Scorpions sind im Halbfinale

Letztes Training der Hannover Scorpions am Freitag Vormittag. Wedemarks Bürgermeister Helge Zychlinski (von links) und SPD-Vorstandsmitglied Jean Schramke wollten von Stürmer Dennis Arnold und Trainer Tobias Stolikowski wissen: „Wie wird das erste Playoff-Spiel gegen Rostock ausgehen?“ Beide waren sich sicher: „Das wird ein Sieg!“. Rechts die Wedemärker SPD-Vorsitzende Rebecca Schamber freuen. Foto: A. Wiese

Erstes Spiel am Freitag in Mellendorf gegen Crocodiles Hamburg

Mellendorf (awi). Die Hannover Scorpions in den Play Offs auf dem Durchmarsch: Ein drittes Spiel gegen die Rostock Piranhas morgen wird es nicht geben. Der Nordmeister hat in der Best-Of-Three-Serie sowohl das Spiel am Freitagabend in Mellendorf mit 5:3 als auch das Match am Sonntagnachmittag in Hamburg mit 7:4 gewonnen und ist damit eine Runde weiter. Am Freitagabend gehen die Jungs von Trainer Tobias Stolikowski gegen die Crocodiles Hamburg aufs Eis, die sich gegen Leipzig ebenfalls in zwei Spielen durchsetzten. Am Sonntag geht es für die Eishockeycracks aus Mellendorf daher erneut nach Hamburg. Vom Ausgang dieses Spiels hängt es dann wiederum ab, ob es eine dritte Begegnung geben wird oder das Halbfinale schon entschieden ist.
Beim letzten Training vor dem Play-Off-Auftakt am Freitag Vormittag waren das Eishockeyteam, Trainer Tobias Stolikowski und Sportchef Eric Haselbacher  trotz der ungewöhnlichen Begleitumstände in der Corona-Pandemie professionell cool und siegessicher. Dabei geht es um was, nämlich um den Aufstieg in die DEL II. Doch auch wenn es eine „Crazy Saison“ war, wie Eric Haselbacher formuliert, die Voraussetzungen für das Team waren nie so gut: Als Nordmeister mit plus 103 Toren gingen die Hannover Scorpions am Freitagabend in das Match gegen die Rostock Piranhas. In 43 Spielen haben sie 36 Siege eingefahren. „Das ganze Team ist fit und hochmotiviert“, versicherten Stolikowski und Haselbacher.
Und das ist in Corona-Zeiten alles andere als selbstverständlich. Denn die Auflagen verlangen dem gesamten Team einiges ab: Um zu den Play Offs zugelassen zu werden, war für jeden Spieler zunächst einmal ein negativer PCR-Test Voraussetzung. Ganz aktuell haben die Scorpions vom Labor der Helios Kliniken in Hildesheim die offizielle Mitteilung erhalten, dass sämtliche eingereichten PCR Tests negativ waren und damit der komplette Kader der Scorpions am Freitag in die Playoffs starten konnte. Doch das ist nicht alles. Seit geraumer Zeit werden alle Spieler der Scorpions und das zum Team gehörende Umfeld täglich per Schnelltest überprüft. „Mit dieser Maßnahme“, so Sportchef Eric Haselbacher, „wollen wir sicherstellen, dass wir während der gesamten Play-Off-Zeit einen täglichen Überblick über die Situation im Team behalten.“ Kann ein Team wegen positiver Corona-Schnelltests nicht in der Mindeststärke von neun Feldspielern plus Torwart antreten, beziehungsweise muss in Quarantäne fliegt es kompromisslos aus den Play Offs raus. Das ist jetzt den Hannover Indians passiert. Das will keiner riskieren. „Unsere Spieler leben daher, als wenn sie in Quarantäne wären. Teilweise haben sie sogar ihr häusliches Umfeld verlassen und sind in Einzelzimmer bei uns in der Betriebsstätte gezogen“, so Haselbacher. Es gibt keine gemeinsamen Mahlzeiten und auch kein Einkaufen oder sonstige Aktivitäten. Im Stadion werden Abstände und Maskenpflicht peinlichst genau eingehalten, zum Training und zum Spiel kommen die Spieler in genau festgelegten Abständen, in den Kabinen sind Plexiglaswände und Luftreinigungsmaschinen installiert. „Eine so gute Saison hatten wir seit 1996 nicht mehr, als wir am 10. April in die DEL I aufgestiegen sind“, berichtet Seniorchef Jochen Haselbacher den Gästen, die den Hannover Scorpions beim letzten Training vor dem Play-Off-Auftaktspiel Glück wünschen wollten: Wedemarks Bürgermeister Helge Zychlinski, die Wedemärker SPD-Parteivorsitzende und frisch gekürte Bundestagskandidatin Rebecca Schamber und ihr Vorstandskollege Jean Schramke. Die hatten eigentlich den SPD-Kandidaten für das Amt des Regionspräsidenten, Steffen Krach, bei seinem ersten offiziellen Besuch in der Wedemark mit den Hannover Scorpions bekannt machen wollen. Doch Krach musste auf der Anfahrt nach Mellendorf kehrt machen, als er per Anruf erfuhr, dass er Kontaktperson ersten Grades einer soeben positiv auf Corona getesteten Person gewesen ist. Damit fiel für Krach nicht nur der Antrittsbesuch bei den Eishockeycracks der Region, sondern ebenso zwei weitere Termine bei Vereinen in der Wedemark ins Wasser, und zwar bereits zum zweiten Mal aus demselben Grund. Bereits vor einigen Wochen hatte der geplante Besuch abgesagt werden müssen, weil sich Krach kurzfristig in Quarantäne begeben musste.
Für die Wedemärker SPD-Politiker war das Gespräch mit dem Scorpions-Trainer, Stürmer Dennis Arnold und dem Sportchef darum nicht weniger spannend. Eric Haselbacher war sich gestern Vormittag sicher: „Wenn wir kein Heimspiel verlieren, steigen wir auf!“ „Ein Aufstieg in die DEL II wäre nicht nur für mich persönlich eine große Freude, sondern auch für unser Gemeindemarketing eine echte Nummer“, so das Statement von Bürgermeister Zychlinski, der versicherte, die Play-OffSpiele zuhause vor dem Fernseher zu verfolgen, denn alle werden in Sprade-TV übertragen.