Pastorin Ina Welzel hält bei dem LandFrauenverein Wedemark Vortrag über Organspende

Pastorin Ina Wenzel hielt einen Vortrag über Organspende bei den LandFrauen.
LandFrauenverein Wedemark. Ina Welzel war vor sieben Jahren Pastorin an der St. Georg-Kirche in Mellendorf und ist jetzt in der Reha-Klinik in Bad Fallingbostel tätig. Die Klinik ist das erste Zentrum Europas für Reha-Transplantationen. Die Klinik umfasst 270 Betten und 30 Transplantationsbetten in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Hochschule Hannover. Die Patienten warten auf eine Transplantation von Herz, Lunge, Leber oder Niere oder kommen nach erfolgter Operation dorthin. In Deutschland werden jährlich mehr als 1.200 Menschen Organe entnommen und etwa 4.000 Transplantationen durchgeführt. In Zeitungen und im Fernsehen wird in Berichten und mit Anzeigen für die Organspende geworben. In Talkshows wird das Für und Wider engagiert und bisweilen sehr polarisiert diskutiert.
Seit es die Möglichkeit gibt, menschliche Organe zu verpflanzen, stehen viele vor der Frage, ob sie durch einen Spenderausweis einer Organentnahme nach ihrem Hirntod zustimmen sollen oder nicht. Auch können Angehörige von Sterbenden vor dieser schwierigen und belastenden Frage stehen. In dieser schmerzlichen Situation eine Entscheidung zu treffen, ist häufig kaum möglich und nicht immer zumutbar. Deswegen ist es wichtig, sich nicht erst in der akuten Situation mit der Frage auseinander zu setzen, sondern rechtzeitig mit den verschiedenen Aspekten der Organspende zu befassen und sich vor allem mit seinen Angehörigen zu besprechen. In Österreich bedarf es keinen Spenderausweis, da gilt die Widerspruchsregelung, auch für Touristen.
Doch vielen Menschen fällt es schwer, sich dem Thema zu stellen, weil jede Konfrontation mit Krankheit und Tod den Menschen viel abverlangt und weil neben den medizinischen auch ethische Fragen, emotionale Belastungen und kulturelle Aspekte eine Rolle spielen.
Menschen, die einer Organspende zustimmen, wollen anderen Menschen helfen. Für die Angehörigen der Sterbenden ist der Abschied schwer, sie können den Sterbenden nicht zu Hause begleiten. Für die Angehörigen der Spender muss viel Seelsorge getan werden.
Für die Empfängerseite ist die Tranplantation die letzte Chance auf Leben oder Tod. Hoffnung auf ein Stück normales Leben. Nach der Transplantation bleiben die Patienten jedoch chronisch krank. Der Körper kann das Organ abstoßen, alle Gefahren müssen vermieden und Mundschutz muss getragen werden, ständig stehen Untersuchungen an. Jeder Tag wird sehr bewusst gelebt und genossen. Um das Organ anzunehmen, muss der Empfänger wissen, dass ein anderer gern und freiwillig das Organ gespendet hat, sonst kann das Organ nicht angenommen werden. Die Krankheit ist eine ungeheure Dominanz. Wenn die Seele sich wehrt, helfen keine Tabletten.
Im Vortrag von Ina Wenzel beim LandFrauenverein Wedemark wurden die Argumente von Befürwortern und Gegnern dargestellt, von verschiedenen Seiten beleuchtet und anschließend diskutiert. In der Frage der Organtransplantation gibt es kein Richtig und kein Falsch, sondern nur eine subjektive Sicht, die für den Einzelnen jetzt richtig ist. Es gibt nur die individuelle Entscheidung, so schloß Ina Welzel ihren überaus interessanten Vortrag.