Radrennfahrerin am Ende Fünfte

Pippa Bartels (Mitte) freute sich sehr über ihren fünften Platz im Finale der Special Olympics World Summer Games in Abu Dhabi.

Philippa Bartels bei den Summer World Games in Abu Dhabi

„Meet the determined" – das war die in den letzten zwei Wochen am meisten verwendete Headline. Und es war auch genau passend. In erster Linie für die Athleten, die mit Ihrer uneingeschränkten Entschlossenheit die Wettbewerbe bestritten. Und auch die Vereinigten Arabischen Emirate als Ausrichter der Weltspiele haben für kommende Ausrichterländer die Messlatte unglaublich hochgelegt. Es war alles hervorragend vorbereitet sowohl für den Sport als auch für die Begleiter, Familien und Zuschauer. Mit dem dreitägigem Hosttownprogramm begannen für die Sportler die World Games in Abu Dhabi. Alle 170 Nationen wurden auf unterschiedliche Regionen in den Emiraten verteilt. Es wurden Ausflüge und Unternehmungen mit anderen Nationen und den Emeratis gemacht. So hat man schon einmal Einblicke in die doch sehr unterschiedliche Kultur erhalten. Beginnend mit den sportlichem Geschehen wurden die Athleten in der Nähe ihrer Wettkampfstätten in Hotels der gehobenen Klasse untergebracht. Hier wurde auch die Inklusion belebt, inmitten der anderen Hotelgäste fühlten sich alle gut aufgehoben. Für einige Nationen, die doch sonst in eher einfacheren Verhältnissen leben, ist es bestimmt sehr spannend gewesen in solchen luxuriösen Hotelanlagen zu wohnen. Es wurde alles Erdenkliche getan um den Sportlern ihren Aufenthalt so angenehm wie irgendwie möglich zu machen.
Finanziell scheint es in den Emiraten wohl keine Grenzen zu geben, aber auch die Dinge die nicht mit Geld geregelt werden können wurden vorbildlich präsentiert. Aufmerksamkeit und Begeisterung für das was Menschen mit Behinderungen leisten können. Und eine angenehme Ruhe in der Art und Weise des miteinander Umgehens, wenn es auch mal nicht nach Plan läuft. Es war immer ein großes WIR GEFÜHL zu spüren. Die Eröffnungsfeier zeigte es gleich deutlich, es war kaum ein Unterschied zu sehen zu anderen Internationalen Großereignissen im Sport. Das Stadion in Abu Dhabi war gefüllt und technisch so genial vorbereitet das ein Highlight nach dem anderen folgte. Neben dem Einmarsch der Nationen und den dazugehörigen formellen Abläufen was immer bewundernswert ist, gab es etliche hochkarätige Show Acts und Licht und Soundeffekte der Spitzenklasse. Erstmalig in der Geschichte von Special Olympics wurde extra für dieses Event von Internationalen Songwritern ein Lied komponiert. Es ist eine Hymne für die Special Olympics Bewegung. Unter anderem gesungen von Avril Lavigne und Luis Fonsi. Die Radwettbewerbe an denen Pippa teilgenommen hat wurden auf der Formel 1 Strecke in Abu Dhabi ausgetragen. Zwei Tage vor der Eröffnungsfeier wurden die Qualifikationen bestritten, wo sich alle Radsportler mit der Strecke und der imposanten Kulisse vertraut machen konnten. Schon aufregend, wenn dort Radwettbewerbe stattfinden wo sonst Vettel und Hamilton mit Ihren PS Boliden über den Asphalt rasen. Für acht Tage waren dann die Rennstrecke mit Boxengasse der Ort des Geschehens. Es gab fast uneingeschränkten Zugang zu allen Bereichen, der während der Formel eine Rennwoche nur auserlesenen Gästen mit großem Geldbeutel gestattet ist.
Pippa hatte dann ihr erstes Finale am letzten Montag, über 25 Kilometer Straßenrennen. Dort errang die auch in der Wedemark sehr bekannte Lindwedelerin den dritten Platz hinter der Siegerin aus Großbritannien und Ihrer Teamkollegin Heike Naujocks aus Thüringen und freute sich riesig über die gewonnene Bronzemedaille. Gleich am nächsten Morgen ging es für sie in das Einzelzeitfahren über zehn Kilometer. Dort mussten vier Runden a 2,5 Kilometer gefahren werden. Nach beenden der dritten Runde wurde sie durch eine Unaufmerksamkeit der Helfer aufgehalten, sodass es für Sie am Ende Wettkampfes noch einen Neustart gab. Bei der erneuten Bewältigung der zehn Kilometer langen Strecke hat Pippa noch einmal vollen Einsatz gezeigt und knapp hinter den Medaillenrängen den vierten Platz erkämpft. Nach kurzer Erholung musste sie am nächsten Morgen dann abschließend auf die längste Strecke der World Games, das 40-Kilometer-Straßenrennen. Da keine weitere weibliche Radsportlerin gemeldet wurde, musste Pippa dann in der zweiten Männergruppe mit antreten. Es war viel Begeisterung auf der Tribüne über die junge Sportlerin in der Männergruppe, aber im Rennen musste sie die Jungs dann ziehen lassen. Das schmälerte die Freude bei der Siegerehrung über einen fünften Platz bei den World Games aber keinesfalls. Denn genau dann zeigt sich der besondere Spirit von Special Olympics, egal ob Medaille oder Platzierung, die Anerkennung für die geleistete und grenzenlose Freude mit allen anderen bei der Siegerehrung zu feiern, sind bestimmend. Nach der genauso imposanten Abschlussfeier bei der die Special Olympics Fahne an die schwedische Delegation als Ausrichter der kommenden World Winter Games 2021 in Östersund übergeben wurde, ging es am Freitag für Pippa dann zurück nach Deutschland, wo dann 2023 in Berlin die nächsten World Summer Games stattfinden werden.