Vorstandwechsel bei Waldkindergarten

Anna Sievert (3) genießt den direkten Kontakt mit der Natur zu jeder Jahreszeit
 
Hochkonzentriert schnitzt Erik Warendorf (3) an einem Stock
Waldkinder Wedemark. Die Jahreshauptversammlung des Waldkinder Wedemark e.V. hat am 26.02.2012 einen neuen Vorstand gewählt. Der jetzige Vorstand ist komplett neu zusammengesetzt: Diana Sievert als 1. Vorsitzende, Robert Merkel als 2. Vorsitzender, Sabine Warendorf als Schriftführerin und Andreas Faber als Kassenwart starten hoch motiviert in Ihre neuen Aufgaben. In den nächsten Wochen und Monaten wird sich viel tun bei den Waldkindern: Der Umzug in den neuen Raum auf dem Gutshof Bestenbostel soll noch im ersten Halbjahr erfolgen. Der Raum bietet Rückzugsmöglichkeiten bei extremen Wetterlagen und dient auch für den Vorschulunterricht, den angehende Schulanfänger selbstverständlich auch im Waldkindergarten jeden Morgen bekommen. Der Waldkindergarten Wedemark bietet in unserer Region ein sehr alternatives Angebot im Vergleich zu anderen Regelkindergärten. Unsere Kinder wachsen heute in einer reizüberfluteten Umwelt auf. Sie wissen wohl, wie man einen Fernseher, Videorecorder und einen Computer „bedienen“ kann, jedoch sehr wenig von Abläufen in der Natur. Die Kinder sitzen viel und bewegen sich sehr viel weniger als noch vor einigen Jahren. Dadurch kommt es schon bei den Kleinsten zu vermehrten Haltungsschäden und Übergewicht. Unsere Kinder werden jeden Tag für Stunden mit akustischen und visuellen Reizen überschüttet. Sie sind anfällig für Infektionskrankheiten und Allergien. Die Gründung von Waldkindergärten ist eine Reaktion auf diese veränderte Lebenssituation. Sie gelten als die innovativsten Bildungseinrichtungen im Vorschulalter. Die Persönlichkeit eines Menschen erhält ihr Fundament in der Kindheit. Waldkindergärten stärken und stabilisieren in besonderer Weise die kindliche Entwicklung. Durch den ständigen Aufenthalt in der Natur erleben und erfahren die Kinder die wechselseitige Abhängigkeit von ihr. Sie erfahren sich als Teil vom Ganzen. Noch im Erwachsenenalter werden diese Kinder durch die Erfahrungen, die sie mit der Natur gemacht haben, geprägt sein. Sie werden diese lieben, achten und schützen. Die Natur ist der ideale Bewegungsraum für die Kinder. Waldkindergärten fördern in selbstverständlicher Weise die Bewegung und die körperlichen Aktivitäten der Kinder. Die primäre pädagogische Kraft ist die Natur selbst. Durch unbegrenzten Raum, Stille und Zeit werden Kinder in der Entwicklung ihrer emotionalen Stabilität, ihrer Konzentrationsfähigkeit und Ausgeglichenheit angemessen unterstützt. Sie sollen dadurch vielfältige eigene Erfahrungen machen, Vertrauen und Mut in die eigenen Fähigkeiten entwickeln, aber auch ihre persönlichen Grenzen erleben. Die Natur bietet reichhaltige Möglichkeiten an Spielmaterialien und Spielzeug. Die Kinder konsumieren nicht, sondern haben die Möglichkeit selber kreativ zu sein und sich ständig auf neue Situationen einzustellen und dafür Lösungen zu finden. Dies fördert das soziale Lernen in der Gruppe. Auch Kinder mit motorischen Auffälligkeiten haben durch unzählige Gelegenheiten im Wald die Möglichkeit, ihre Defizite auszugleichen bzw. ,,aufzuholen”. Durch allerlei Erfahrungsmöglichkeiten bei Wind und Wetter werden Kinder einen wachsamen und fürsorglichen Umgang mit sich, der Gruppe und ihrer Umwelt erlernen. Kinder haben die Chance, gegenüber grundlegenden, sich permanent wandelnden Lebensprozessen aufmerksam zu werden und die Vielfalt der Natur im Jahreszyklus zu erleben. Mit dem Waldkindergarten möchten wir Kindern und Eltern die Möglichkeit geben, sich wieder auf die einfachen Dinge des Lebens zu konzentrieren: auf die Natur! Die Kinder, die einen Waldkindergarten besuchen, leben mit der Natur. Aus medizinischer Sicht ist der regelmäßige Aufenthalt in der Natur eine Notwendigkeit, denn es stärkt das Immunsystem des Körpers. Damit werden die körpereigenen Kräfte mobilisiert, mit krankheitsbedingten Erregern schneller und nachhaltiger fertig zu werden. Die überheizten Räume, in denen wir leben, spielen und arbeiten, erschweren oft diesen Effekt. Weiterhin wurde auch festgestellt, dass die Bewegung in der Natur hilft, Stress abzubauen. Für Kinder bedeutet dies geringere Lärmbelästigung als in geschlossenen Räumen, weniger Reizüberflutung durch künstliche Farben und Düfte. Es ist beängstigend, wie viele Kinder heute unter stressbedingten Erkrankungen wie Schlaflosigkeit, Nervosität, Magenverstimmungen und Kopfschmerzen leiden. Ein Drittel aller Kinder erhalten heute regelmäßig Medikamente. Viele Kinderärzte stellen bei Kindern vermehrte Haltungsschäden und Übergewicht fest. Im Wald gibt es keine Tische und Stühle, und es kommt dem natürlichen Drang der Kinder, sich zu bewegen, entgegen. Die verschiede en Untergründe und Ebenen ermöglichen den Kindern, ihre gesamte Motorik im Laufe eines Vormittages in Anspruch zu nehmen. Dadurch haben wir eine Prophylaxe gegen Haltungsschäden und Übergewicht.  Lehrer/innen stellen vermehrt fest, dass Schulkinder unter Legasthenie und Dyskalkulie leiden. Auch hier ist oft der Bewegungsmangel und fehlende Stimulierung der Sinne in den ersten
Lebensjahren verantwortlich. Jean Ayres, Psychologin und Beschäftigungstherapeutin, beschrieb in ihrem Buch „Bausteine der kindlichen Entwicklung“, wie wichtig die Bewegung für die Entwicklung des Gehirns ist. Das Spielen in Wald und Natur mit den einfachen Dingen wie Holzklotz, Tannenzapfen, Gräsern oder das Erleben von Abenteuern mit anderen Kindern kann einem späteren Suchtverhalten vorbeugen. Kinder, die eine solche Kindheit hinter sich haben, gehen selbstbewusster und gestärkt vom Waldkindergarten in die Schule.

Möchten Sie mit uns unverbindlich einen Waldtag verbringen? Im Sommer 2012 werden wieder Plätze frei. Unsere beiden Erzieherinnen betreuen in einer kleinen Gruppe 15 Kinder von Montag bis Freitag von 08:00 – 13:00 Uhr auf dem Gutshof in Bestenbostel.
Interessierte Eltern können sich gern an Diana Sievert wenden. Tel: 05130/790166 oder per Mail: HYPERLINK „mailto:waldkinderwedemark@googlemail.com“ waldkinderwedemark@googlemail.com