LandFrauenverein im Wendland

Bei herrlichstem Sonnenschein fuhren die LandFrauen ins Wendland.

Bus war bis auf den letzten Platz besetzt

LandFrauenverein Wedemark. Bereits um 7 Uhr startete ein Bus, der bis auf den letzten Platz mit LandFrauen besetzt war, Richtung Lüchow. Dort am Bahnhof Lüchow, wo sich jetzt ein Ausbildungszentrum für die Gastronomie befindet, wurde der erste Stopp eingelegt und eine Gästeführerin der LandFrauen stieg mit in den Bus. Das nächste Ziel war die Firma Steinicke in Serau i.L.. Diese Firma, die zuerst ihren Sitz in der Altmark hatte, dann in Bayern, war 1976 in das Zonenrandgebiet umgesiedelt. Hier wird Gemüse aller Art in großen Mengen getrocknet und bis nach Übersee geliefert. Petersilie, Schnittlauch, Spargel, Wurzeln, Spinat und vieles mehr werden in der näheren Umgebung angebaut und dann zur Weiterverarbeitung in die Firma Steinicke gebracht. Aus hygienischen Gründen mussten die Frauen Schmuck ablegen und Kopfhauben aufsetzen. Die Firma Steinicke ist ein Familienbetrieb, in dem sämtliche Familienmitglieder sowie 70 Mitarbeiter tätig sind. Für das strukturschwache Wendland eine große Bereichung.
Zum Mittagessen ging die Fahrt in das Kartoffelhaus in das Rundlingsdorf Lübeln. Nach der Stärkung erfolgte ein Besuch des Museums, in dem unter anderen Ausstellungsstücken hübsche wendländische Trachten vorhanden sind. Die Gästeführerin Frau Dremke gab reichlich Erklärungen zum Entstehen und der Geschichte des Wendlandes ab. Seinen Namen verdankt das „Wendland“ den Slawen, die hier einst siedelten – von den Deutschen wurden sie auch „Wenden“ genannt. Bis heute erinnern ungewöhnliche Ortsnamen an die eigene Sprache und Kultur der frühen Siedler. Genauso die Rundlinge – eine Dorfform, bei der die Häuser um den Dorfplatz herum gruppiert liegen.
Dann ging die Fahrt durch die Nemitzer Heide. Diese Heidelandschaft entstand in den siebziger Jahren durch einen großen Waldbrand. Innerhalb kürzester Zeit brannte ein großes Waldgebiet von circa 20 Hektar nieder, welches nicht wieder aufgeforstet wurde. Kurz darauf siedelte sich die Heide von alleine an. In der Nemitzer Café-Diele ließen sich die Frauen Café und Kuchen schmecken.
Die Journalistin Eva Kohlrusch hat sich durch eine barocke Gartenanlage in Künsche einen Traum im Wendland erfüllt. In diesem Paradies sind Gäste herzlich willkommen. Dieses Angebot nahmen die LandFrauen Wedemark an. Liguster und Buchs teilen das 15.000 Quadratmeter große Areal in verschiedene Gartenzimmer ein, verbunden durch Rosenbögen und gewaltige Hainbuchen-Portale. Es gibt unterschiedliche Themenräume, den weißen, den blauen und den „verlorenen“ Garten, der beim verheerenden Elbehochwasser vor sechs Jahren knietief unter Wasser stand. Auch Salat und Radieschen haben ihren Platz.
Nachdem der Bus noch am Zaun des Endlagers in Gorleben entlang gefahren war, wurde die Rückreise in die Wedemark angetreten. Ein schöner Tag neigte sich dem Ende zu.