Fern der Heimat und doch so nah

Vortrag über deutsche Landwirte im Ausland bei den LandFrauen

LandFrauen Wedemark. Fern der Heimat und doch so nah. Carsten Brüggemann von der Landwirtschaftskammer Hannover berichtete den LandFrauen kürzlich über deutsche Landwirte, die fern der Heimat in den verschiedensten Ländern als Landwirte tätig sind. Begleitet wurde der hervorragende Vortrag von einer wunderbaren Diashow. Aus den verschiedensten Anlässen heraus sind Menschen in ferne Länder ausgewandert und haben ihr Glück in der Fremde versucht. 1763 wurde die Wolgasteppe von Katharina der Großen mit deutschen Landwirten besiedelt. Von 1910 bis 1920 erlitten diese Menschen erhebliche Repressalien. 1941 erfolgte eine Umsiedlung nach Sibirien und Kasachstan. Bei dieser Umsiedlung sind tausende von Menschen erfroren. 1990 wurden verschiedene deutsche Programme aufgelegt, um die Menschen weiterhin zum Bleiben in Rußland zu veranlassen. Mühselig wirtschaften die Menschen in großen Kolchosen dort. Dagegen steht im großen Land Kanada viel Fläche den ehemals deutschen Landwirten zur Verfügung. 30.000 Hektar Land ist hier keine Ausnahme. Die riesengroßen Maschinen zeugen von Wohlstand und die deutschen Landwirte wollen dieses Land nicht wieder verlassen. Argentinien ist 7,8-mal größer als Deutschland. Zu einer Farm gehören 2.000 Rinder und circa 200.000 Hektar Ackerfläche mit Mais. In Argentinien sieht es zurzeit wirtschaftlich nicht gut aus. Die weitere Entwicklung für die Landwirte bleibt abzuwarten. In Brasilien gibt es die Landwirtschaft der Superlative. Brasilien ist der zweitgrößte Lebensmittelexporteur der Welt. Auf der einen Seite wird der Umweltschutz groß geschrieben, auf der anderen Seite werden Unmengen von Pestiziden ausgebracht. Das Land hat an vielen Stellen mit der Landschaft hier Ähnlichkeit. Südafrika wurde 1860 von den Hermannsburger Missionaren besiedelt. Hier gibt es eine große Pflanzenvielfalt, weil es eine Eiszeit nie gegeben hat. Viele Aidswaisen werden hier von Deutschen betreut. Namibia war von 1884 bis 1915 deutsche Kolonie. Aus diesem Grund leben dort heute noch viele Deutsche. Die weltweit lebenden deutschen Landwirte zeichnen sich aus durch Sauberkeit, Ordnung, Fleiß und Zuverlässigkeit. Sie pflegen ihre deutschen Traditionen sehr. Auch die Sprache ist fast überall erhalten geblieben.