Hinter die Kulissen schauen

Simon Brinkmann (links) empfing einige interessierte MPM-Mitglieder. Foto: Sven Jagata
 
Interessiert lauschten die MPM-Mitglieder den Ausführungen. Foto: Sven Jagata

MPM-Mitglieder besuchen Bahnhof-Apotheke

MPM. Kürzlich folgten die Mitglieder des MPM Mellendorf der Einladung von Apotheker Simon Brinkmann, einmal hinter die Kulissen einer Apotheke zu schauen. Bei liebevoll zubereiteten kleinen Häppchen und Erfrischungsgetränken plauderte Simon Brinkmann sodann auch gleich aus dem Nähkästchen. Nach dem Kauf im Jahr 2014 der Kastanien-Apotheke, erwarb er 2016 die Bahnhof-Apotheke. Das Personal konnte übernommen werden. Diese wurde durch die Hinzunahme von Medikamenten auf pflanzlicher Basis neu ausgerichtet. Selbstverständlich wurde das gesamte Personal entsprechend qualifiziert. Mittlerweile rundet das Sanitätshaus A+O aus Mellendorf, in dem er gleichberechtigter Geschäftsführer ist, das Angebot ab.
Simon Brinkmann stammt gebürtig aus Bremerhaven; studierte Biologie und Pharmazie. Darauf arbeitete er zwei Jahre als Angestellter und fünf Jahre als Filialleiter, um dann für fünf Jahre in der Industrie weitere Erfahrungen zu sammeln. Hier beschäftigte er sich mit der Herstellung und Qualitätskontrolle von Impfstoffen und der Chargenfreigabe von Arzneimitteln bei verschiedenen national und international tätigen Pharma-Firmen.
„Es ist ein gesetzlicher Auftrag einer Apotheke die arzneiliche Versorgung der Bevölkerung sicher zu stellen“, führt Brinkmann weiter aus. Doch das allein ist es nicht. Weitere gesetzliche Vorschriften sind zu beachten. So muss der Beratungsbedarf des einzelnen Kunden individuell ermittelt werden und die Vertraulichkeit gewährleistet sein. So wurden die Mindestabstände der einzelnen Kassen in einer Apotheke reglementiert. Darüber hinaus wird in der Bahnhof-Apotheke ein Beratungszimmer angeboten. Eine gute und qualifizierte Beratung ist für Brinkmann das aller Wichtigste. „Auch wenn dann die Empfehlung, lieber einen Apfel zu essen, lautet. Eine gute Beratung ist die vertrauensbildende Maßnahme mit Nachhaltigkeit. Versandapotheken werden in Zukunft von der Einführung der digitalen Rezepte profitieren. Daher ist es für jede Apotheke von größter Wichtigkeit einen Mehrwehrt für den Kunden zu bieten.“
Um die positive Geschäftsentwicklung auch weiterhin mit der geringst möglichen Wartezeit gewährleisten zu können, wird in der Bahnhof-Apotheke alsbald eine dritte Kasse installiert werden. Nach einem kurzen Ausflug in die industrielle Herstellung von Medikamenten wurden die Teilnehmer in den hinteren für Kunden nicht zugänglichen Bereich geführt. Hier wurde schnell klar, was für logistische Leistungen von einem Apotheker verlangt wird. Neben dem klassischen Apothekerschrank mit unzähligen Schubladen, waren hier Kühlungen und ein Tresor für hochsensible Arznei zu bestaunen. Von den insgesamt 17 Mitarbeitern, stehen zwischen drei bis vier pro Apotheke den Kunden zur Verfügung. Leider musste Brinkmann auch von dem allseits beklagten Fachkräftemangel berichten. Obwohl auch ausgebildet werden kann, stellt sich die gesamte Situation als angespannt dar. Zum Abschluss zeigte Simon Brinkmann die „Hexenküche“. Hier werden nach strengsten Auflagen individuelle, verschriebene Kapseln und Salben selbst hergestellt. Zum weiteren Angebot gehören auch Zäpfchen, Tropfen und Pflanzensäfte. Darüber hinaus bietet die Apotheke einen Zustelldienst an. Alles in allem für die Zukunft gut aufgestellt. Simon Brinkmann bedankte sich bei seinen Gästen und blickt trotz politischer Unwägbarkeiten für die Apotheke vor Ort in Deutschland positiv in die Zukunft.