Qualifizierung noch auf den fünften Tabellenplatz. Vor allem wollte Chefcoach Tim Lücker aber seine Mannschaft im Play-Off-Modus sehen. Auch die Zuschauer wollten sich augenscheinlich Appetit für die K.-o.-Runde um die Deutsche Meisterschaft holen – rund 300 Zuschauer fanden den Weg in die Wedemarksporthalle.
Das Spiel begann allerdings mit einer Hiobsbotschaft für die Coaches bereits vom Donnerstag. Im Abschlusstraining verletzte sich Torwart Philip Grittner schwer am Knie und musste noch nachts ins Krankenhaus eingeliefert werden. Sein Pendant, Danny Sellmann, ist bekanntermaßen seit einer kleinen Boxeinlage in Iserlohn bis zu den Play-Offs gesperrt und so sollte die Nummer drei der Panther, Daniel Lohrke, seinen ersten Einsatz in der Bundesliga bekommen. Er machte seine Sache zunächst gut und wurde dabei von seinen Vorderleuten maximal unterstützt – gerade die Verteidigung schmiss sich unter Verachtung der eigenen, körperlichen Unversehrtheit in zahlreiche Schüsse. In der Offensive zeigten sich die Panther deutlich überlegen und brillierten Phasenweise mit sehenswerten Kombinationen: vier Treffer erzielten die Bissendorfer im ersten Drittel: Lars Barlsen mit einem Doppelpack, Tim Strasser (in Überzahl) und Karl-Arne Reiffen mit einer herrlichen Einzelleistung sorgten bei einem Gegentreffer für eine beruhigende 4:1-Führung nach gespielten 20 Minuten.
Dachten nach dem ersten Abschnitt die meisten Zuschauer, dass es ein entspannter Nachmittag mit gutem, selbst gemachten Essen und kalten Getränken bei leichter Unterhaltung auf dem Parkett werden würde, so wurden diese eines Besseren belehrt – der Mittelabschnitt sollte nichts für Pantherfans und Herzpatienten werden. Gleich zu Beginn des zweiten Drittels prallte ein Schuss von Pantherschlussmann Lohrke vor den Schläger eine Düsseldorfers: Anschluss. Zwei Minuten später: Die Pantherdefensive, im ersten Drittel noch Sattelfest, wackelt nach einem Patzer: 4:3. Kurz darauf: 5-Minuten-Strafe für die Panther. Diese Strafe ist die härteste Pönale für die verursachende Mannschaft, da selbst bei einem Gegentreffer die Strafe nicht aufgehoben wird und so spürte Panthergoali Lohrke in seinem ersten Bundesligaspiel gleich den ganzen Druck dieses Sports und trotz leidenschaftlichen Einsatzes von Lohrke und seinen Vorderleuten musste der Schlussmann drei Tore hinnehmen. Trainer Lücker entschied sich daraufhin für einen Wechsel im Tor und einer absoluten Premiere: Erstmals – zumindest in der Erinnerung der Pantheroffiziellen – wurde in der ersten Skaterhockeybundesliga eine junge Frau als erste Torhüterin eingewechselt. Caroline Marie Schmieta, sonst bei den Junioren im Einsatz und da schon die absolute Ausnahme, kam kurz vor Ende der 5-Minuten-Strafe in die Partie. Von dieser Premiere angestachelt arbeiteten die Unterzahlspezialisten der Panther noch härter für die Frau in ihrem Rücken und Caroline Schmieta zeigte, zu was Frauen in diesem Sport in der Lage sind: Mit sehr gutem Stellungspiel und sehenswerten Paraden richtete Schmieta ihre Mannschaft nach diesem Rückstand wieder auf. Zwar konnte sie auch eine weitere Strafe mit Gegentor nicht verhindern, aber die Panther stemmten sich gegen die drohende Niederlage und einen zwischenzeitlichen 6:4-Rückstand. Mit diesem Spielverlauf hatte sicherlich niemand gerechnet und umso euphorischer waren die Zuschauer, dass die Raubkatzen zum Schluss des Drittels zumindest noch zum 7:7 ausgleichen konnten – die Halle stand ob des Spielverlaufes Kopf.
Für das letzte Drittel war dann klar: Wenn die Panther von der Strafbank wegbleiben, sollten sie das Spiel eigentlich gewinnen. Und die Spieler um Kapitän Sebastian Miller richteten sich nach dieser Marschroute. Zwei Treffer von Felix Gollasch, einer von Janne Goebel und von Routinier Markus Köppl bei lediglich zwei Gegentreffern der Rams sorgten für einen hoch verdienten 11:9-Sieg der Niedersachsen. Insbesondere, weil Caroline Schmieta weiterhin überragende Reflexe und tolles Stellungsspiel zeigte und damit ihr Team im Spiel hielt. Coach Lücker war nach der Partie auch klar mit seinen Gedanken bei den Torhütern: „Ich kann mich nicht erinnern, dass gleich beide Stammkeeper ausfallen. Umso beeindruckender, dass sowohl Daniel als auch Line sich dieser Feuertaufe gestellt haben. Gerade was Line im letzten Drittel gezeigt hat, verdient ein Sonderlob.“
Kommenden Sonnabend geht es für die Panther zum Abschluss der Hauptrunde zu den seit diesem Wochenende bereits abgestiegenen Commanders Velbert – vermutlich wieder mit Caroline Schmieta im Tor. Nach der Partie steht dann auch der Gegner für die Panther in den Play-Offs fest.