Schützen kreativ in der Corona-Krise

Vorsitzender Christian Petereit (von rechts), der zweite Vorsitzende Jens Thun und Uwe Renders vom Vorstand der Schützengesellschaft Bissendorf vor der Wand mit den neuen Dartscheiben, die während der Corona-Krise im Schützenhaus installiert wurden. Nur die Scoreboards und eine mobile Trennwand fehlen noch. Foto: A. Wiese
 

SG Bissendorf gründet eine Dartsparte und installiert sechs Dartscheiben

Bissendorf (awi). Corona hat das Vereinsleben der Schützen in der Wedemark für Wochen komplett auf Eis gelegt. Die Verhaltensalternativen reichen von Schockstarre über Wutausbrüche bis zu bemerkenswerten Kreativitätsschüben. Für letzteres hat sich die Schützengesellschaft Bissendorf entschieden und so verfügt sie jetzt, wo der Schießbetrieb wieder langsam anläuft über sechs professionelle Steel-Dartscheiben und eine neue Sparte mit neun Mitgliedern. Die neue Sparte nennt sich Dart Club Wedemark in der SG Bissendorf, ist in der Liga angemeldet und verfügt bereits über tolle eigene T-Shirts, auf denen die Gemeinde Wedemark als Dartscheibe abgebildet ist.
SG-Vorsitzender Christian Petereit ist stolz auf Spartenleiter Sebastian Rieck, der beim Dartverband bereits einen Namen hat, und seine Dartspieler, die dienstags und donnerstags ab 19 Uhr im Schützenhaus trainieren und sich immer über neue Interessierte freuen. Doch nicht nur neue Mitglieder hat die SG Bissendorf auf diese Weise bereits gewonnen, sondern einige ihrer Sportschützen sind selber ganz heiß aufs Darten, und das nicht nur weil Pistolenschützen Bastian Hauschild vormacht, wie es geht. „Darten ist ein Sport für alle Altersgruppen, spricht aber vor allem auch die Jüngeren an“, ist die Erfahrung, die Vereinsvorsitzender Christian Petereit und sein Vize Jens Thun gemacht haben. Für sie Grund genug, das Geld für die Anschaffung und Installation der sechs Dartboards in die Hand zu nehmen. 3.500 Euro stehen im Etat. Die Tablets und der PC, die für die neue Meyton-Schießanlage angeschafft wurden, können auch für das Darten genutzt werden. Jetzt fehlen nur noch die Scoreboards, auf denen die Darter per Hand ihre Punkte eingeben. „Immer zwei Spieler treten gegeneinander an. Sie werfen die Pfeile aus 2,36 Meter Entfernung. Das sind englische Maße“, erklärt Petereit. Er hat in den letzten Wochen schon viel übers Darten gelernt. Treffen tut er mit den bunten Pfeilen allerdings nicht besonders gut. „Das ist ganz anders als Schießen, da braucht man echt Übung“, hat er festgestellt. Übung haben Sebastian Rieck und seine Darter. Haben sie doch vor ihrem Eintritt in die SG Bissendorf bereits im Appel Bowling Center Steel Dart gespielt, waren jedoch schon länger auf der Suche nach einem Verein, dem sie sich anschließen konnten. „Als Corona uns jetzt lahm gelegt hat und auch unser Schützenfest ausgefallen ist, wodurch wir letztendlich Geld gespart haben, haben wir spontan entschieden, dass wir das jetzt einfach machen. Unsere handwerklich begabten Mitglieder haben wieder wie beim Einbau der Meyton-Schießanlage viele Eigenleistungen erbracht und wenn jetzt noch Teppich verlegt sowie die Score Boards und die mobile schusssichere Trennwand zu den Schießständen installiert sind, können Schützen und Darter, wenn Corona irgendwann vorbei ist, sogar gemeinsam trainieren. In der aktuellen Situation wären das noch zu viele Leute in einem Raum, denn die Auflagen für die Wiederaufnahme des Schießbetriebs waren hoch. Dementsprechend verhalten war an den ersten Trainingstagen auch die Resonanz der Schützen in Bissendorf.
Für das Betreten des Schützenhauses sind die Hygienevorschriften einzuhalten. Diese sind im Schützenhaus ausgehängt. Die Nutzung des Schützenhauses beschränkt sich vorerst nur auf Training, es besteht im Schützenhaus Maskenpflicht. Die Trainingstage sind Montag und Mittwoch ab 19 Uhr. Das Jugendtraining wird voraussichtlich, wenn es die Gegebenheiten erlauben nach den Sommerferien gestartet. Das Traditionsschießen findet bis auf Widerruf nicht statt. Am 20. Juli bis 26. August beginnt die Sommerpause. Der Vorstand der Schützengesellschaft freut sich, die Mitglieder wieder gesund und munter im Schützenhaus begrüßen zu können, hat aber auch Verständnis dafür, dass viele es langsam angehen lassen. „Das Handling ist für uns einfacher, wenn nicht so viele Leute da sind. Gesellig zusammensitzen dürfen wir ohnehin nicht. Am Tresen wird nicht ausgeschenkt. Lediglich Getränke in Flaschen dürfen am Tisch verzehrt werden. Aber auch müssen immer 1,50 Meter Abstand zwischen den Personen sein. An den Schießständen ist jeder zweite mit rot-weißem Band abgeklebt, sowohl oben an der modernen Schießanlage als auch im Keller, wo mit Pistole und Kleinkaliber geschossen wird. Wer hat, bringt seine eigene Waffe mit. Alle Waffen müssen nach Benutzung akribisch desinfiziert werden. Wer kommt, muss Maske tragen und im Eingangsbereich seine Hände desinfizieren und eintragen, wann er gekommen ist und später, wann er geht. Alle Wettkämpfe sind abgesagt. Für September plant der Vorstand eine interne Veranstaltung zur Einweihung der Dartsparte und Ehrungen.