Von der Quelle bis zum Delta

Mythos Wolga – LandFrauen treffen sich für einen Reisebericht

Wedemark. Nach langer coronabedingter Pause traf sich eine erlaubte Anzahl LandFrauen und erfreulicherweise auch einige Gäste im Gasthaus Bludau in Wennebostel. Alle freuten sich auf ein Wiedersehen bei Kaffee und Kuchen und einem mit Spannung erwarteten Vortrag. Herr Nieschalk verstand es, seine ZuhörerInnen mit auf eine abenteuerliche Reise zu nehmen. Sein Bericht begann damit, dass es nach vier Tagen Anreise endlich die Wolgaquelle in den Waldaihöhen, auf 228m über dem Meeresspiegel, erreicht hatte. Der Beginn des längsten Flusses in Europa soll mit seinen 3650 km, der Sage nach, an den Wurzeln einer Birke entspringen. Die Wolga ist bereits nur einige hundert Kilometer weiter ein reißender Strom. Die Straßen waren in einem sehr schlechten Zustand und die Autofahrt stellte sich als sehr anstrengend und abenteuerlich heraus. Viele kleine und verfallene Dörfer, kaum noch bewohnt, lagen an dem Ufer der Wolga. Der Verfall war allgegenwärtig. Im direkten Kontrast konnten wir aber auch große Städte, wie Kasan, Nischni Nowgorod und Wolgograd sehen. Sie machten einen sauberen, freundlichen und zivilisierten Eindruck. Dementsprechend waren auch die Unterkünfte sehr unterschiedlich. Von Hotels mit sehr gutem europäischen Standard bis zu spartanischen Zimmern und einem schlechten Frühstück war alles dabei. Für alle Einfachheit gaben aber die wunderschöne Landschaft und die zahlreichen Kirchen und Klöster eine Entschädigung. Zahlreiche Stauseen werden durch die Wolga gespeist und so kommt nur noch ein geringer Teil ihrer Wassermenge am Kaspischen Meer an. Das Delta, in vielen Reiseführern als besonders sehenswert beschrieben, war nicht sehr beeindruckend. So findet die Wolga mit ihrem Mythos, entstanden durch Lieder, Legenden und Romane, ein eher trauriges Ende.
Es war ein beeindruckender Reisebericht, da es sicherlich nicht immer einfach war, ohne Russischkenntnisse spontan auftretende Probleme zu bewältigen. Sicherlich wird Herr Nieschalk uns in naher Zukunft noch viele weitere Reiseerzählungen liefern.