Reindl vorn beim Wedemark-Drama

 

Marcus Hesse und Jaakko Keskinen durch technische Probleme aus- und zurückgefallen

Wedemark. Die fünfte Ausgabe der ADMV-Wedemark-Rallye in Niedersachsen wird als bisher beste in die Geschichte eingehen. Drei der fünf Wertungsprüfungen führen durch die Sand- und Kieskuhlen bei Brelingen. Spektakuläre Drifts, aufgewirbelter Schotter und Sandwolken begeistern die Zuschauer und die Fotografen, auch die Fahrer zeigen sich hoch zufrieden über den Fahrspaß auf losem Untergrund. Während die Pisten bei der Besichtigung am Morgen vom nächtlichen Regen noch nass sind, bleibt es am Tage trocken. Der dritte Lauf zum Schotter-Cup 2011 verläuft vor den Toren Hannovers pünktlich und ohne Störung.
Ein Mitsubishi-Trio diktiert das Tempo in der Wedemark. Marcus Hesse im
Gruppe-H-Evo 6 setzt sich auf der ersten Prüfung durch vier Kuhlen knapp vor
Rudi Reindl im Gruppe-N-Evo 9 und dem finnischen Vorjahressieger Jaakko
Keskinen im Evo 7 an die Spitze. Die zweite Prüfung läuft überwiegend auf
Asphalt, hier hat Hesse eine glücklichere Hand bei der Reifenwahl und distanziert die Lancer-Konkurrenz deftig, wobei Keskinen an Reindl vorbeizieht. Der zweite Umlauf bringt ganz ähnliche Ergebnisse im Spitzen-Trio, so dass Hesse die zweite Pause mit satten 22 Sekunden erreicht. Doch nach dem Regrouping springt sein Evo 6 nicht an, offenbar ein Defekt am Steuergerät. Keskinen startet mit rund vier
Sekunden Vorsprung auf Reindl in die letzte Prüfung, mit zwei kurzen Runden durch die Schmiegert-Kieskuhle und einem langen Auslauf mit wenig Asphalt nach Meinung der Fahrer die schönste Prüfung des Tages. Der Finne hat den Sieg vor Augen, als das Getriebe streikt. Jaakko Keskinen und Juha Heikkilä retten sich mit dreißig Sekunden Zeitverlust zwar noch als Zweite ins Ziel, doch der Bayer Rudi Reindl und sein Thüringer Co Michael Ehrle fliegen mit der Bestzeit über die Prüfung und holen sich in einem dramatischen Finale ihren ersten Gesamtsieg im Schotter-Cup. Eric Karlsson und Edda Walter verbessern sich beim Finale noch um zwei Plätze auf Rang 3. Mit dem exotischen Audi TTS Quattro – mit Asphaltfahrwerk und –reifen – demonstriert Karlsson, wie weit man ein Auto mit Automatikgetriebe nach vorn fahren kann. Knapp hinter dem Franken landen die Mitsubishi-Piloten Raphael Ramonat, Rudi Weileder und Michael Dinkel. Mark Muschiol und Kerstin Munkwitz setzen ihre Wedemark-Siegesserie fort: Im Gruppe-N-Clio werden sie bestes Team ohne Allradantrieb. Anfangs hält Mika Kitola im Honda Civic erfolgreich dagegen, doch ein Fahrfehler in WP 3 und ein Stempelfehler des Copiloten sorgen für eine frühe Entscheidung. Gerd Tabbert, zuletzt zweimal Fünfter, rettet sich auf Platz 8, obwohl der Frontantrieb des Allrad-BMW in
Kerstin Munkwitz setzen ihre Wedemark-Siegesserie fort: Im Gruppe-N-Clio werden sie bestes Team ohne Allradantrieb. Anfangs hält Mika Kitola im Honda Civic erfolgreich dagegen, doch ein Fahrfehler in WP 3 und ein Stempelfehler des Copiloten sorgen für eine frühe Entscheidung. Gerd Tabbert, zuletzt zweimal Fünfter, rettet sich auf Platz 8, obwohl der Frontantrieb des Allrad-BMW in
WP 2 ausfällt. Dahinter folgt ein großartig fahrender Philipp Knof, der den 150 PS starken Volvo 940 auf den neunten Gesamtrang wuchtet und damit Klassensieg, Volvo-Cup-Sieg und HD-Junior-Cup-Sieg (vor Jan Stimpel und Tomi Amling) feiern kann. Die Top Ten komplettiert Stephan Monté, der mit dem 1300-ccm-Micra wichtige Punkte in den ADMV-Meisterschaften sammelt. Die Gruppe G gewinnt Björn Becker im Audi 90 Quattro, weil der führende Klaus Braun (Opel Vectra 4x4) in der letzten Prüfung eine Runde zu wenig absolviert – nicht als einziger, die "Teamfehler" wie falsche Rundenzahl, falsches Stempeln oder falsches Abbiegen sind bemerkenswert hoch. Gering ist hingegen die Ausfallquote, nur 9 von 49 Startern sahen das Ziel in der Gemeinde Wedemark nicht. Ergebnis 5. ADMV-Wedemark-Rallye am 30. Juli 2011:
01. Rudi Reindl/Michael Ehrle, Mitsubishi Evo 9, N3A, 25:26,4
02. Jaakko Keskinen/Juha Heikkilä, Mitsubishi Evo 7, H16, + 0:22,4
03. Eric Karlsson/Edda Walter, Audi TTS Quattro, F3A, + 0:45,3
04. Raphael Ramonat/Steffen Schmidt, Mitsubishi Evo 6, H16, + 0:46,1
05. Rudi und Simone Weileder, Mitsubishi Evo 3, H16, + 0:53,1
06. Michael Dinkel/Michael Bayer, Mitsubishi Evo 7, N3A, + 1:42,0
07. Mark Muschiol/Kerstin Munkwitz, Renault Clio, N8, + 1:49,4
08. Gerd Tabbert/Michael Keller, BMW 325ix, H15, + 3:04,0
09. Philipp Knof/Philipp Musholt, Volvo 940, F3B, + 3:21,8
10. Stephan Monté/Axel Retzlaff, Nissan Micra, H12, + 3:28,6