Ausflug der LandFrauen

Im Radio-Museum erklärte Bernd Schmitz (re.) die einzelnen Geräte.
Warum in die Ferne schweifen, in der Wedemark ist es doch so schön. Dieses sagten sich 48 LandFrauen und so begaben sie sich unter der Leitung der bewährten Gästeführerin Hannelore Hemme aus Meitze mit dem Bus durch die Wedemark, um einige Besonderheiten zu besichtigen. Als erstes wurde Meitze mit seinen schönen Fachwerkhäusern angesteuert. Alte Fachwerkhäuser wurden hier liebevoll restauriert und neue dazwischen gebaut, so daß es ein hübsches Dorfbild ergibt. Das Storchenpaar klapperte auf seinem hohen Schornstein und in diesem Jahr haben sie es aufgrund der extremen Trockenheit schwer, Frösche zu fangen. Früher ist Meitze mal ein Feuchtgebiet gewesen, in dem viele Schlangen lebten. Mit dem Erbau des Wasserwerkes hat sich dieses schlagartig geändert. Meitze zählt circa 700 Einwohner und auf jeden dritten Einwohner kommt ein Pferd. Dort wo sich die alten Handelswege Bremerweg und Hessenweg kreuzen, steht ein großer Stein zur Erinnerung.
In Gailhof wurde die Biogasanlage der Familie Göing besichtigt. Allerdings kamen die LandFrauen einen Tag zu früh. Die Anlage wurde erst am nächsten Tag in Betrieb genommen. Ralf Göing gab kompetent Erklärungen zu dem Familienbetrieb und der Biogasanlage ab. Der Betrieb hat 170 Kopf Vieh. Die Nachzucht wird behalten. Die Bullen gemästet. Der Ackerbau wird für die Fütterung der Tiere und der Biogasanlage betrieben. Da in den letzten Jahren die Preise der landwirtschaftlichen Erzeugnisse weit unten lagen, war es erforderlich geworden, in einen neuen Betriebszweig zu investieren. Die Anlage hat sich erst nach 20 Jahren bezahlbar gemacht. Der Arbeitsaufwand pro Tag beträgt eineinhalb Stunden. In den Fermenter kommen Gras und Mais, eine Pumpe holt Gülle per Computer dazu. Es ist also alles auf dem Hof aus eigenem Bestand vorhanden. Sollte E.ON mal keinen Strom abnehmen, kann die Biogasanlage abgeschaltet werden, doch dieses würde ein großer Verlust bedeuten. Auf dem Dach des Kuhstalles befindet sich eine Fotovoltaikanlage, die aufgrund der Ost-West-Ausrichtung nur rentabel ist, weil die Preise für die Module in den letzten Jahren gefallen sind.
Als nächstes wurde der Milchhof Hemme in Sprockhof besichtigt. Durch das Milchfenster blickten die LandFrauen in die neu erbaute Molkerei. Während der Kaffeepause mit leckerem Käsekuchen konnte den Kühen beim Melken zugesehen werden. Das Melken findet auf einem Melkkarussell stand. Die Kühe stehen Schlange, um gemolken zu werden. Wenn sich das Karussell einmal gedreht hat, verlassen die Kühe von alleine wieder das Karussell. Auf dem Betrieb der Familie Hemme stehen 320 Kühe. 7.000 Liter Milch werden täglich verarbeitet. In Schmargendorf nahe Berlin gibt es einen Zweigbetrieb.
Dann ging es nach Bissendorf zu Bernd Schmitz ins Radio-Museum. Bernd Schmitz hat seit 1968 insgesamt 260 verschiedene Geräte gesammelt, die noch alle funktionsfähig sind. 1923 ging in Berlin der erste Sender in Betrieb. Mit einem Detektorempfänger konnten die ersten Sendungen empfangen werden. 1924 bekam die Stadt Hannover den ersten Sender. Zwei Stunden pro Tag wurden gesendet. Der Sender stand neben der Hanomag. 320 Millionen Reichsmark kostete die erste Gebühr für ein Jahr und musste im voraus gezahlt werden. Ein Besuch bei Bernd Schmitz hat sich für alle gelohnt. Vielen war dieses schöne Museum gar nicht bekannt.