Landfrauen wagten sich aufs Dromedar

Ein Dromedarritt gehörte zu den Höhepunkten des Lanzarote-Besuchs. Foto: G. Plumhoff
 
Den Wedemärker Landfrauen gefielt es auf der Lavainsel ausgesprochen gut. Foto: G. Plumhoff

Landfrauenverein Wedemark war eine Woche auf Lanzarote

Landfrauenverein Wedemark. Mitten in der Nacht startete das Flugzeug Richtung Lanzarote. An Board befanden sich 44 Personen einschließlich Gäste vom LandFrauenverein Wedemark. Als die Morgensonne aufging, landete das Flugzeug etwas holprig auf der Vulkaninsel. Nach der Ankunft im Hotel wurde erst einmal die schöne Ferienanlage mit allen Annehmlichkeiten erkundet. Am zweiten Tag ging es in den Timanfaya Nationalpark. Er wurde 1974 gegründet und umfaßt das Gebiet der intensivsten Vulkantätigkeit mit einer Fläche von 54 qkm. Während der Jahre 1730 bis 1736 wurde die mittelwestliche Region Lanzarotes erschüttert. Sechs Jahre lang ereigneten sich hier Explosionen, Erdbeben und es wurden ununterbrochen Lavaströme ausgestoßen. Der Mittelpunkt der Vulkantätigkeit befand sich im Bergmassiv des Timanfaya, wo sich mehr als 25 Krater öffneten, die fast 20.000 Hektar mit Lava, Asche und Felsbrocken bedeckten. Viel Spaß hatten alle beim Ritt auf einem Dromedar durch den Nationalpark mit seinem erstarrten Lavaströmen aus rot-schwarzer Asche. Beim Aufstehen und Hinlegen der Tiere war es manch einem nicht wohl im Magen. Weiter ging die Fahrt in das Gebiet der "Montanas del Fuego", ein riesiges im 18.Jahrhundert entstandenes Kratergebiet. In wenigen Metern Tiefe herrschen Temperaturen von mehreren hundert Grad. Mit einigen Experimenten wurde die Nutzung der Erdhitze demonstriert. Bei einer Fahrt in den Norden Lanzarotes stoppten die LandFrauen am Aussichtspunkt "Mirador del Rio". Der berühmte Künstler César Manrique gestaltete diesen Aussichtspunkt, der mitten in ein Felsmassiv gehauen wurde. Auf der Weiterfahrt wurde eine Aloe Vera Farm besucht und die Heilkraft dieser Wunderpflanze erklärt. Ein weiterer Höhepunkt des Tages war der Besuch der geheimnisvollen Grotte "Los Jameos del Agua" mit einem unterirdischen See. Das Gesamtkunstwerk Natur und Architektur von César Manrique wurde ausführlich bestaunt. Der oasenähnliche Ort Haria, genannt das Tal der Tausend Palmen besticht durch seine vergleichsweise üppige Vegetation. Gerade auf einer vulkanischen Insel wie Lanzarote genießt das Auge die vielen Palmen und schattenspendenden grünen Bäumen des Ortskerns. Auch das Wohnhaus von César Manrique im Dorf Tahiche wurde besucht. Der Künstler wurde auf Lanzarote geboren und verstarb 1992 dort durch einen Autounfall. Manrique hatte die Vorstellung, die Umwelt, den Einklang mit der Natur und die Kontinuität der natürlichen Abläufe zu erhalten. Neben seinem Kindheitsfreund José Ramirez Cerdá, der in jenen Jahren der Präsident des Inselrates Lanzarotes war, schaffte er es, auf der Insel einen Baustil durchzusetzen, der die architektonische Sicht mit den physikalischen Gegebenheiten der Umwelt verbindet. So dürfen zum Beispiel auf Lanzarote keine Hochhäuser mehr gebaut werden. César Manrique entwarf sein Wohnhaus auf der Grundlage von fünf Vulkanblasen, jede in einer anderen Farbe, die auf einem erstarrten Lavastrom liegen und aus zwei Ebenen bestehen. Das Obergeschoß ist im traditionellen Stil Lanzarotes gebaut und im Erdgeschoß bilden die Vulkanhöhlen die Wohnräume. Sein Haus zeigt seine eigenen Kunstwerke sowie eine Privatkollektion von Künstlern wie Picasso, Tapies und Miro. Das letzte Werk, welches César Manrique 1991 auf Lanzarote beendete, war der Kaktusgarten. Eine originalgetreu restaurierte Windmühle überschaut das gesamte Gelände. In ihr wird geröstetes Korn zu Gofio gemahlen, dem kanarieschen Volksnahrungsmittel aus der Zeit vor der Eroberung der Insel. Gofio ist auf der Insel heute noch weit verbreitet. Der Kaktusgarten ist einmalig in der Tradition des Gartenbaus auf der Welt. César Manrique holte sich hierfür Anregungen aus Japan. Nächster Höhepunkt war Lagomar. Es ist das einzig zugängige Privathaus, welches Manrique für Omar Sharif gestaltete, der es aber nach nur einem Tag beim Glücksspiel verlor. Das Haus besticht durch einzigartige Architektur, labyrintharitge Höhlengänge und die typische Kunst von Manrique. Die Hauptstadt Lanzarotes Arricife wurde mit ins Besichtigungsprogramm eingeschlossen. Das Grand-Hotel ist das einzige Hochhaus der gesamten Insel. Ein Tagesausflug zur Nachbarinsel Fuerteventura erfolgte ebenfalls. Es war ausreichend Zeit sich in den Dünen von Corralejo zu sonnen oder ein Bad in den glasklaren Fluten zu nehmen.
Eine Woche mit einem schönen Besichtigungsprogramm und viel Zeit zum Ausruhen und Baden ging schnell vorüber. Frau Annemarie Döpke wurde ein großes Lob für die Organisation dieser herrlichen Reise ausgesprochen. Im nächsten Jahr soll es wieder auf Fahrt gehen, allerdings mit einem anderen Ziel.