Pastor Friebe zu Gast bei dem LandFrauenverein Wedemark

Dieses Mal hatten die LandFrauen Wedemark Herrn Pastor Karl-Heinz Friebe aus Brelingen eingeladen, um einen Vortrag über den Sonntag zu halten.
Herr Karl-Heinz Friebe ist früher in Resse als Pastor tätig gewesen und jetzt für den kirchlichen Dienst auf dem Lande in Niedersachsen zuständig. Aufgewachsen ist er in Hamburg und hat als Sohn eines Straßenbahnfahrers und einer Schaffnerin früh kennen gelernt, wie wichtig ein gemeinsamer freier Tag für die Familie ist; denn diesen hat er oft entbehren müssen. Der Sonntag ist Feiertag. Menschen leben nicht nur allein von der Arbeit. Sie brauchen auch Zeit zum Feiern und geselligem Beisammensein. Der Sonntag ist eine soziale Erfindung und schon über 5000 Jahre alt. Im heutigen Irak, zwischen Euphrat und Tigris benötigte man ein gemeinsames Ritual, das alle Menschen akzeptierten und so wurde der Sonntag als Ruhetag festgelegt. Nach biblischer Tradition ist der Sonntag ein freier Tag für alle Menschen, nicht nur für die Mitglieder der Kirchen. Deshalb macht sich die Kirche für den arbeitsfreien Sonntag stark. Sie dankt allen, die an diesem Tag arbeiten müssen, wie Ärzte, Krankenschwestern, Polizisten, Feuerwehrleute, Bauern ,die das Vieh versorgen müssen, und viele andere Berufsgruppen mehr. Der Sonntag soll die Werte ins rechte Licht rücken. Niemand muss immer und überall kaufen müssen, wenn ihm gerade danach gelüstet. Der Sonntag schützt den Menschen davor, falschen Werten nachzulaufen. Er bietet Gelegenheit zur Besinnung auf das, was zählt. In Zeiten zunehmender Arbeitsbelastung und flexibler Arbeitszeiten gewinnt der Sonntag als gemeinsam begangener Tag aller Familienmitglieder an Bedeutung. Der Sonntag gibt Kraft für die neue Woche. Ob Gottesdienst, Wanderung, Spielenachmittag oder Zeit für Lektüre und Gespräch - der Sonntag gibt Raum, um für die Woche aufzutanken. Er ist eine lebensnotwendige Atempause für uns Menschen. Schon Albert Schweitzer sagte:" Wenn deine Seele keinen Sonntag hat, dann verdorrt sie." Kaiser Konstantin hat den Sonntag im Jahr 321 zum öffentlichen Ruhetag erklärt und damit dem Abendland ein wertvolles Kulturgut hinterlassen. Kurzsichtiges Konsumdenken sollte dieses Kulturgut, das in Artikel 140 des Grundgesetzes besonders geschützt ist, nicht zerstören. Unser Leben ist mehr als Arbeit, Kaufen und Besitzen. Dafür steht der Sonntag. Wer erinnert sich nicht mehr an die Slogans der 60er Jahre: " Samstags gehört Vati mir", der 80er Jahre:" Unsere Verantwortung für den Sonntag" und in den 90er Jahren: "Ohne Sonntage gibt es nur noch Werktage". Der Sonntag ist nicht nur in Gefahr wegen wirtschaftlicher Interessen, sondern wir wissen oft nicht mehr, wie wir den Sonntag in Ruhe verbringen können.