Alle ausgeflogen?

Die Jugendlichen vom NAJU Wedemark bei der Kontrolle der Nistkästen bei Resse. Foto: Beate Butsch

NAJU Wedemark kontrolliert und reinigt Nistkästen

NAJU Wedemark. „Wieso liegen in einigen Nestern noch Eier?“ wunderte sich Jan beim Überblicken der Sammlung von Vogelnestern, die in den Vorjahren aus Nistkästen entnommen worden waren, um eine Vergleichssammlung für Bestimmungszwecke anzulegen. Es war ihm wichtig, auf Fragen zu den Funden in Nistkästen Auskunft geben zu können. Denn in einer Stunde sollte er eine kleine Gruppe von NAJU-Kids bei der Kontrolle und Reinigung von Nistkästen anleiten. In der Vorbereitungsrunde für die Birdscouts erläuterte der Landschaftsökologe Axel Neuenschwander, dass es immer mal wieder vorkomme, dass ein Ei eines Geleges unfruchtbar sei und dann im Nest liegenbleibe.
Anschließend starteten die vier Birdscouts mit jeweils einigen NAJU-Kids, ausgerüstet mit Leiter, Fotohandy, Eimer, Atemschutz und Feldprotokoll, zur Kontrolle. Einige Nester waren aufgrund der Zusammensetzung des Baumaterials leicht mithilfe des vorbereiteten Nest-Bestimmungsschlüssels zu erkennen: „Hier sind nur Kiefernrindenstücke, keine Nestmulde erkennbar“ sagte Julius. „Und, ist das Flugloch mit Lehm verkleinert?“, fragte Jakob. „Na klar, hier brütete ein Kleiber.“ Aber richtig interessant wurde die ‚KTU‘, wenn es darum ging, herauszufinden, ob mehrere Arten den Nistkasten bewohnt hatten und welche. Dies ist erkennbar, wenn verschiedene Nester übereinander gebaut oder auch Reste von Insektennestern zu finden sind. So identifizierte Birdscout Patrick ein Feldsperlingsnest über einem Meisennest. „Da sind ja noch Fledermäuse drin“, freute sich Paul und verschloss den Nistkasten sofort wieder vorsichtig, um nicht weiter zu stören. Dabei war der Kontrolltermin für die Reinigung der Nistkästen extra auf einen Termin nach Mitte September gelegt worden. „So spät im Jahr dürften alle Jungtiere der Fledermäuse erwachsen und selbständig sein, sodass eine eventuelle Störung nicht nachhaltig sein sollte. Dann müssen wir wohl im Winter noch mal wiederkommen, um das darunterliegende alte Meisennest herauszunehmen“, meinte Birdscout Enno. Zum Abschluss stellten die vier Gruppen den anderen ihre Ergebnisse vor und alle warteten gespannt, wer denn wohl in dem Großnistkasten gewohnt hätte: „Hier hat ein Eichhörnchen seinen Kobel hineingebaut“, stellte Birdscout Gero von der Leiter aus fest.