Apfelernte auf der Streuobstwiese

Fleißige Helfer bei der Apfelernte. Foto: (Foto: NABU Wedemark)
Wedemark. Viele ehrenamtliche Helfer des NABU Wedemark kamen zusammen, um auf der Streuobstwiese des Vereins westlich von Mellendorf die jährliche Apfelernte durchzuführen. In diesem Jahr hatten es vor allem die mittelfrühen Sorten schwer, denn niedrige Temperaturen und hohe Niederschläge durchzogen den Frühling. Frühe und eher späte Sorten waren jedoch weniger betroffen. So fiel die Ernte doch besser aus als noch im Frühjahr erwartet. Am Ende blieben neben etlichen Kilogramm für jedermanns Frischverzehr noch genügend Äpfel für fast 200 Liter Most übrig. Ein weiteres Highlight des Erntetages war die Aufstellung einer neuen Informationstafel, die von NABU-Mitgliedern selbst entworfen und gebaut wurde. Die Tafel soll vorbeikommende Spaziergängerinnen und Spaziergänger über den ökologischen Wert von Streuobstwiesen aufklären, und nicht zuletzt dazu motivieren, selbst einen hochstämmigen Obstbaum im eigenen Garten zu pflanzen. Streuobstwiesen waren lange für den Menschen von hoher Bedeutung, bis der intensive Plantagenanbau sie verdrängte. Moderne Supermarktäpfel haben nicht nur einen immensen Bedarf an Dünger und Pestiziden, sondern sind auch häufig für Allergiker unverträglich. Zudem enthalten Äpfel von alten Sorten, die man heutzutage fast nur noch auf Streuobstwiesen wie der des NABU findet, ein Vielfaches an Polyphenolen. Diese Pflanzenstoffe machen den Apfel überhaupt erst zu einem gesunden Nahrungsmittel. “Viele erwarten heutzutage makellose Äpfel, die auch angeschnitten tagelang nicht braun werden – all das hat einen sehr hohen Preis“ , so Dr. Alrik Thiem, der Vorsitzende des NABU Wedemark und Betreuer der Wiese.
„Immer mehr Menschen verspüren jedoch wieder den Wunsch nach natürlicher Ernährung und der Wiederentdeckung alter Kulturtraditionen. Die gemeinsame Ernte des Obstes im Herbst macht allen Spaß und beschert schöne Erlebnisse in der Natur. Daher freut es uns  sehr, dass seit März diesen Jahres Streuobstwiesen als Immaterielles Kulturerbe in Deutschland gelten“ , so Thiem abschließend.