Sommerzeit – Wanderrittzeit

Die Brelinger Ponykinder starten zum Wanderritt nach Evensen.

Ponykinder ritten nach Evensen und schlugen dort ihr Sommerferienbeginncamp auf

Brelinger Ponykinder. Wie jedes Jahr am ersten Wochenende der Sommerferien war es auch dieses Jahr wieder soweit: Ein ganzer Tross aus Ponys mit Reiterinnen, Kutsche und begleitende Fahrradfahrern setzte sich zu Beginn der Sommerferien in Bewegung, um bei schönstem Sommerwetter den traditionellen Wanderritt – dieses Mal nach Evensen – zu unternehmen.
Dorthin hatten Anna Hain und Corvin Rabe die Gruppe eingeladen, um im großen Garten ihres Bauernhofes ihr Sommerferienbeginncamp aufzuschlagen. Weit ab vom Autoverkehr, mit weitem Blick über Wiesen und Felder konnten die Ponykinder einen unbeschwerten, fröhlichen Auftakt in ihre langen Ferien genießen. Gemeinsames Spielen, Schwimmengehen, Ausreiten, Singen am Lagerfeuer und Grillabende gehörten ebenso zum Programm wie das Übernachten unter freiem Himmel. Die Ponys freuten sich über die direkt angrenzende grüne Wiese. Mit von der Partie waren natürlich auch die Eltern, die in wechselnder Besetzung den Hin- und Rückritt begleiteten, vor Ort für das leibliche Wohl sorgten und ihrerseits die Gelegenheit nutzten, um die Anforderungen des Alltags für ein paar Tage weit hinter sich zu lassen. Die Gruppe genoss sowohl die idyllische Lage des Hofes als auch die herzliche Gastfreundschaft der jungen Gastgeber sehr, die sich abends gerne mit ans Lagerfeuer setzten zum Schlemmen, Klönen und Singen.
Ihren ersten Wanderritt erlebten dieses Jahr Emilia K. (7) und Avy K. (12), seit kurzem neu aufgenommene Ponykinder. Der Verein hat derzeit noch Kapazitäten für weitere Mitglieder.
„Wir haben im Moment viele kleine Reitanfängerinnen – was total schön ist“, so der Vorsitzende Ralph Kütemeier, „Jetzt brauchen wir eher Kinder im Mittelfeld ab neun, zehn Jahren mit Reiterfahrung, denn unser Verein lebt von dem Konzept „Die Großen helfen den Kleinen.“ Außerdem müssen unsere großen Endmaßponys bewegt werden, die nur von älteren, erfahreneren Reitern ab zwölf, 13 Jahren geritten werden können.“
„Wenn es unseren Verein nicht schon gäbe, müsste man ihn erfinden!“, begeisterte sich Kütemeier,, „Denn die Kinder, die bei uns aufwachsen, starten als die Kleinen mit ungefähr sechs Jahren als Reitanfänger, die von den Großen viel lernen können, und wenn sie älter werden, merken sie irgendwann, dass sie selbst zu den Größeren gehören und den neuen Kleinen etwas beibringen können. Wenn sie dann irgendwann auf die Endmaßponys umsteigen dürfen, sind sie richtig stolz und übernehmen immer mehr Verantwortung – auch für die gesamte Gruppe – indem sie Patenschaften für kleinere Kinder im Verein übernehmen, sich zu Jugendvertretern wählen lassen oder sogar eine Ausbildung zur Reitsportassistentin absolvieren.“
Genau diese typische Ponykinder-Karriere haben auch die Töchter Jana (19) und Lisa Kütemeier (14) durchlaufen. Jana ist zwar längst kein Ponykind mehr, führt aber als Reitsportassistentin mit viel Freude und Kreativität den Unterricht für die Reitanfänger durch. Lisa hat mit sechs Jahren als Ponykind angefangen und gehört nun, mit 14 Jahren, zu den „Großen“.
„Natürlich sind mit eigener Pferdehaltung auch viel Arbeit und Kosten verbunden“, sagte Ralph Kütemeier. „Uns gehören die Tiere, das heißt, wir Erwachsenen müssen uns um alles kümmern, das können die Kinder nicht alleine. Das heißt auch, wir nehmen nicht einzelne Kinder auf, sondern die ganze Familie sollte bereit und in der Lage sein, sich einzubringen. Dadurch, dass wir uns Arbeit und Kosten teilen, hält sich der Aufwand in Grenzen – und die gemeinsame Arbeit macht Spaß und lässt neue Freundschaften auch unter den Erwachsenen entstehen.“
Pflicht für alle Ponykinderfamilien ist es, einmal pro Woche den sogenannten Ponydienst zu leisten, der aus dem Abäppeln des Paddocks und der Weiden besteht, aus dem Füttern und Tränken der Ponys, dem Verabreichen von Medikamenten und dem Versorgen kleinerer Wunden falls nötig. Hinzu kommt die Mitwirkung in den verschiedenen Arbeitsgruppen (Weide, Paddock, Ponypflege, Tierarzt, Hufschmied). Gelegentlich sind größere Aktionen zur Instandsetzung des Paddocks nötig.
So wurden gerade die Heuraufen für die Ponys neu gebaut und der alte „Bienenwagen“ durch einen neuen, isolierten Bauwagen ersetzt. „Wir haben viel Spaß dabei und immer Zeit für einen Kaffee oder ein Bierchen zwischendurch“, betonte der Vereinsvorsitzende. „Wenn die Kinder irgendwann entscheiden, dass sie dem Verein den Rücken kehren wollen, um etwas anderes zu machen oder sich eine Reitbeteiligung zu suchen, sind nicht selten die Eltern traurig, weil sie die über die Jahre gewachsene Gemeinschaft unserer Gruppe vermissen.“
Wer also Lust hat, Verantwortung für die Tiere zu übernehmen, sich intensiv um die Ponys zu kümmern, eine Beziehung zu einem Lieblingspony aufzubauen, wer Spaß daran hat, mit anderen Kindern zusammen zu reiten, Ausritte in den Brelinger Berg zu unternehmen und natürlich im gemeinsamen Reitunterricht noch viel dazuzulernen und wer eine Familie hat, die bereit ist, dieses Hobby aktiv mitzutragen, ist bei den Ponykindern herzlich willkommen. Neue Familien werden von erfahrenen Mitgliedsfamilien gerne eingearbeitet, so dass anfängliche Pferdeunkenntnis kein Hindernis darstellt. Interessierte können sich melden unter der Telefonnummer von Ralph Kütemeier (0 51 30) 58 79 85.