Ehetherapeut referierte bei den LandFrauen

„Wer den Himmel auf Erden sucht, hat in Erdkunde geschlafen"

LandFrauenverein Wedemark. Der LandFrauenverein Wedemark hörte einen interessanten Vortrag von Jörg Eickmann, Ehetherapeut, aus Braunschweig. Warum brechen Familien heute schneller auseinander? Welche Folgen ergeben sich für die Betroffenen, wie Eltern, Großeltern, Kinder und Gesellschaft? Herr Eickmann teilte die Ehe in fünf Zeitzonen ein: 1. Ehe ohne Kind, 2. Ehe mit Kind, 3. Kind wird größer, 4. Kind ist aus dem Haus und 5. Ehe als Rentnerpaar. 50 Prozent aller Ehen werden heute geschieden. Viele Scheidungen erfolgen erst nach der Silberhochzeit. Zu 67 Prozent sind es die Frauen, die die Scheidung einreichen. Früher war es so, hielt eine Ehe länger als 10 Jahre, dann hielt sie bis in den Tod. Das hat sich heute geändert. Männer können nicht gut allein sein, meistens fangen sie nach der Trennung an zu trinken. Die Ehe ist das Abenteuerlichste, was der Mensch hat, führte Herr Eickmann aus. 87 Prozent alleinerziehende Mütter gibt es in Deutschland. Eine Patchworkfamilie kannte man früher nicht. Für diese Familien ist Heiligabend der schlimmste Tag. Jeder Partner möchte, daß die Kinder kommen. Was kann man in einer Beziehung machen, wenn es kriselt? Oft setzen sich die Ehepartner schlecht miteinander auseinander. In der Kindererziehung werden den Kindern keine Grenzen gesetzt, es gibt keine Auseinandersetzungen. Die Mütter vergöttern ihre Kinder. Die Kinder lernen nicht mehr, sich auf den Hosenboden zu setzen, sie geraten in die Prinzen- und Prinzessinenrolle. Die Kinder halten sich für den Mittelpunkt der Welt und gehen mit dieser Einstellung in die Partnerschaft. Wenn Eltern sich gegenseitig schlecht machen, das ist für Kinder schlimm, denn Kinder mögen Vater und Mutter. Kinder aus geschiedenen Ehen, neigen schneller in der eigenen Beziehung auseinander zu gehen. Gespräche bringen nur etwas, wenn auch wirklich beide Partner etwas bewegen wollen. Zusammenleben heißt immer, mit bestimmten Eigenschaften muß man umgehen können. Ein ruppiger Mann hat oft eine feinfühlende Frau. Die Gegensätzlichkeit ist ein Geschenk, andererseits manchmal auch eine Belastung. Sexualität ist ein Radiergummi für alle Banalitäten und deshalb ist sie so wichtig. Mit zunehmendem Alter verzichten die Partner auf die Highlights, dadurch wird der Sex langweilig. Je länger ein Paar zusammenlebt, desto weniger Sex haben sie in der Regel. In der langlaufenden Ehe ist dann wenig erotische Spannung. Ab 50 sollten die Kosten für die Reizwäsche von der Krankenkasse getragen werden, forderte Herr Eickmann. Für die Männer ist die Verrentung ein großes Problem. Das soziale Netz des Mannes wird kleiner und einsamer. Die Frauen haben vorgebeugt, sie haben die sozialen Kontakte und darauf ist der Mann eifersüchtig. Männer haben eine Menge Angst zu fühlen, sie machen ihre Probleme lieber mit sich selber ab. Männer sind anders als eine Frau, sie bauen eine Mauer auf. Die Männer wollen emotional nicht aufeinander eingehen; das ist Männern unangenehm. Die vollkommene Zufriedenheit kommt nicht aus der Ehe. „Wer den Himmel auf Erden sucht, hat in Erdkunde geschlafen.“