Panther laden Köln ein

Neun Jahre ohne Sieg gegen Köln – die Panther aus Bissendorf haben wohl einen echten Angstgegner. An dieser Serie änderte sich auch am Samstag in der Wedemarkhalle nichts – mit 6:8 zogen die Bissendorfer gegen die Rheinos den Kürzeren in der ersten Skaterhockeybundesliga, obwohl sie das Spiel auch hätten gewinnen können.
„Ich bin fast vom Sofa gefallen, als ich festgestellt habe, dass wir neun Jahre keinen Sieg gegen Köln haben einfahren können – diese Serie muss enden,“ so eröffnete Trainer Tim Lücker die Ansprache vor dem Spiel gegen den HC Köln-West Rheinos an seine Mannschaft. Lücker und sein Co-Trainer Darian Abstoß hatten ansonsten alles an taktischer Vorarbeit geleistet, was gute Trainer an Vorarbeiten leisten können und ihren Spielern alle taktischen Kniffe mitgegeben, um an diesem Samstag beim Spiel Tabellenfünfter (Bissendorf) gegen Vierter (Köln) die Serie reißen zu lassen. Es haperte nur leider an der Umsetzung: Statt in der Defensive fehlerfrei und konzentriert zu spielen, luden die Panther die Rheinos geradezu im ersten Drittel zu zwei ihrer vier Tore ein. Zunächst kassierten die Panther die ersten Treffer der Kölner aus dem Spiel heraus in der zehnten Minute. Nur knapp 20 Sekunden später luden die Raubkatzen die Rheinos dann erstmals zum Toreschießen ein, als ein völlig verunglückter Pass beim Kölner Weißheit landete, der dankbar seinen zweiten Treffer erzielte. In der 17. Minute konnte Marvin Hoferichter zwar für den Anschluss für die Raubkatzen sorgen, aber zwei Minuten später standen die Panther wieder neben sich und kassierten Gegentreffer Nummer drei. Der in dieser Saison ansonsten überragende Schlussmann der Panther, Danny Sellmann, wirkte hier nicht gewohnt souverän und kurz darauf fiel auch noch der vierte Treffer für Köln, ohne dass man von einem klaren, spielerischen Übergewicht der Rheinos hätte sprechen können. Eine Sekunde vor Schluss des ersten Abschnitts konnte Tim Strasser für die Panther noch auf 2:4 verkürzen.
Im Mittelabschnitt stand die Defensive der Raubkatzen dann besser, allerdings ignorierten die Panther die deutliche Ansage ihrer Coaches, bloß von der Strafbank wegzubleiben nahezu völlig und kassierten in Summe zwölf Minuten Unterzahl. In diesen Unterzahlsituationen kam Köln zu weiteren zwei Treffern. Allerdings war man mit diesen beiden Treffern noch gut bedient. Jedenfalls schienen diese Strafen auch wie ein Weckruf zu wirken, denn auf einmal erwachte die Offensive der Panther und berannte das Kölner Tor bei numerischer Gleichheit. Die rund 180 Zuschauer spürten förmlich, wie die Wedemärker sich gegen die drohende Niederlage und diese Serie stemmten. Ganze drei Treffer erzielten die Niedersachsen als Resultat ihrer Bemühungen im Mittelabschnitt durch Partick Baude, Markus Köppl und Kapitän Sebastian Miller. Und so ging es mit 5:6 in einen spannenden Schlussabschnitt.
Die letzten 20 Minunten begannen Furios, allerdings mit viel Dusel auf Seiten der Panther: Gleich drei Mal zielte die Kölner Offensive zu genau und prüfte das Bissendorfer Gestänge mit harten Treffern an Latte und Pfosten und in genau diese Drangphase setzte Karl-Arne Reiffen für die Bissendorfer mit einer herrlichen Einzelaktion den Treffer zum 6:6-Ausgleich. Es entwickelte sich nachfolgend ein offener Schlagabtausch, in dem auch die Panther mehrfach das Gehäuse trafen und ebenfalls in Führung hätten gehen können. Allerdings traf dann erneut Weißheit für Köln zur abermaligen Führung für die Nordrhein-Westfalen. In den letzten fünf Minuten gaben die Panther dann jede Zurückhaltung auf und setzten gezwungener Maßen auf volle Offensive – und wurden nicht belohnt: Knapp zwei Minuten vor Schluss konnten die Kölner einen Konter zum Endstand von 8:6 nutzen.
„Ohne unsere Geschenke im ersten Drittel und die zahlreichen Strafen im Mittelabschnitt hätten wir es heute packen können – aber vermutlich sollte es einfach mal wieder nicht sein,“ so Tim Lücker frustriert nach dem Spiel. Bissendorf bleibt weiter auf Rang fünf der ersten Skaterhockeybundesliga während Köln sich auf den zweiten Platz in der ersten Skaterhockeybundesliga nach vorne schiebt. Der Spielplan sieht nun eine vierwöchige Pause für die Panther vor, ehe es am 23. Juni zum Tabellennachbarn aus Velbert geht.